BJV Aktuell


BJV-Infobrief_2017_August_3

Die SVLFG verschickt wieder Beitragsbescheide – legen Sie rechtzeitig Widerspruch ein!

Im August wurden von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wieder Beitragsbescheide verschickt. Wir raten Ihnen dringend, innerhalb der vorgegebenen Frist von vier Wochen dagegen Widerspruch einzulegen.

Der Bayerische Jagdverband hat in erster Instanz einen Musterprozess gegen die SVLFG vor dem Sozialgericht Landshut gewonnen. Die teils enormen Beitragssteigerungen durch die Umstellung der Beitragsberechnungsgrundlage vom Jagdwert auf die Jagdfläche sind nicht rechtens, stellte das Gericht fest. Seitens der SVLFG wurde jedoch bereits Berufung gegen dieses Urteil eingelegt.

Unter Angabe des Aktenzenzeichens dieses Musterprozesses S 8 U 5014/15 sollten Sie deshalb unbedingt Widerspruch gegen Ihren Beitragsbescheid einlegen. Die Begründung zum Widerspruch ist anliegend beigefügt und auf der Homepage des Bayerischen Jagdverbandes www.jagd-bayern.de abrufbar, ebenso ein Muster für die Formulierung des Widerspruchs. Wichtig: Der Beitrag ist dennoch zu bezahlen – allerdings mit dem Vermerk „unter Vorbehalt“. Grundsätzlich ist gegen jeden Beitragsbescheid erneut Widerspruch einzulegen.

Bei Fragen wenden Sie sich an die BJV-Geschäftsstelle, Frau Anita Weimann, Tel.: 089 – 990 234 54, Email: anita.weimann@jagd-bayern.de

 

 

Unregelmäßigkeiten bei der Sozialwahl – jetzt Klage unterstützen

 

Viele Jagdpächter haben keine Fragebögen erhalten, konnten sich deshalb nicht für die Sozialwahl registrieren und somit auch nicht an der Sozialwahl teilnehmen. Andere wiederum haben Fragebögen ausgefüllt und fristgerecht zurückgeschickt, aber trotzdem keine Wahlunterlagen erhalten.

Durch diese Unregelmäßigkeiten sind viele Stimmen für die Liste 11, die „Jagdliste“, verloren gegangen. Die fünf Listenvertreter des Bayerischen Jagdverbandes, BJV-Vizepräsident Enno Piening, BJV-Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch, Andreas Ruepp, Beisitzer im BJV-Präsidium, BJV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Reddemann und der erste Vorsitzende des Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverbands München e.V., Achim von Draminski erhielten deshalb keinen Sitz in der Vertreterversammlung der SVLFG.

Aus diesem Grund fechten BJV und DJV die Sozialwahl mit einer Klage an. Dazu bitten wir Sie,  nebenstehende eidesstattliche Versicherung auszufüllen und bis spätestens 15. September 2017 im Original an den BJV zurückzusenden.

 

Folgende Hinweise sind beim Ausfüllen zu beachten:

 

• Die eidesstattliche Versicherung muss sorgfältig durchgelesen werden. Die fahrlässige Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung ist strafbar.

• Bitte streichen Sie in der vorbereiteten Erklärung die Passagen deutlich an, die auf Sie zutreffen (z.B. Eigenjagdbesitzer, Jagdpächter oder Ehepartner), und geben Sie bitte die Namen der

Jagdbezirke sowie Ihre eigenen persönlichen Daten leserlich an.

• Die Versicherung muss handschriftlich unterzeichnet werden und im Original per Post eingeschickt werden. Damit für Sie keine Kosten entstehen, senden wir Ihnen gerne ein vorfrankiertes Rücksendekuvert zu.

• Eine Rücksendung per Fax oder Email ist nicht ausreichend!

• Informationen zum Ausfüllen der eidesstattlichen Versicherung erhalten Sie bei der BJV-Geschäftsstelle, Frau Anita Weimann, Tel.:089 – 990 234 54, Email: anita.weimann@jagd-bayern.de

 

Bitte senden Sie die eidesstattliche Versicherung so schnell wie möglich,

aber spätestens bis 29. September 2017, an folgende Postadresse:

 

Bayerischer Jagdverband

z. H. Frau Anita Weimann

Stichwort: Anfechtung der Sozialwahl 2017

Hohenlindner Str. 12

85622 Feldkirchen

 

Die entsprechenden Vorlagen finden sie hier ..


Untenstehend die Widerspruchsvorlage als Download

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Afrikanische Schweinepest: Bayerischer Jagdverband, Staatsministerium für

Umwelt und Verbraucherschutz und Bayerischer  Bauernverband bilden Allianz der Verantwortlichen

 

 

· BJV bestärkt bestehendes Maßnahmenpaket „Schwarzwild“

 · Forderung nach staatlicher Übernahme von Gebühren

 · Mithilfe der Jägerschaft – Amtliche Untersuchung von Fallwild – ASP- Monitoring als „Frühwarnsystem“

 · Notwendige Sicherheitsvorkehrungen zwingend einhalten!

 · Tschechisch-Bayerische Expertentagung in Mauth

 

 

München, 14.Juli 2017 – Aus dem Osten Tschechiens (250 km südöstlich von Prag und 80 km von der österreichischen Grenze entfernt) wurde vor zwei Wochen ein Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen gemeldet. Mittlerweile sind mindestens 10 weitere Fälle dort bestätigt. Um eine mögliche Einschleppung der Schweineseuche in Deutschland in die Wildschwein- und Nutzschweinpopulation zu verhindern, stehen eine Allianz der Verantwortlichen – bestehend dem Bayerischen Jagdverband (BJV), Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bayerischen Bauernverband – in engem Austausch miteinander. Dabei empfiehlt das Umweltministerium an bestehenden Sicherheitsvorkehrungen (siehe unten) festzuhalten. Der Bayerische Jagdverband bestärkt zudem seine Mitglieder bei der Umsetzung des erfolgreichen Maßnahmenpakets zur Regulierung der Wildscheine und fordert eine staatliche Kostenübernahme von anfallenden Gebühren.

 

BJV bestärkt bestehendes Maßnahmenpaket „Schwarzwild“

 

Seit Jahren informiert der BJV seine Mitglieder und fordert sie auf, die Schwarzwildjagd entsprechend dem geschnürten Maßnahmenpaket zu intensivieren. Die erzielten Rekordstrecken der letzten Jahre sind der „Lohn“ harter Arbeit. Für die Erleichterung der Bejagung hat der BJV zudem das digitale Erfassungssystem BJVdigital (www.bjvdigital.de) etabliert, über das die Revierinhaber Informationen über Vorkommen und Schäden erhalten sowie Erlegungsdaten abrufen können.

