Arbeitskreis Haselhuhn


Die Gründungsmitglieder des Arbeitskreises Haselhuhn 15.01.2015



Hilfe für das Haselhuhn

 

Arbeitskreis stellt Ergebnisse einer Bestandserhebung im Wegscheider Land vor

 

 

Jochenstein. Kaum jemand bekommt es zu Gesicht, weil es so versteckt lebt und weil es so selten ist: das Haselhuhn. Am ehesten entdeckt das Rebhuhn-große Waldhuhn ein Jäger, der durchs Unterholz schleicht. Meist auch nur Spuren von ihm. Und das innerhalb Bayerns auch nur in der Alpenregion und im Bayerischen Wald, wo die Verbreitungsschwerpunkte des Wildhuhns liegen.

 

Im Raum Wegscheid wird das Haselhuhn regelmäßig festgestellt. So hat die Wegscheider Jägerschaft vor drei Jahren einen Arbeitskreis Haselhuhn gegründet. Dieser beauftragte den Forstwissenschaftler Dr. Ralf Siano von der Uni Dresden, die Haselhuhn-Vorkommen im Altlandkreis Wegscheid genau zu erfassen. Seine Ergebnisse hat der Spezialist für Raufußhühner nun im Haus am Strom vorgestellt.

 

Anhand von bisherigen Haselhuhn Meldungen legte Ralf Siano 13 Routen von insgesamt  117 Kilometern fest, die er im April und Mai 2016 abging. Dabei gelangen ihm in dem Gebiet zwischen Donau und Breitenberg insgesamt neun Nachweise. Hochgerechnet entspricht dies 0,5 bis einem Haselhuhn auf 100 Hektar. „Eine vergleichsweise geringe Bestandsdichte", so der Fachmann, kam er doch bei einer früheren Erhebung im Forstbetrieb Neureichenau auf ein Ergebnis von zwei bis vier Individuen pro 100 Hektar. Siano sieht den Grund vor allem in der aus Haselhuhn ungünstigen Waldflächen-verteilung im Wegscheider Land: geeignete Waldbestände sind entweder zu klein oder liegen zu weit auseinander. So brauche das Haselhuhn nach Untersuchungen im Böhmerwald mindestens 18 Hektar große Waldinseln in Abständen von weniger als 250 Metern.

 


Organisierten die Vorstellung der Untersuchungsergebnisse: (v. r.): Referent Dr. Ralf Siano vom Büro für Naturschutz und Forstplanung, Forstdirektor Johann Gaisbauer und BJV-Kreisgruppenvorsitzender Alois Rosenberger als Sprecher des Arbeitskreises Haselhuhn, sowie Eric Imm, Geschäftsführer der Wildland-Stiftung Bayern mit Sitz bei München. - Foto: Blachnik

 


Wie auch aus anderen Untersuchungen bekannt, stellte er fest, wo sich Haselhühner besonders wohl fühlen: Aufgrund ihres großen Deckungsbedarfs bevorzugen sie Wälder mit dichter Kraut-und Strauchschicht. Ebenso Bestände mit Weichlaubhölzern wie Birke, Weiden, Vogelbeere und Erle. Ideal sei ein Waldbodenbewuchs von 40 bis 60 Zentimetern Höhe. Speziell die Heidelbeere mögen Haselhühner, zur Deckung und als Nahrungsquelle. Ein weiteres Bedürfnis des Wildhuhns ist das Sandbaden. Hierzu nützt es umgestürzte Wurzelteller oder sandige Wegböschungen.

 

 

 

Siano hat bereits die Maßnahmen angesprochen, mit denen der einzelne Waldbauer das Haselhuhn fördern kann: indem er Haselhuhn-Habitate, so der ökologische Fachbegriff, im Wald belässt oder schafft. Außerdem müssten Waldfragmente über Feldgehölze miteinander verbunden werden. Um die Verbreitungsgebiete im südlichen Bayerischen Wald und in den Hochlagen des Bayer- und Böh-merwaldes miteinander zu verbinden, könnte am ehesten ein Korridor entlang der bayerisch-österreichischen Grenze geschaffen werden. Denn auch im Mühl-, und Waldviertel werden Haselhühner beobachtet.

