BJV Aktuell


Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Arbeit des BJV trägt Früchte: Vom Bayerischen Kabinett wurde in den Eckpunkten für den Haushalt 2021 die Aufwandsentschädigung für Schwarzwild für den Zeitraum vom 1. Dezember 2020 bis 31. März 2021 für ganz Bayern von 20 auf 70 Euro erhöht. Die Aufwandsentschädigung von 100 Euro in Grenzgebieten bleibt unverändert erhalten.

Wir haben schon vor Monaten die Initiative diesbezüglich ergriffen und in einem Schreiben an Staatsminister Thorsten Glauber, MdL, (siehe Anhang) für ganz Bayern eine höhere Aufwandsentschädigung erbeten. Herzlichen Dank an die Staatsregierung für diese Wertschätzung des Engagements der bayerischen Jägerinnen und Jäger.

Insgesamt sind im Haushalt 2021 für Tiergesundheit und die Bekämpfung von Tierseuchen rund 13 Millionen Euro eingeplant. Das ist ein Plus von 9 Millionen Euro im Vergleich zu 2020. Die zusätzlichen Mittel sollen vor allem zur Verhütung der Afrikanischen Schweinepest eingesetzt werden, neben der höheren Aufwandsentschädigung insbesondere zum Erwerb von Wildzäunen zur Errichtung von Schutztonen und festen Zäunungen.

 

Mit besten Grüßen und Waidmannsheil!

Ihr Thomas Schreder


Bundesjagdgesetz: Vertane Chance für Wald und Wild

 

  • Der Bayerische Jagdverband lehnt den jetzt vorgestellten Entwurf des Bundesjagdgesetzes in vielen Teilen ab.
  • Fachargumente, Tierschutz- und ökologische Aspekte im Forst-Wild-Konflikt verhallen ungehört.
  •   Kein Gesetz gegen die Interessen der heimischen Wildtiere!

 

 

Feldkirchen, 04.11.2020

 

Als gelungenen Kompromiss, der die Balance zwischen den Wünschen der Waldbesitzer und denen der Jäger Rechnung trägt, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Entwurf zum Bundesjagdgesetz gegenüber der Presse bezeichnet.  Ihr sei es gelungen, nach 40 Jahren endlich ein neues Bundesjagdgesetz auf den Weg zu bringen.

 

Das Wohl des Wildes spielt in dem Entwurf aus dem Hause Klöckner allerdings kaum eine Rolle. In erster Linie geht es im neuen Bundesjagdgesetz um rein forstwirtschaftliche Interessen. Für Bundesministerin Klöckner stehen die Tiere des Waldes beim Waldumbau im Wege. Deshalb müsse das Jagdgesetz nun dafür sorgen, dass der Verbiss der jungen Bäume verhindert werde und der Wald wieder wachsen könne. Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes und Biologe hat wenig Verständnis für solche Argumente: „Der Abschuss alleine wird den Wald nicht retten!“

 

Verhandlung hinter verschlossenen Türen

 

Immer wieder beteuerte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, wie wichtig ihr der fachliche Austausch gewesen sei. Aus der Sicht des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) zeigt der aktuelle Entwurf des Bundesjagdgesetzes allerdings genau das Gegenteil. Fachliche Argumente für ein gelungenes Miteinander von Wald und Wild wurden darin nicht berücksichtigt. Schreder: „Kein Wunder, schließlich wurde der aktuelle Kabinettsentwurf hinter verschlossenen Türen erarbeitet, ohne dass die legitimierte Vertretung der Jagd in die Beratungen noch einmal einbezogen wurde. Es hat den Anschein, dass jagdfachlichen Argumente und kritisches Nachfragen nicht gewünscht sind. Schließlich wurden die Pressevertreter der Jagdverbände auch bei der Pressekonferenz nicht zugelassen.“

 

Ein neues Bundesjagdgesetz muss die Interessen des Wildes berücksichtigen

 

Bei der aktuellen Novellierung des Bundesjagdgesetzes wurden gerade Vorgehensweisen festgezurrt, die die Bedürfnisse der heimischen Wildtiere weitgehend außer Acht lassen. Anstelle besseren und mehr Lebensraum für unsere Wildtiere zu ermöglichen, werden Reh, Rotwild und Gams als die gebrandmarkt, die den gewünschten Waldumbau verhindern.