Damit kann die Schwarzwildbejagung noch effektiver gestaltet werden.

 

Forderung nach staatlicher Übernähme von Gebühren

 

Der BJV fordert in diesem Zusammenhang zum wiederholten Male die staatliche Übernahme von anfallenden Gebühren im Zusammenhang mit der Schwarzwildbejagung. Dr. Günther Baumer, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes und Amtstierarzt a.D.: „Eine Kostenübernahme bei der Trichinenuntersuchung, der Konfiskatentsorgung sowie bei der Verkehrssicherung im Rahmen von revierübergreifenden Drückjagden ist zwingend notwendig, um die Motivation der Jägerinnen und Jäger aufrecht zu erhalten.“ Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz kündigt eine Prüfung dieser Forderungen aus gegebenem Anlass an.

 

Mithilfe der Jägerschaft – Amtliche Untersuchung von Fallwild – ASP- Monitoring als „Frühwarnsystem“

 

Die Jägerschaft ist aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und geeignete Proben (Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) amtlich untersuchen zu lassen. Der Bayerische Jagdverband appelliert daher an die Jägerinnen und Jäger, in Alarmbereitschaft zu sein und Auffälligkeiten im eigenen Revier unverzüglich dem Veterinäramt mitzuteilen. Das bestehende ASP- Monitoring, das seit 2014 mit Hilfe der Bayerischen Jägerinnen und Jäger durchgeführt wird, soll als „Frühwarnsystem“ fungieren und möglichweise aufgrund der aktuellen Lage im gesamten Freistaat ausgeweitet werden.

 

Notwendige Sicherheitsvorkehrungen zwingend einhalten!

 

Schweinehalter sind aufgerufen, besondere Vorsicht walten zu lassen und die Regeln guter Betriebshygiene unbedingt einzuhalten. Aber auch Touristen können dazu beitragen, dass die Krankheit nicht eingeschleppt wird. Für Reisende wird eine in 2014 initiierte viersprachige Plakatierung an Tankstellen, Raststätten und Autobahnparkplätzen weiter fortgeführt. Außerdem werden Transporteure von Tieren und Fleisch verstärkt auf die strikte Einhaltung der Reinigung und Desinfektion der Fahrzeuge sowie Saisonarbeitskräfte auf die ordnungsgemäße Entsorgung von mitgebrachten Lebensmitteln hingewiesen.

 

Tschechisch-Bayerische Expertentagung in Mauth

 

Der Bayerische Jagdverband arbeitet im Rahmen seines Interreg-Projektes bereits seit vielen Jahren eng mit den tschechischen Partnern zusammen. Zum Thema

„Afrikanische Schweinepest“ wird in Kürze eine Expertentagung mit dem böhmisch- mährischen Jagdverband und bayerischen und tschechischen Veterinären in der BJV-Außenstelle Mauth tagen.

 

 Dachsranz: Schaurige Laute und stürmisches Liebesspiel

 

 

Der Dachs hat ab Juli einen Höhepunkt seiner Ranzzeit. Lebt Meister Grimbart sonst eher zurückgezogen in seinem Bau, macht er jetzt mit schaurigen Schreien auf sich aufmerksam.

 

 

München, 17. Juli 2017 – Während die meisten unserer heimischen Wildtiere an heißen und schwülen Hochsommertagen ruhige, schattige Plätze aufsuchen, und ihre Bewegung und Aktivitäten nur auf das aller nötigste reduzieren, ist für den Dachs jetzt eine Hochphase der Ranz.

 

Zwar können sich die Marder, zu denen der Dachs zählt, das ganze Jahr über fortpflanzen, gerade die jungen Weibchen aber werden jetzt im Hochsommer ranzig, also paarungsbereit.

 

 

Stürmisches Liebesspiel und Eiruhe

 

 

Der größte Vertreter unserer heimischen Marderartigen macht in der Ranzzeit gerne auf sich aufmerksam, indem er schaurige Laute und Schreie von sich gibt, die an „Kindergeschrei“ erinnern. Sie begleiten sein stürmisches Liebesspiel, bei dem vor der Paarung ein regelrechter „Brautkampf“ ausgetragen wird. Ihre Paarungsbereitschaft signalisiert die Fähe, das weibliche Tier, dann mit einem Kreiseltanz, worauf der Rüde, das männliche Tier, sie nach Marderart mit einem rabiaten Nackenbiss packt.

 

Egal, ob eine Fähe im Frühjahr oder jetzt im Hochsommer befruchtet wird – das Werfen der Jungen findet im Februar oder März statt. Thomas Schreder, Diplom Biologe und für den Naturschutz im BJV Präsidium zuständig: „Der Grund hierfür ist eine Art Eiruhe, also eine verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle in die

Gebärmutterwand. Sie kann die Tragzeit um bis zu zehn Monate verlängern, während sie regulär nur etwa 60 Tage dauert. Eine ähnliche Strategie verfolgen unsere Rehe. Auch deren Fortpflanzungszeit, die Brunft, ist jetzt im Sommer und auch die Rehe durchlaufen in ihrer Entwicklung eine Art Eiruhe, damit die jungen Rehe dann im Frühsommer gesetzt werden.“

 

 

 

Die Jungtiere der Dachse sind zunächst rein weiß behaart und blind und werden bis zu vier Monate lang im Bau gesäugt. Um sie in der Dunkelheit gut zu finden, markiert die Fähe sie mit ihrer Stinkdrüse. Erst im Alter von ungefähr zwei Monaten verlassen die Jungen im Frühsommer erstmals den Bau.

 

 

 

 

 

„Markierte Reviergrenzen“ und soziale Familienclans im Generationenbau

 

 

 

 

 

Erwachsene Jungtiere legen sich feste Reviere zu, deren Grenzen durch ein System von Markierungsstellen abgegrenzt und mit Revierkämpfen verteidigt werden. Die Größe eines Reviers hängt dabei vom Nahrungsangebot ab – wo ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorhanden ist, können sich soziale Gruppen bilden oder Familienclans zusammen leben. Dachse führen ein sehr intensives Familienleben. Ein Dachsbau kann über Jahrzehnte genutzt werden. In einem Bau lebt ein Paar lebenslang zusammen.