 

 

 

 

 

Franz Konrad Stadler, Bezirksjägermeister von Schärding, berichtete, dass in Österreich auch im Kößlbach südlich der Donau Haselhühner festgestellt wurden. Die Leiterin des Staatsforstbetriebs Neureichenau, Gudula Lermer, regte an, aus dem Haselhuhn-Monitoring ein Interreg-Projekt zu machen, um Fördergelder abzuschöpfen. Ihr Vorgänger Michael Held sah ein länderübergreifendes Projekt für die drei Rauhfußhühner Auer-, Birk¬und Haselhuhn erstrebenswert. Dagegen plädierte Eric Imm von der Wildland-Stiftung Bayern dafür, den Fokus auf dem Haselhuhn zu belassen. Er ver-spricht sich am meisten von einer Beratung durch die Förster. Dafür zeigte sich Forstdirektor Johann Gaisbauer aufgeschlossen. Der erachtet es außerdem als sinnvoll, die Bestandserhebung des Haselhuhns für den gesamten Landkreis Freyung-Grafenau zu ergänzen.

 

Eric Imm regte an, in den Arbeitskreis die Waldbauernvereinigungen aufzunehmen.. Bisher sind neben der Jagdverbands-Kreisgruppe Wegscheid die Wildland-Stiftung, der Forstbetrieb Neureichenau, das Forst-amt Passau-Rotthalmünster, die Untere Naturschutzbehörde, das Haus am Strom und die Gebietsbetreuung der Donauleiten vertreten.

 

Schulung unserer Jäger zur Haselhuhnkartierung vom 12.Juni 2015

 im Haus am Strom und im Revier Kasberg.

 


Informationen zum Treffen des internationalen AK-Rauhfußhühner im Otterhaus Bayern in Mauth am 09.03.2016

 

Stephan Süß vom AK-Haselhuhn und 2. Vorsitzender der BJV-KG Wegscheider Land stellte das Haselhuhn-Monitoring seiner KG vor. Von Seiten der Wegscheider Jägerschaft wird vermutet, dass durch einen hohen Prädatorendruck und die negative Entwicklung der Lebensräume, der Bestand rückläufig sei. Der Forstbetrieb Neureichenau war Vorläufer, welcher ein Monitoring in Auftrag gab und hierbei 2-4 Individuen/100ha bestätigt werden konnten. Der Herbstbestand könne jedoch um bis zu rd. 3,8 mal höher sein. Zur Vorgehensweise beim Monitoring: Erster Schritt war die Gründung eines Arbeitskreises mit Vertretern der Wildland-Stiftung Bayern, UNB Passau, Forstbetrieb Neureichenau, AELF- Passau, Haus am Strom und ein Beauftragter der Donauleiten sowie der 1. und 2. Vorsitzende der BJV KG-Wegscheid und deren Naturschutzbeauftragter. Alle AK-Teilnehmer koordinieren den gesamten Ablauf.Im Frühjahr 2015 wurden interessierte Jäger/-innen von einem Experten hinsichtlich des Erkennens von Haselwildvorkommen geschult, um spezielles Wissen zur Biologie, Habitat- ansprüche usw. zu erlangen. Anschließend wurden Beobachtungskarten an alle Mitglieder versendet. Bis Dezember 2015 konnten direkte Nachweise wie Sichtungen, Gesang usw. oder indirekte Nachweise wie Federn, Losung usw. gesammelt werden. Die bis dahin eingegangenen Meldungen wurden von ihm auf einer Karte den Teilnehmern am Int. AK "Raufußhühner" aufgezeigt. Als nächster Schritt erfolgt die Überprüfung sämtlicher Meldungen und die genaue Kartierung durch Dr. Ralf Siano (Büro für Naturschutz und Forstplanung) an der Uni Dresden. Die Vorgehensweise erfolgt basierend auf den Meldungen aus der Jägerschaft, unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten wie z.B. zusammenhängende Waldgebiete usw. Hierzu werden von Dr. Siano bestimmte Transekte/Routen festgelegt und z.B. auch eine Lockpfeife eingesetzt. Auch werden indirekte Nachweise wie Huderplätze usw. aufgenom- men. Zusätzlich werden an jedem Nachweispunkt entlang der Routen sog. Lebensraum- parameter erhoben, die sich an den Habitatanforderungen orientieren. Ein Ergebnis wird bis zum Ende des Jahres 2016 erwartet. Man erhofft sich einen Überblick über die Bestands- situation, das Verbreitungsgebiet sowie eine verwertbare Kartierung zu erhalten. Durch das Monitoring erwartet sich die KG zudem, eine Einschätzung aufgrund der gesammelten Daten zur Habitatwahl und zu lebensraumverbessernden Maßnahmen zu erhalten. Desweiteren möchte die KG einen Beitrag zur Stabilisierung der Population beitragen und die Jägerschaft sowie die Öffentlichkeit auf diese interessante Wildart aufmerksam machen.Herrn Süß würde es sehr freuen, wenn er nach Abschluss des Projektes hier im Otterhaus Bayern eine Abschlusspräsentation aufzeigen könnte. Dies wurde selbstverständlich in Aussicht gestellt und befürwortet. In diesem Monitoring werden Daten von der Donau bis in die Hochlagen des Dreisessels erhoben. So konnte beispielsweise durch die Jägerschaft auch nachgewiesen werden, dass sich in den Donauleiten Haselwild befinde. Lt. Auskunft des Leiters am AELF-Passau kann nach Abschluss des Monitorings zielgerichtet die Forstwirtschaft z.B. die Waldbesitzer beraten werden, um entsprechend auch waldbaulich auf das Haselwild zu reagieren. 



