Naturschutzbeauftragte


Die Jägerschaft des Wegscheider Landes engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Naturschutz. Darunter verstehen die Jäger den Schutz aller freilebenden Tierarten und deren bedrohte Lebensräume in der heutigen Kulturlandschaft. Bei den jährlichen Hegeschauen werden die jeweils aktuellen Naturschutzthemen des Landesjagdverbandes vorgestellt und fallweise dazu auch überregionale Ausstellungen organisiert, z.B.  in der Umweltbildungsstation Haus am Strom eine Ausstellung über Eulenarten und in  diesem Frühjahr über Hühnervögel. Der Naturschutz-Beauftragte unserer Jägerschaft im Wegscheider Land, Alois Hoheneder, präsentiert auf Wunsch von kommunalen Veranstaltern auch bei öffentlichen Gelegenheiten unseren Jäger-Infostand mit verschiedenen Präparaten von Wildtieren. Ein besonderes Anliegen für  unseren Naturschutz-Beauftragten sind vor allem auch jene dem Jagdrecht unterliegenden Haar- und Federwildarten,  die in ihrem Bestand bedroht sind und aus diesem Grund die Jagd darauf nicht mehr ausgeübt wird.

Einen großen Einfluss auf deren Überleben haben neben den veränderten Lebensraum- und Umweltbedingungen auch Prädatoren ohne natürliche Feinde, deren Bejagung mit legalen Mitteln Alois Hoheneder für äußerst wichtig hält im Interesse aller bedrohten Arten. Unser Naturschutz-Beauftragter ist auch Koordinator für die Rückmeldungen über Haselwild-Vorkommen in den einzelnen Revieren im Wegscheider Land.


Alois Hoheneder

 Tel: 08592-8724

Mobil: 0151 43205264

E-mail: alois.hoheneder@web.de



Der Bayerische Jagdverband setzt sich ein für das Niederwild, das vielerorts in unserer Feldflur zur Rarität geworden ist. Noch in den 60er Jahren war das Rebhuhn ein häufiger Brutvogel in Niederungen und Mittelgebirgen, sagt Alois Hoheneder. Jetzt ist das Rebhuhn im Wegscheider-Land selten geworden.

 

BJV: Rettet das Niederwild! – Rebhuhn: Hegen statt bejagen, heißt die Devise

 

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­Wegscheider-Land – Rebhuhn? Lange nicht gesehen! Der gedrungene, etwa 30 Zentimeter große Hühnervogel mit rost-gelbem Kopf und braungrauem Gefieder, der einst in ganz Europa heimisch war, ist selten geworden. In Bayern steht das Rebhuhn auf der Roten Liste. „Vielerorts verzichten die Jäger freiwillig auf die Bejagung, die ab September wieder möglich wäre und setzen sich stattdessen zusammen mit den Landwirten für die Gestaltung von geeigneten Lebensräumen ein, damit diese faszinierenden Feldhühner nicht ganz aus Bayern verschwinden“, sagt Alois Hoheneder.Das Rebhuhn, ein Standvogel, war bis in die 60er Jahre ein häufiger Brutvogel in Niederungen und Mittelgebirgen, so Alois Hoheneder. Der ursprüngliche Steppenbewohner besiedelt als Kulturfolger die Wiesen und Felder. Kartoffelfelder, Feldraine und Hecken, die die traditionellen landwirtschaftlichen Flächen prägten, aber sind verschwunden und mit ihnen das Rebhuhn. Hoheneder: „In der ausgeräumten Agrarlandschaft mit Maisschlägen und großen Ackerflächen fehlt dem Hühnervogel der geeignete „Über“-Lebensraum.“ Im April ist die Paarbildung so gut wie abgeschlossen und die Hennen beginnen zu Monatsende mit ihrem Gelege. Nach rund 25 Tagen schlüpfen aus den bis zu 20 Eiern die Küken, die sofort das Nest verlassen und selbstständig nach Nahrung suchen. Rebhühner führen eine monogame Brutehe. Beide Altvögel kümmern sich um die Küken und „zeigen“ ihnen die Nahrung. Rebhuhnküken brauchen in den ersten drei Lebenswochen ausschließlich eiweißreiche Insektennahrung wie Raupen, Käfer, Regenwürmer, Ameisen und Blattwanzen. Wildkräuterreiche Ackerrandstreifen, Saumbereiche um Hecken und Grabenböschungen werden heute aber ständig gemulcht. In der Folge sterben blütenreiche Pflanzengesellschaften aus, ein besorgniserregender Rückgang der Insektenarten setzt ein und die Nahrungskette verengt sich. Auch die Sämereien der Wildkräuter werden zur Mangelware. In der vegetationslosen Zeit fehlen Altgrasstreifen in der Feldflur, die den Feldhühner Unterschlupf und damit Schutz vor ihren Fressfeinden bieten.

Alois Hoheneder: „Der Artenschwund in der Feldflur ist eine der Folgen der intensiven Nutzung unserer Kulturlandschaft. Das Rebhuhn als beliebte Zeigerart der Feldflur hat an Boden verloren und mit ihm auch andere Bodenbrüter wie die Feldlerche, Schafstelze, Braunkehlchen, Grauammer und der Kiebitz.“ Durch die Erhöhung der Grenzliniendichte durch Anlage von Blührandstreifen können die Lebensräume für das Rebhuhn deutlich verbessert werden. Die vielfältigen Kräuter und Stauden bieten im Frühling frische Knospen und Blattspitzen und locken mit ihren Blüten zahlreiche Insekten an. Im Herbst und Winter liefern sie energiereiche Sämereien. Darüber hinaus bieten diese Strukturen Deckung und Schutz vor Fressfeinden wie Marder und Fuchs, Rabenkrähen oder Greifvögeln. Ebenso sind freie Sandwege, offene Brachböden und Stoppelbrachen wichtige Elemente für einen guten Lebensraum.


Lebensraum rettet Leben


„Die bayerischen Jägerinnen und Jäger nehmen ihren Auftrag zur Hege ernst und engagieren sich in ihren Revieren, um Strukturvielfalt auf Ausgleichsflächen zu schaffen“, sagt Alois Hoheneder. Unter anderem mit dem wildtiergerechten Zwischenfruchtanbau. 2015 wird das Greening gestartet, das jeden Landwirt mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche verpflichtet, fünf Prozent davon für ökologische Maßnahmen zur Verfügung zu stellen.Schon jetzt im Spätherbst sollten Landwirte und Jäger den Dialog über die Gestaltung dieser Flächen beginnen, damit im Frühjahr mit der konkreten Lebensraumgestaltung begonnen werden kann. Maßnahmen, die helfen können, dem Rebhuhn eine neue Heimat zu geben.


Foto: Gerhard Klingler