 

Rehbrunft: Erhöhte Unfallgefahr während der Rehbrunft – BJV appelliert an Autofahrer zur Vorsicht

 

Von der zweiten Julihälfte bis Mitte August hat das Rehwild seine Paarungszeit, die Brunft. In dieser Zeit treibt der Rehbock unermüdlich die Geiß – auch über Straßen.

  • Der BJV appelliert Autofahrer zur Vorsicht
  • Richtiges Verhalten bei Wildunfällen – Wildunfall-Flyer des BJV

Hauzenberg , 03. Juli 2017 – Während die meisten Wildtiere ihre eigenen speziellen Strategien entwickelt haben, um die sommerliche Hitze wohlbehalten zu überstehen, hat das Rehwild bei hochsommerlichen Temperaturen seine Brunft und ist besonders aktiv. Der Bock treibt dabei die brunftige Geiß, die mit der Absonderung von Duftstoffen ihre Paarungsbereitschaft signalisiert, über Wald und Feld und liefert sich mit Rivalen Kämpfe und Verfolgungsjagden.

Der BJV appelliert an Autofahrer zur Vorsicht

Da „Liebe bekanntlich blind macht“ – oder besser gesagt, die Tiere völlig hormongesteuert sind – kann es vermehrt zu Überquerungen von Straßen und Verkehrswegen und somit zu Wildunfällen kommen. Gerade zu Stoßzeiten und im dichten Berufsverkehr ist die Gefahr besonders hoch: In den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung sind die Tiere besonders aktiv. Die Jägerschaft Wegscheider-Land appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer: „Fahren Sie auch in Ihrem eigenen Interesse besonders vorsichtig. Speziell bei Fahrten durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen hohen Ackerbaukulturen wie Maisfelder kann unvermittelt Rehwild auf der Straße auftauchen. Behalten Sie daher auch immer den Fahrbahnrand im Auge und seien Sie stets bremsbereit. Ein Reh kommt zur Zeit der Brunft selten allein. Meist folgt der Geiß ein Bock. Taucht auf der Fahrbahn ein Reh auf, sollte gegebenenfalls sofort abgeblendet und kontrolliert gebremst werden. Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, muss das Lenkrad unbedingt gerade gehalten werden – keinesfalls sollten unkontrollierte Ausweichmanöver versucht werden.“

 

Richtiges Verhalten bei Wildunfällen

 

Mit diesen Informationen  informiert der BJV alle Verkehrsteilnehmer, wie sich Wildunfälle vermeiden lassen und wie man richtig reagiert, wenn ein Zusammenstoß unvermeidbar ist. Dazu zählen auch die korrekte Angabe des Unfallortes mit Hilfe des Navigationsgerätes, einem GPS-Handy oder Straßenmarkierungen sowie das Erfassen der Bedeutung von Stationszeichen am Straßenrand, was vielen Autofahrern nicht geläufig ist.

  • Die goldene Regel zum korrekten Verhalten lautet: Ruhe bewahren! Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, legen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Personenschutz geht vor!
  • Verletze Tiere dürfen keinesfalls angefasst werden. Wurde das Wild durch den Zusammenstoß getötet, sollte man es nach Möglichkeit mit Schutzhandschuhen von der Fahrbahn an den Rand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden.
  • Das getötete Wild darf keinesfalls mitgenommen werden, da es sich dabei um den Tatbestand der Wilderei handeln würde.
  • Auch wenn das Wild nach der Kollision scheinbar unversehrt weiter läuft, ist es meist schwer verletzt und geht jämmerlich zu Grunde. Daher muss ein Wildunfall nach dem Bayerischen Jagdgesetz in jedem Fall unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdpächter, der sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem verletzten Wild macht. Nur so kann das leidende Tier vom zuständigen Jäger erlöst werden.
  • Im Übrigen übernehmen die Versicherungen den Schaden nur dann, wenn der Wildunfall von der Polizei bestätigt wird.

 

Mahd: Mähmaschinen sind große Gefahr für Jungwild

 BJV appelliert an Verantwortungsbewusstsein der Landwirte

 

 

Unsere Natur wird jedes Frühjahr zur Kinderstube. Von Mai bis Juni, wenn die Rehkitze gesetzt werden, erreicht die Brut- und Setzzeit ihren Höhepunkt. Gleichzeitig sind Mähmaschinen eine große Gefahr für Jungwild.

 

 

Wiesenmahd als Todesfalle – Verantwortung für Wildtiere

Jäger aktiv in der Kitzrettung

 

 

Randstreifen sind Lebensräume – später Schnittzeitpunkt kann Leben retten!

  

München, 04. Mai 2017 

Wenn die Wiesen schnittreif werden, wächst dieGefahr für Rehkitze und Bodenbrüter, Opfer der ersten Wiesenmahd zu werden.Die Ursache: Der günstigste Mahdtermin in der Futterwirtschaft fällt in denZeitraum der Jungenaufzucht zahlreicher Wildtierarten. Bayerische Jägerinnenund Jäger appellieren daher an Landwirte zur Zusammenarbeit, um Jungwild vordem sicheren Mähtod zu retten.

 

 

BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke fordert: „Jeder Landwirt ist dazu verpflichtet, vor der Mahd seiner Wiese sicherzustellen, dass sich kein Wirbeltier in dieser befindet. Jägerinnen und Jäger helfen ihnen dabei. Es gibt viele Möglichkeiten, die Jungtiere zu schützen, zum Beispiel wenn Mahdtermine rechtzeitig, sprich 24 Stunden vor der Mahd, dem Jagdpächter gemeldet werden, damit dieser die Wiesen nach Kitzen absuchen oder Wildscheuchen aufzustellen kann. Aber auch der Landwirt selbst kann mit der richtigen Mähstrategie, von innen nach außen, zur Rettung der Wildtiere beitragen.“ Junge Feldhasen und Rehe haben gegenüber ihren Fressfeinden eine besondere Strategie entwickelt: wenn Gefahr droht, fliehen sie nicht, sondern ducken sich und verharren still, um nicht entdeckt oder aufgespürt zu werden. Dieses regungslose Verharren als Schutzstrategie wird den Jungtieren bei der Wiesenmahd mit schnellen und breiten Maschinen allerdings zur Todesfalle.