 

Auch für den BJV ist der Waldumbau ein wichtiger Ansatz, der sich im Jagdgesetz wiederfinden muss. Aber ohne die fachliche Abstimmung mit den Vertretern der Jagd wurde jetzt in das Jagdgesetz geschrieben, was in der Praxis so gar nicht umsetzbar ist. Entgegen der einvernehmlichen Empfehlung aller jagdlichen Organisationen in Deutschland wurde im Entwurf festgeschrieben, dass jegliche Verjüngung "im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen" erfolgen soll. Demnach soll nicht nur die Naturverjüngung, wie es in Bayern schon lange praktiziert wird, künftig ohne Schutz aufkommen, sondern jede Pflanzung, auch mit fremden Baumarten oder aus Ansaaten. Das ist praktisch aber nicht umsetzbar, es sei denn, es ist ein Wald ohne Wild gewünscht.

 

Kein Gesetz gegen unser Wild, gegen Artenvielfalt und Artenschutz!

 

Der Bayerische Jagdverband fordert deshalb weiterhin mit Nachdruck, dass im Bundesjagdgesetz die Belange der Wildtiere umfänglich berücksichtigt werden. Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes und Biologe: „Wir dürfen ein Gesetz, das im Wesentlichen Wald ohne Wild fordert, nicht zulassen. Deshalb appelliere ich an die Bundestagsabgeordneten, an die Entscheidungsträger in Berlin und in den Bundesländern: Auch die jagdbaren Wildtiere gehören zu unserer Heimat! Der Mensch trägt dafür die Verantwortung.“ Deshalb macht sich der Bayerische Jagdverband als anerkannter Naturschutzverband und als offizieller Vertreter der Jagd in Bayern stark für den Schutz unseres Wildes. Schließlich geht es um die Novellierung des Bundesjagdgesetzes, nicht um ein Waldgesetz.

 

Jagd ist gelebter Naturschutz

Feldkirchen, 30.10.2020

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vorsitzende, 

 

in dieser Woche bestimmte wieder einmal das Bundesjagdgesetz unsere Arbeit in der BJV-Geschäftsstelle. Am 4. November will das Bundeslandwirtschaftsministerium den Gesetzentwurf dem Bundeskabinett vorlegen. Bedauerlicherweise wurde dieser Entwurf sozusagen hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Denn in seiner letzten Fassung wurde der Reformvorschlag den Vertretern der Jagd vorenthalten. Weder der Deutsche Jagdverband noch der Bayerische Jagdverband haben als gesetzlich anerkannte Vertreter der Jagd die Möglichkeit bekommen, den neuesten Gesetzentwurf im Detail zu prüfen. Das ist ausgesprochen ärgerlich. Wir haben das auch in einem Schreiben an die bayerischen Vertreter im Bundeskabinett deutlich zum Ausdruck gebracht. Noch einmal haben wir den bayerischen Mitgliedern im Bundeskabinett mit Nachdruck unsere Forderungen zur Novelle des BJagdG ans Herz gelegt. Wir dürfen ein Gesetz, das im Wesentlichen Wald ohne Wild fordert, nicht zulassen! Leider steht der Deutsche Jagdverband bei diesen Forderungen nicht mehr an unserer Seite. Der DJV hat seinen Widerstand gegen den Gesetzentwurf aufgegeben.

 

Wir werden unseren Widerstand sicher nicht aufgeben, sondern jetzt erst recht alle Register ziehen.  Nach dem Bundeskabinett geht der Gesetzentwurf in den Bundestag. Dort werden wir noch einmal versuchen, die Abgeordneten von unseren Argumenten zu überzeugen und für die Belange des Wildes zu mobilisieren.