 

Wegscheider Jägerschaft kartiert Haselhuhnvorkommen

 

Im Frühjahr gab es eine erfolgreiche Ausstellung über Hühnervögel mit dem Schwerpunkt Haselhuhn im Haus am Strom. Nun folgt der nächste Schritt.Ab diesem September wird ein Monitoring über das Haselhuhnvorkommen im Wegscheider Land anlaufen. Dafür ist eine revierweise Kartierung dieser heimlichen Waldvögel durch die Jäger notwendig. Unterstützt wird dieses Pilotprojekt durch die Wildlandstiftung, eine Naturschutzorganisation des Bayer. Jagdverbandes.Der Arbeitskreis Haselhuhn hat als Vorbereitung alle interessierten Jäger der Kreisgruppe Wegscheid zu einem Seminar ins Haus am Strom eingeladen. Alois Rosenberger, einer der beiden Sprecher dieses Arbeitskreises wies die zahlreichen Jäger auf eine Resolution hin, die zum Abschluss des Raufusshühner-Symposiums des Landesjagdverbandes Mitte Mai in Freyung verfasst worden ist. Darin werden die Politik, die Verwaltung im Allgemeinen, die Bayer. Staatsforsten einschließlich privater und kommunaler Waldbesitzer, die Ämter für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, der Naturschutz und die Jäger aufgefordert, gemeinsam notwendige Maßnahmen zum Erhalt und der Gestaltung des Lebensraumes für Raufusshühner zu treffen. Dass hier regional vor allem für das Haselhuhnvorkommen etwas unternommen werden kann, bekräftigte der Referent Dr. Wolfgang Scherzinger aus Berchtedesgaden. Jetzt im Ruhestand, war Dr. Scherzinger aber davor viele Jahre als Zoologe im Nationalpark Bayerischer Wald mit der Erforschung der Lebensbedingungen der  Rauh-fusshühner und auch der Eulen beschäftigt. Er schilderte in einem sehr fundierten Vortrag den über 40 anwesenden interessierten Jägern die Ansprüche dieser Waldhuhnart an den Lebensraum. Unter den Gästen waren auch drei Förster des AELF Passau mit dem Bereichsleiter Forstdirektor Johann Gaisbauer. Nach den theoretischen Ausführungen des Referenten im Haus am Strom folgte eine Exkursionin das Revier Kasberg. Scherzinger zeigte in praktischen Beispielen, welche oft sehr kleinflächigen Details in den Lebensräumen der Haselhühner wichtig sind und dann ein erfolgreiches Bestätigen dieser Art ermöglichen. So zum Beispiel sind Wurzelteller geworfener Bäume lebenswichtige Requisiten für das Haselwild. Sie bieten trockene Sandplätze als Huderstellen, Unterschlupfe zum Brüten und Aussichtspunkte zum Sichern. Auch Wegeränder mit niedriger Vegetation lieben besonders die Hennen, wenn sie die winzig kleinen Küken führen. Liegengebliebenes Astmaterial, Baumstöcke, Dickungen mit Vogelbeere, Weide, Holunder bilden weitere Bestandteile für das Vorkommen der kleinsten Rauhfusshuhnart im Bayerischen Wald.Forstdirektor Johann Gaisbauer als weiterer Sprecher des Arbeitskreises Haselhuhn bedankte sich beim Referenten für seine fachliche Unterstützung und vor allem bei den Wegscheider Jägern für Ihr Interesse an diesem Projekt.

"Ende April/Anfang Mai wurde eine Kartierung durchgeführt durch den Biologen Dr. Siano, Dresden. Dabei konnte Haselwild im gesamten Bereich des Wegscheider Landes zweifelsfrei nachgewiesen werden, jedoch würde sich eine geringe Bestandsdichte abzeichnen. Die Ergebnisse des Monitorings werden im Frühjahr  2017 im  Rahmen einer  Sitzung des Arbeitskreises Haselhuhn durch den  Biologen Dr. Siano präsentiert und mögliche Lebensraum-Verbesserungen besprochen.