 

Jäger aktiv bei Kitzrettung

 

Jägerinnen und Jäger leisten jährlich freiwillig zahlreiche Stunden bei der Kitzrettung.Durch ihr großes ehrenamtliches und finanzielles Engagement sei es beim Absuchen von Wiesen, Aufstellen von Wildscheuchen oder Anbringen von verschiedenen Kitzrettern können jedes Frühjahr tausende Rehkitze gerettet werden. Dabei benötigen sie aber dringend die Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort. Ein vielversprechender Lösungsansatz ist hier beispielsweise die Kitzrettung aus der Luft mit Infrarottechnik und Multicoptern, bei der sich der Bayerische Jagdverband seit Jahren aktiv engagiert.

 

Randstreifen sind Lebensräume – später Schnittzeitpunkt kann Leben retten!

 

Neben den Futterwiesen werden im Frühjahr auch häufig Weg- oder Feldrandstreifen gemäht. Dabei ist hier – anders als bei der Wiesenmahd zur Futtergewinnung –ein früher Schnittzeitpunkt nicht notwendig. Mit praxisrelevanten Mähmethoden können Wildtierverluste drastisch gesenkt werden. Ein entscheidender Einflussfaktor ist dabei beispielsweise die Schnitthöhe. Je höher derSchnitt, desto geringer sind Verluste bei sich drückenden Tieren und Bodenbrütern. Den größten Einfluss hat allerdings der Schnittzeitpunkt. Je später der Mahdtermin, desto geringer sind die Verluste.

 

Hintergrundinformation

So geht’s : Hinweise für den Landwirt

 

Um Wildtierverluste durch Mahd und Bewirtschaftung möglichst zu verhindern, empfiehlt der BJV folgende Maßnahmen: Vorsorge: Melden des Mahdtermins 24 Stunden vorAnrücken der Mähwerke. Nur dann hat der Jagdpächter die Möglichkeit,Wildscheuchen, sogenannte „Kitzretter“ aufzustellen und Wiesen nach Rehkitzen abzusuchen, um sie aus der Wiese zu tragen. Achtung: Jungtiere nicht anfassen!

Schnittzeitpunkt: späte Schnitte, im Idealfall ab Mitte Juli,vermindern die Verluste von Wildtieren in der Brut- und Setzzeit, beziehungsweiseder Aufzuchtphase. Hierbei können der Landwirte für später Schnittzeitpunkte Förderungen über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm erhalten.

Schnitthöhe: je höher der Schnitt, desto geringer sind Verluste bei sich drückenden Tieren und Bodenbrütern.

Mahdstrategie: Mähen von Wiesen in Teilstücken,Randstreifen möglichst ungemäht lassen.

Mahdrichtung: Mahd der Wiese von „innen nach außen“ bietet ausgewachsenen Wildtieren die Möglichkeit zur Flucht.

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.jagd-bayern.de

 

Wasserstoffperoxid: Zusammenarbeit BJV und CSU – Dringlichkeitsantrag gestellt

 

 

Die Vorlage von Trophäen des männlichen Schalenwildes ist bei den Hege­schauen in Bayern verpflichtend vorgeschrieben. Der Bayerische Jagdverband bekennt sich ein­deutig zu dieser Vorschrift und fordert, dass für die ordnungs­gemäße, hygiene­rechtlich einwandfreie und auch optisch optimale Präparation weiter Wasser­stoff­­peroxidlösungen mit einer Konzentration von 30% für die bayerischen Jägerinnen und Jäger erwerbbar bleiben.

 

Die Europäische Union hat zur Abwehr vor Terrorakten den Verkauf von mehr als 12% Wasserstoffperoxid­lösung verboten. Bundesweit wurde die GefStoffV (Gefahrenstoff­verordnung) dahingehend verschärft, dass nur noch Gewerbe­schein­inhaber, Berufsjäger oder Förster die 30% Lösung erwerben dürfen.

 

Der Bayerische Jagdverband bittet die Bayerische Staatsregierung dringend, einen Weg zu finden, dass in Bayern weiter die Nutzung der bisherig üblichen 30%igen Lösung auch für die private Jägerschaft möglich sein kann.
Uns allen ist die Abwehr von Terroranschlägen wichtig und ein besonderes Anliegen. Durch die Beschränkung des Zugangs von Jägern zu 30% Wasser­stoff­peroxidlösung wird dieses Ziel aber nicht erreicht. Kein Attentäter wird sich in einer Apotheke, nach Abgabe seiner persönlichen Daten, Bestandteile für eine Bombe kaufen. Die private Jägerschaft wird regelmäßig bei der Erteilung des Jagdscheines in den Landratsämtern auf Ihre Zuverlässigkeit hin überprüft, daher geht die Änderung der GefStoffV völlig in die falsche Richtung.

 

Dank an die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, die dieses Thema aufgegriffen hat.


Kleines Tier, große Gefahr: Jetzt an Zeckenschutzimpfung denken!

 

 

Zecken: Staatsministerin Huml ruft zu FSME-Schutzimpfung auf – BJV weist auf Notwen­digkeit der Impfung und Krankheits­gefahr hin.Im Wald da sind die Räuber… und die Blut­sauger: Von April bis Oktober ist Hoch­saison der Zecken. Eine Impfung ist daher für aktive Natur­nutzer uner­lässlich.

 

 

Von April bis Oktober ist Hochsaison für Zecken. Daher ist es unerlässlich, sich vor der wachsenden Infektionsgefahr durch Zecken zu schützen.

 

 

Hochsaison für Zecken

 

BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke: „Ich unterstütze ausdrücklich den Aufruf der Staatsministerin Melanie Huml, MdL, zur FSME-Schutzimpfung. Gerade für aktive Naturnutzer wie uns Jägerinnen und Jäger ist es unerlässlich, sich impfen zu lassen oder alte Impfungen aufzufrischen.“

 

 

Krankheitsüberträger Zecke: FSME und Borreliose

 

Seit dem Jahr 2001 gibt es eine Meldepflicht für FSME, der Frühsommer-Menin­goen­zephalitis. Immer mehr Regionen in Bayern wurden seit dem zum FSME-Risiko­gebiet erklärt: 83 von 96 bayerischen Landkreises und kreisfreien Städten zählen laut dem Bayerischen Staats­ministerin für Gesundheit und Pflege dazu. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 159 FSME-Fälle in Bayern registriert. Ministerin Huml warnt: „FSME ist keine Lappalie. Denn die Folge können Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark sein. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung schwer verlaufen. Von den 159 FSME-Fällen aus dem vergangenen Jahr mussten 134 (84 Prozent) im Kranken­haus behandelt werden. Ein Mensch ist sogar an der FSME gestorben."