Schlechte Nachrichten kommen aus Brüssel. Gestern stand im EU-Parlament das Bleiverbot in Feuchtgebieten auf der Tagesordnung. Die Europäische Volkspartei, die Europäischen Liberalen und die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer hatte Einspruch gegen das Bleiverbot eingelegt. Doch die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament hat diesen Einspruch abgelehnt. Der Einspruch wurde im Umweltausschuss des EU-Parlaments verhandelt und mit 42 :32 Stimmen bei 4 Enthaltungen abgelehnt.

 

Schließlich bestimmt auch Corona das Tagesgeschäft im Haus der Jäger. Viele bewegt natürlich die Frage, ob die geplanten Jagden stattfinden können. Wir stehen dazu in intensivem Austausch mit dem Landwirtschaftsministerium. Nach der angekündigten Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind möglicherweise Anfang nächster Woche diesbezüglich neue Regelungen zu erwarten. Wir haben dem zuständigen Ministerium deutlich gemacht, dass die Jagd systemrelevant ist und bleiben muss, besonders im Hinblick auf ASP und die effektive Schwarzwildbejagung. So lange noch keine neue Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vorliegt, kann das Ministerium leider noch keine rechtssichere Aussage treffen. Bis neue Regelungen vorliegen, gelten die aktuellen Bestimmungen. Sie finden Sie auf unserer Homepage unter

 

 https://www.jagd-bayern.de/bewegungsjagden-sind-weiterhin-erlaubt/

 

Diese Themen erwarten sie heute außerdem:

  •   Neuwahl des Präsidiums
  •   Die Streckenliste 2019/2020 ist da
  •   ASP in Brandenburg
  •   Informationen zur Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik
  •   Kehrt die Vogelgrippe zurück?

 

 

 

Neuwahl des Präsidiums

 

Nachdem sich das Präsidium des BJV in seiner letzten Sitzung für die Durchführung einer Briefwahl entschieden hat, laufen in der Geschäftsstelle fieberhaft die Vorbereitungen. Nach unserer Satzung muss zwischen der Einladung zur Wahl und der eigentlichen Abstimmung eine Frist von mindestens 1 Monat liegen. Außerdem haben über 10 Prozent der Kreisvereine eine virtuelle Landesversammlung mit ausführlicher Aussprache im Vorfeld der Wahl beantragt. Laut Satzung muss diesem Antrag Rechnung getragen werden. Deshalb wird es vor der Wahl eine solche Aussprache geben. Die Einladung zur Briefwahl und zur virtuellen Landesversammlung wird ihnen in den nächsten Tagen zugehen, Anfang Dezember wird dann beides stattfinden können. Über den genauen Zeitplan können wir Sie Anfang nächster Woche informieren.

 

Die Streckenliste 2019/20 ist da

 

Das Landwirtschaftsministerium hat die Streckenliste für das Jagdjahr 2019/20 veröffentlicht. Sie finden die aktuelle Jahresstrecke auf unserer Homepage

 

 

ASP in Brandenburg

 

Die Zahlen ändern sich täglich, mittlerweile hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) 114  Fälle der ASP im Wildschweinbestand nachgewiesen. Einen umfassenden Überblick über das Seuchengeschehen finden Sie auf der BJV Homepage unter 

 

 https://www.jagd-bayern.de/aktuelles-zur-afrikanischen-schweinepest/

 

Die Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik

 

Derzeit steht in Brüssel wieder einmal die Agrarpolitik zur Diskussion. Eine Neuausrichtung soll und muss mehr Umweltbelange berücksichtigen. Das spielt auch für uns Jäger eine große Rolle, weil es die Lebensräume für unsere Wildtiere betrifft. Die europäischen Landwirtschaftsminister haben jetzt einen Entwurf für eine neue Agrarpolitik vorgelegt. Anita Weimann, unsere Fachreferentin für Landwirtschaft, hat die wichtigsten Ergebnisse daraus einmal zusammengefasst und aus unserer Sicht bewertet. Sie finden die Einschätzung auf unserer Homepage.