Auch die gefährliche Infektionskrankheit Borreliose kann durch einen Zecken­stich übertragen werden. Bei ihr kann es auch Wochen bis Monate nach dem Stich noch zu schmerzhaften Nerven- und Hirnhaut­entzündungen kommen. Seit Beginn der Meldepflicht am 1. März 2013 wurden dem Landesamt für Gesund­heit und Lebens­mittel­sicherheit (LGL) über 16.000 Fälle von der sogenannten Lyme-Borreliose gemeldet. Im Jahr 2017 wurden bislang bereits 160 Fälle gemel­det. Anders als bei FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung. Im Falle einer Infektion kann sie aber gut mit Antibiotika therapiert werden.

 

 

So können Sie sich und Ihre Vierbeiner schützen

 

"Egal ob in der Mittagspause im Park, während der Rast beim Wandern oder als Jäger im Revier: keinesfalls direkt auf den Boden legen oder setzen! Zecken fallen nicht von Bäumen oder Sträuchern, sie sind eher faul und lassen sich von der Vegetation abstreifen. Das bedeutet, wenn Sie die Socken über die Hosen­beine ziehen oder Gummistiefel tragen, wird es den Zecken schwerer gemacht, an die Haut zu gelangen und eine Einstichstelle zu finden. Ist es passiert, hilft schnelles, richtiges Entfernen. Zumindest wird so meist eine Infektion mit den gefürchteten Borrelien verhindert. Nicht nur Menschen, auch Hunde können von Zecken­übertragenen Krankheiten betroffen sein. Deshalb: Schützen Sie nicht nur sich, sondern auch Ihre Vierbeiner durch Prophylaxe! Neben dem regelmäßigen Absuchen des Tierkörpers helfen hier sogenannte Spot-On-Präparate“, so Prof. Vocke.
Zudem ist nach einem ausgiebigem Aufenthalt im Grünen ein Absuchen von Kindern sowie sich selbst zwingend notwendig: Sollten Sie dabei eine Zecke finden, entfernen Sie diese vorsichtig mit Hilfe einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Die Stichstelle sollte noch einige Wochen danach beobachtet werden. Ist diese entzündet oder bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, sollte im jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden!

 

Weitere Information finden Sie hier :  http://www.zecken.bayern.de/

 

 Der Kalender zeigt Frühling an – Die Natur erwacht

 

 

Wenn die Temperaturen in die Höhe steigen und die Tage langsam wieder länger werden, bekommen Natur und Wild „Frühlingsgefühle“.

 

 

Jagd ist angewandter Naturschutz – Pflege von Lebensraum

 

 

Hauzenberg,16.03.2017

Im März werden die ersten Jungtiere bei Wildschwein und Dachs geboren und auch bei den Feldhasen werden schon das erste Mal im Jahr die Junghasen gesetzt. Einige Vogelarten, wie Fasan und Rebhuhn oder auch die Stockenten, sind mit der Balz beschäftigt und das endlich sprießende Grün lockt nun Reh, Hirsch und Hase aus dem Schutz der Deckung hinaus in die Feldflur: Das Stoffwechseltief vom Winter ist in weiten Teilen Bayerns überwunden.

Heißhunger, Wildunfälle und „neue Gewänder“

 

Heißhunger treibt die Tiere auf der Suche nach Nahrung leider auch allzu oft über die Straßen. Wenn durch die anstehende Zeitumstellung die Zeit für die Futtersuche auch noch mit dem morgendlichen Berufsverkehr zusammen fällt, steigt das Risiko für Wildunfälle deutlich an.

 

Die Jägerschaft Wegscheider-Land.e.V bittet daher alle Autofahrer um erhöhte Vorsicht, vor allem an Straßenrändern in Waldungen und in Bereichen, wo der Wald und das angrenzende Feld durch eine Straße getrennt sind.

 

Die Zeit des „Erwachens“ ist für viele Wildtierarten auch mit einem Haar- bzw. Federwechsel verbunden. Die dicken „Winterklamotten“ werden ab- und ein leichteres Haarkleid angelegt, alte Federn durch neue ersetzt. Das funktioniert bei Wildtieren genauso wie bei unseren Haustieren.

 

Der Wechsel vom Winterhaar zum roten Sommerhaar beim Rehwild, das „Verfärben“, beginnt. Der Hauptauslöser für das Abhaaren im Frühling ist die zunehmende Tageslichtlänge. Das Haar fällt büschelweise aus, so dass die Rehe in diesem Zustand recht „mitgenommen“ aussehen. Die Tiere sind aber nicht etwa krank, sondern folgen zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, diesem biologischen Rhythmus.Der Wechsel beginnt am Haupt und zieht sich von dort nach hinten und unten fort und dauert bei gesunden Tieren ca. 4-6 Wochen. Rehe bilden aber das ganze Jahr hindurch neues Haar und ersetzen so ausfallende, alte Haare. Zudem kann man das Rehwild jetzt noch in sogenannten Sprüngen zusammen stehen sehen bevor sie in wenigen Wochen wieder ihre eigenen Wege gehen.

 

Jagd ist angewandter Naturschutz – Pflege von Lebensraum

 

„Jetzt erwacht die Natur aus dem Winterschlaf, und es wird Zeit, neue Lebensräume, das heißt, wertvolle Deckungs,- Äsungs- und Blühflächen für die heimische Tierwelt zu schaffen und bestehende zu pflegen“, so die Jägerschaft Wegscheider-Land.e.V. „Gerade zu dieser Jahreszeit zeigt sich deutlich, dass ein Schwerpunkt der Aufgaben des Jägers in der Hege besteht. Nun liegt es in der Verantwortung von uns Jägern, unserem Wild und anderen wildlebenden Tieren in der Kulturlandschaft, die der Mensch geschaffen hat, mit geeigneten Maßnahmen den Start in ein neues Jagdjahr zu erleichtern.“

Pressemitteilung Nr. 72 vom 8. März 2017

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

 

 

Mehr Blühendes, weniger Wildschweine Brunner ändert        Fördervorgaben für Maisfelder

(8. März 2017) München – Mit einer Änderung der Fördervorgaben will Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in Maisfeldern die Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen voranbringen. Wie der Minister in München mitteilte, müssen Landwirte die entsprechenden Flächen ab sofort nicht mehr aufwändig herausmessen, um Zuschüsse erhalten zu können.

 

„Damit befreien wir all die Betriebe von unnötiger Bürokratie, die sich gezielt für den Natur- und Artenschutz und für die Verbesserung der Wildschweinbejagung engagieren“, so Brunner. Er appellierte an die Landwirte, das Angebot besonders in Gebieten mit viel Maisanbau zu nutzen. Denn gerade hier sei es sinnvoll, die Felder mit Blühmischungen ökologisch aufzuwerten und den Jägern die Schwarzwildjagd zu erleichtern.

 

Zur förderrechtlichen Erfassung der Flächen gibt es zwei neue Nutzungscodes: „Körnermais mit Blühstreifen/Bejagungsschneisen“ und „Silomais mit Blühstreifen/Bejagungsschneisen“. Damit bleibt den Landwirten die getrennte Angabe von Teilflächen im Mehrfachantrag künftig erspart. Möglich geworden ist die Änderung, weil die EU-Kommission inzwischen toleriert, dass die Streifen der Gesamtfläche zugerechnet werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie nur einen deutlich untergeordneten Anteil des Feldes einnehmen und jährlich abgeerntet oder gepflegt werden, etwa durch Mulchen. Wenn der Anteil der Streifen 20 Prozent überschreitet oder sie als ökologische Vorrangflächen bzw. als Blühflächen im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) beantragt werden, müssen sie weiter getrennt erfasst und beantragt werden.

 

Die Antragstellung dafür läuft bereits seit 10. März und geht bis 15. Mai 2017. Landwirte können diese Maßnahmen mitbeantragen, wenn sie die Anträge für die Flächenförderung beim Landwirtschaftsamt einreichen.

 

BJV-Infobrief_2017_Februar : Themen 1 und 2

 

 

Thema 1: Entwurmungsaktion von Wild in grenznahen tschechischen Revieren in 2017

 

 

Nach Informationen des BMELV werden in der tschechischen Republik auch 2017 wieder Entwurmungsaktionen beim Wild (Alle Schalenwildarten, außer Schwarzwild, sind betroffen.) durchgeführt. Dies betrifft auch wieder die grenznahen Gebiete.

 

Als Behandlungszeitraum ist der 06.02.2017 bis 22.02.2017 angegeben.

 

Daher besteht die Möglichkeit, dass behandelte Tiere mit den entsprechenden Rückständen aus tschechischen Gebieten in Reviere auf deutscher Seite wechseln. Wir wollen darauf hinweisen, dass Jäger, die therapiertes Schalenwild als Hegeabschüsse erlegen, vor einer Vermarktung überprüfen lassen müssen, inwieweit Arzneimittelrückstände vorliegen.

 

Da erst beim erlegten Tier durch Untersuchung festgestellt werden kann, ob ein Arzneimittel aufgenommen wurde, obliegt dem Jäger als Lebensmittelunternehmer eine besondere Sorgfaltspflicht. Beachten Sie die Pflicht zur amtlichen Fleischuntersuchung im Fall von Hegeabschüssen und weisen Sie bitte den Untersucher auf die Möglichkeit der Arzneimittelaufnahme hin.

 

Lesen Sie bitte dazu das Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (BayStMUV) vom 14.02.2017 sowie eine Liste der betroffenen Bezirke, eine geographische Karte und das Anschreiben des BMEL.



Thema 2: Sachstand Geflügelpest . 

 

Schreiben von Herrn Ltd. MR Dr. Rehm, StMUV, vom 8.2.2017 Informationen zur aktuellen Lage.

BJV-Infobrief_2017_Januar_2: Thema 2

 

Notzeit: Reh- und Rotwildwildfütterungen reduzieren Verbiss – BJV fordert, Wildtiere in Notzeit nicht (ver)hungern zu lassen

 

 

 

  • Wann herrscht Notzeit?
  • Füttern ja, aber richtig!
  • Kein geteilter Artenschutz – Wild im Winter nicht hungern lassen

 

 

 

Ob eine Wildart in der vegetationsarmen Zeit Not leidet oder nicht, hängt allein vom Menschen ab. Zudem belegen wissenschaftliche Studien, dass Fütterungen in der Notzeit den Verbiss reduzieren.

 

Aber Achtung: Unsere Wildtiere sind keine „Müllschlucker“.

 

 

 

 „Das Bayerische Jagdgesetz verpflichtet nach Art. 43, Abs. 3 jeden Revierinhaber, sprich den Pächter eines Jagdreviers, „in der Notzeit für eine angemessene Wildfütterung zu sorgen“.

 

Diese Bestimmung gilt für alle Wildarten, so der Bayerische Jagdverband.

 

 

 

Wann herrscht Notzeit?

 

 

 

Früher sprach man von einer Notzeitsituation, wenn eine Gefährdung des Überlebens durchschnittlich konditionierter Stücke einer Population aufgrund anhaltender extremer Witterungssituation zu befürchten war. Diese Definition berücksichtigt allerdings weder wildbiologische Zusammenhänge, noch die Biotop-Veränderungen und Nutzungsformen der landwirtschaftlichen Flächen und ist aus tierschutzrechtlichen Gründen auch nicht hinnehmbar.

 

Heutzutage muss man viel mehr von einer von Menschen gemachten Notzeit sprechen: Notzeit ist dann gegeben, wenn der aktuelle Nahrungsbedarf trotz des winterlichen Stoffwechseltiefs nicht gedeckt werden kann, weil artgerechte Äsung fehlt oder nicht erreichbar ist. Der Begriff der Notzeit muss so definiert werden, dass er auch  die Nahrungsengpässe umfasst, die in Abhängigkeit von der landwirtschaftlichen Bodennutzung örtlich und zeitlich auftreten.

 

Das heimische Wild ist unseren winterlichen Verhältnissen relativ gut angepasst. Die winterlichen Gegebenheiten und den Nahrungsengpass, der mit einbrechender Kälte und starkem Schneefall entsteht, können Wildtiere durch eigene Überwinterungsstrategien bewältigen: Sie senken ihre Körpertemperatur in der Peripherie ab, lassen sich einschneien, beschränken ihre Bewegungen auf das Nötigste und zehren von ihren Fett- und Energiereserven. Durch Störfaktoren jeglicher Art, hierzu zählt in erster Linie der Wintersporttourismus, wird der Fluchtinstinkt des Wildes geweckt. Dies zehrt unnötig an ihren Energiereserven und eine vom Menschen bedingte Notzeit entsteht.

 

Hinzu kommt, dass sich Wildtiere wie unsere Schalenwildarten nach aufgebrauchten Fett- und Energiereserven bei fehlendem Nahrungsangebot bereits nach wenigen Tagen an der jungen Waldvegetation bedienen, die Tiere „verbeißen“, wie es in der Jägersprache heißt. Das kann selbst bei einem geringen Wildbestand für den Waldbau schwerwiegende Folgen haben, so der Bayerische  Jagdverband.

 

Pauschales  Ausrufen einer Notzeit und auch Verneinen, wie es derzeit in den Landkreises Rosenheim und Weilheim der Fall ist, ist dabei nicht zielführend. Der Bayerische Jagdverband „Wann und in welchen Revieren eine Notzeit für das Wild gegeben ist, muss eine sachkundige Einzelfallentscheidung der zuständigen Revierinhaber vor Ort bleiben.“

 

 

 

Füttern ja, aber richtig!

 

 

 

Um den Verbiss an Forstpflanzen zu verringern, muss mit geeigneter Nahrung zugefüttert werden. Bei den notwendigen Fütterungen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Wildtiere „keine Müllschlucker“ sind. Das heißt, das Nahrungsangebot muss unbedingt artgerecht und ausgewogen sein. Für die Fütterung von Schalenwild sind als Futtermittel Heu, Silage, Hackfrüchte, Kastanien und Eicheln empfehlenswert. Besonders wichtig ist es, Rau- und Saftfutter in einem sachgerechten Mengenverhältnis vorzulegen und auf Kraftfutter zu verzichten.

 

Der Bayerische Jagdverband: „Überlassen Sie das Füttern von Wildtieren den Jägern. Eine nicht an die physiologischen Gegebenheiten der jeweiligen Tierart angepasste Fütterung kann mehr schaden als nutzen.

 

Und hier noch ein Appell an Skifahrer und Waldspaziergänger: Das Wichtigste, was die Bevölkerung für die Wildtiere jetzt tun kann, ist, ihnen genügend Ruhe zu lassen. Denn nur wenn sie ungestört sind, schonen sie ihre Energiereserven und kommen gut durch den Winter.

 

 

 

Geteilter Artenschutz? – Wild im Winter nicht hungern lassen

 

 

 

Während das Vogelfutterangebot die Verkaufsregale zum Überlaufen bringen lässt, wird von verschiedenen Seiten gefordert, dass der Tisch für Reh- und Rotwild im Winter leer bleiben soll. Das Verhungern wird mit der natürlichen Selektion  begründet. Der Bayer.  Jagdverband aber fordert: „ Wir dürfen das Wild im Winter nicht hungern lassen. Mit zunehmender Schneedecke finden Wildtiere immer schwieriger Nahrung. Wer ihnen eine Fütterung in Zeiten der Futternot verweigert, begeht einen massiven Straftatbestand. Zudem muss er sich über zunehmende Schäl- und Verbissschäden nicht wundern.“

B 47654            Ausgabe Nr. 3 • November 2016

Der Einfluss von Glyphosat auf Damwild, Fasane und Feldhasen

 

 

Die mehr als 40-jährige Anwendung von glyphosathaltigen Herbiziden in Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Weinbau oder auch privater Nutzung führte weltweit zu zahlreichen Problemen. Auch Wildtiere könnten davon betroffen sein. Prof. Dr. Monika Krüger und Dr. Philipp Schledorn von der Veterinärmedizinischen Fakultät am Albrecht-Daniel-Thaer-Institut der Universität Leipzig legen hierzu ausführliche Untersuchungen vor.

 

Anfänglich nur zur alleinigen Unkrautbekämpfung verwendet, folgte seit 1996 in Europa die Zulassung des Imports von gentechnisch veränderten Futter- und Lebensmitteln (GVO) wie Soja, Mais oder Raps, die von Pflanzen mit Glyphosatresistenz gewonnen werden. Diese Pflanzen können also auch während ihres Wachstums mit Glyphosat besprüht werden. Da dieses Herbizid sich über die ganze Pflanze systemisch verteilt, gelangt es auch in die Bohnen, Körner etc. Sie enthalten dann Glyphosatrückstände, zum Beispiel bei Soja beträgt der Rückstandhöchstwert 20 mg/kg. Das Patent auf das systemische Herbizid Glyphosat gehörte bis zum Jahr 2000 dem amerikanischen Konzern Monsanto. Nach dieser Zeit erlosch dieses Patent und zahlreiche Chemieunternehmen stellten billige Generika her, so dass weltweit in über 100 Ländern dieses Herbizid zum Einsatz kommt. 2010 ging man geschätzt von einer weltweiten Jahresproduktion von 1 Million Tonnen Glyphosat aus. Seit 2006 wurden glyphosathaltige Herbizide in Deutschland als Erntehilfe (Vorerntesikkation) vor der Ernte eingesetzt. In Sachsen wurde zum Beispiel im Jahr 2013 Glyphosat flächendeckend zur Vorerntesikkation verwendet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat aber per Mai 2014 „neue Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat festgesetzt. Sie begrenzen den Wirkstoffaufwand pro Jahr und präzisieren die zugelassenen Spätanwendungen (Vorerntesikkation) in Getreide.

 

 

Glyphosat ist überwiegend wasserlöslich, kann also ohne fettlöslichen Vermittler nicht die Cuticula von Pflanzen überwinden. Lange Zeit wurde als Penetrationsmittel Tallowamin verwendet, das aber aufgrund seiner Toxizität in der EU seit 22.08.2016 verboten wurde. Derzeit werden diese chemischen Zusatzstoffe in den kommerziellen Produkten als Firmengeheimnis geführt. Die Toxizität der kommerziellen glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittel mit Penetrationsmitteln ist hundertmal größer als die von Glyphosat allein.

 

 Glyphosat ist hitzeresistent

 

 

Glyphosat wird von der einfachsten Aminosäure Glycin abgeleitet. Es hat aber nach wie vor Eigenschaften dieser Aminosäure. Es konkurriert mit ihr um Rezeptoren an den Zelloberflächen des gesamten Körpers und wird statt Glycin in Proteine eingebaut, was deren Funktion dieser erheblich verändert. So widerstehen sie auch in höherem Grade dem Abbau durch Enzyme (Proteasen) und besitzen eine größere Hitzetoleranz. Da Glyphosat hitzeresistent ist, wird es also durch Kochen, Backen, Braten nicht zerstört. Die alleinige Fokussierung der Glyphosataktivität auf den Shikimisäurepfad in grünen Pflanzen, der bei Nichtziellebewesen, also Tiere und Menschen nicht vorhanden ist, berücksichtigte bei der Zulassung nicht, dass in und auf diesen Nichtziellebewesen Mikroorganismen – Bakterien, Pilze, Protozoen, Algen – vorkommen, die über den gleichen Stoffwechselpfad verfügen und besonders im Magen-Darm-Trakt von Bedeutung für Gesundheit und Leistung sind.

 

 

Die Wirkung von Glyphosat als Herbizid besteht in der Hemmung der 5-Enolpyruvyl-Shikimat-3-Phosphat-Synthase (EPSPS), wodurch die auf diesem Weg gebildeten aromatischen Aminosäuren Tryptophan, Phenylalanin, Tyrosin, die Tiere und Menschen nicht selbst bilden können, dann nicht zur Verfügung stehen. Um Eiweiße (Proteine) bilden zu können, benötigen aber Menschen und Tiere eine bestimmte Anzahl dieser Aminosäuren. Von dem Entwickler dieser chemischen Verbindung Henri Martin (1950) wur-de N-Phosphonomethyl-Glycin, später von Monsanto Glyphosat genannt, als Chelator (Metallionen werden fest fixiert) für Hochofenschlacken zur Gewinnung von zweiwertigen Metallbeimengungen patentiert. Diese Eigenschaft besitzt Glyphosat immer noch. Es fixiert zweiwertige Metallionen wie Eisen, Calcium, Magnesium, Kupfer, Mangan usw. im Boden, im Futter/Lebensmittel, im Magen-Darm-Trakt. Aber alle Lebewesen benötigen diese für ihre Körperfunktionen als Mengen- oder Spurenelemente, letztere besonders in Enzymen.

 

 

Antibiotika für „gute“ Bakterien

 

 

Glyphosat besitzt für bestimmte Bakterien den Effekt eines Antibiotikums. Es verhindert das Wachstum dieser Bakterien (Bakteriostatikum). Glyphosathaltige Futter- und Lebensmittel besitzen somit einen schäd-lichen Einfluss auf die Gesundheit von Tieren und Menschen. Kontaminierte Futter- und Lebensmittel beeinflussen die Darmflora der Verbraucher. Im Patent EP 2 327 785 A2 (2011) konnte gezeigt werden, dass Bakterien zwei unterschiedliche Klassen von EPSPS besitzen. Die erste Klasse ist empfindlich für Glyphosat in mikromolaren Konzentrationen, die zweite Klasse ist aber tolerant bis resistent. Laktobazillen, Enterokokken, Bifidobakterien, einige Bazillen sind empfindlich, Salmonellen, einige Clostridium-Arten wie C. tetani, C. perfringens, C. botu-linum, C. difficile sind demgegenüber aber resistent. Dadurch werden Ungleichgewichte (Dysbiosen) der Magen-Darm-Mikrobiota initiiert, die zu der bisher unbekannten Erkrankung chronischer Botulismus führen (Shehata et al. 2012, Krüger et al. 2013). Es konnte gezeigt werden, dass es eine Beziehung zwischen der antimikrobiellen Aktivität von Glyphosat und der Reduktion von bestimmten Bakterien – besonders zellulytische Bakterien - und Protozoen in Pansensäften gibt (Ackermann et al. 2014). Mehrheitlich können gesundheitliche Effekte bei langlebigen Tieren wie Milchkühen, Zuchtsauen aber auch Hunden, Katzen, langlebigen Wildtieren und Menschen festgestellt werden. Auch Vertreter von Pilzgattungen wie Aspergillus und Fusarium, die Mykotoxine bilden, sind gegenüber Glyphosat resistent, ihre Gegenspieler im Boden sind dagegen empfindlich. Durch das Ungleichgewicht steigen die Mykotoxinlasten von zum Beispiel Getreide und von Mais.

 

Im Urin von Hasen sowie in Teilen des Magen-Darm-Traktes von Fasanen wurde Glyphosat nachgewiesen. Ist das der Grund für den Einbruch beim Niederwild?

Auswirkung auf Wild

 

 

Der herbizide Wirkstoff war auch in Organen, Wänden des Magen-Darm-Traktes und Muskulatur eines weiblichen Damwilds mit Störungen in der Stabilität der Hinterhand nachweisbar. Der noch intrauterin befindliche Fötus war in Gehirn, Lunge, Niere, Leber kontaminiert. Niere und Gehirn wiesen auf Zellebene zahlreiche abgestorbene Zellen auf. Wildtiere nehmen Glyphosat gemeinsam mit dem jeweiligen Penetrationsmittel im formulierten Produkt nach dessen Ausbringung auf landwirtschaftliche Nutzflächen auf. Verfrachtungen mit Wind, Regen, durch Verdunstung kontaminieren auch nicht besprühte Pflanzen.

Im Urin von 98 Hasen, in deren Mageninhalte und Magenwänden war Glyphosat nachweisbar. Der Ver-gleich von 193 Hasen (Mittelwert 20,0µg/l Glyphosat) mit 77 Mastkaninchen (Mittelwert: 65,00µg/l Gly-phosat) zeigte, dass die Kaninchen fütterungsbedingt höhere Glyphosatgehalte im Urin hatten als die Hasen (Krüger et al., 2014). Die Konzentration an Glyphosat war im Urin von Hasen (2011 und 2012) standort- und jahresabhängig.

Auch der Nachweis von Glyphosat in Teilen des Magen-Darm-Traktes, also Kropf, Drüsenmagen, Blinddarm von Fasanen wies Unterschiede in den Herkünften der Tiere auf. Da das Keimepithel männlicher Tiere und das Enzym Aromatase, das Testosteron in Östrogen umwandelt, durch Glyphosat negativ beeinträchtigt werden, sehen Jäger vor allem die Reduzierung der Populationen zu den Abschusszeiten. Glyphosat bindet sich nach Ausbringung im Frühjahr oder im Herbst zwar fest an die Bodenmatrix, wird aber durch Phospor in mineralischen oder Wirtschaftsdüngern aus der Bindung gedrängt und gelangt so in Oberflächengewässer. Die Biodiversität der Lebewesen in den Ökosystemen, die auch die Magen-Darm-Mikrobiota der einzelnen Tierarten bis zum Regenwurm einschließen sowie bei Kaltblütern auch die mit Bakterien und Pilzen besiedelte Haut wird dadurch mit bisher nicht berücksichtigten Folgen massiv beeinflusst und reduziert.

Auch im Schalenwild, speziell in einem weiblichen Stück Damwild, war Glyphosat nachweisbar.