 

Kehrt die Vogelgrippe zurück

In Holland wurden zwei Fälle von Vogelgrippe an Wildschwänen bestätigt. Dr. Claudia Gangl, unsere Fachreferentin für Wildkrankheiten, gibt eine Einschätzung, wie groß die Gefahr eines Ausbruchs der Vogelgrippe bei uns ist. Sie finden die Zusammenfassung auf unserer Homepage.

 

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende und ein kräftiges Waidmannsheil. Bleiben Sie gesund!

Ihr Thomas Schreder

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Gertrud Helm

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

 


Schlechte Nachrichten erreichen uns fast täglich aus Brandenburg. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat mitgeteilt, dass sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei neun weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt hat. Die Fundorte liegen alle noch innerhalb des gefährdeten Gebiets. Jetzt haben wir insgesamt schon 29 bestätigte Fälle. Das Erschreckende aber sind Beiträge aus Brandenburg in den Sozialen Medien, die von dort völlig unzureichenden Schutzmaßnahmen berichten. Bayern ist zum Glück noch nicht betroffen. Ich appelliere an alle Jägerinnen und Jäger, jetzt besonders aufmerksam im Revier zu sein und in der scharfen aber waidgerechten Wildschweinbejagung nicht nachzulassen. Der BJV setzt sich trotz der Corona bedingt angespannten Haushaltslage in Bayern weiter dafür ein, dass die Aufwandsentschädigung bei der Schwarzwildbejagung für alle Regionen gleichermaßen angehoben und möglichst angepasst wird. Jetzt beginnen die Zeiten der großen Drückjagden. Wir haben für alle Jagdleiter ein Hygienekonzept für die Abhaltung von Drückjagden erarbeitet.

 

Das können Sie auf der Homepage  des BJV herunterladen.

 

https://www.jagd-bayern.de/hygiene-konzept-fuer-bewegungsjagden/

 

 

ASP, Bundesjagdgesetz, die REACH-Verordnung mit dem Bleiverbot für Feuchtgebiete, die Zunahme der Wolfspopulation in Deutschland und Bayern und alles unter „Corona“-Bedingungen, also immer unter den daraus sich ergebenden enormen Einschränkungen – die letzten Monate haben uns vor große Herausforderungen gestellt. So eine Häufung von gesellschaftlichen und politischen Baustellen gab es im BJV bisher noch nie. Dem BJV ist es gelungen, auf all diesen Gebieten unaufgeregt und immer zielorientiert ein versierter, wichtiger und geschätzter Verhandlungspartner zu sein. Wir sitzen bei allen kritischen Themen mit am Tisch, können unsere Anliegen und Argumente einbringen und geben den Takt vor.

 

Möglich ist das nur durch die Fachkompetenz in unserem Haus und besonders durch die enge und gute Zusammenarbeit mit Ihnen, den Mitgliedern. Für Ihre Impulse, Ihre konstruktive Kritik, den starken Einsatz vor Ort aber auch für Ihren Zuspruch möchte ich mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bedanken. So sieht gelebte Verbandsarbeit aus!

 

Diese Themen erwarten Sie außerdem:

  •  ASP-Totfundsuche – was ist, wenn was passiert?
  •  Landesversammlung in Nürnberg
  •  Gespräche mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
  •  Umweltbildung aus Jägerhand

ASP-Totfundsuche - was ist, wenn was passiert?

 

Die SVLFG, hat mitgeteilt, dass die landwirtschaftliche Unfallversicherung nicht mehr zuständig ist, wenn die Beseitigung von Wildkadavern vom Staat angeordnet wird. In diesem Falle ist die Unfallversicherung durch die staatliche Unfallkasse durchzuführen, nicht durch die SVLFG. 

 

Landesversammlung in Nürnberg am 17.10. – vorbereitende Sitzung zu Finanzfragen am 2.10. in Feldkirchen und digital

 

Täglich laufen die Rückmeldungen zur Teilnahme an der Landesversammlung in Nürnberg ein. Vielen Dank dafür. Die Vorbereitungen gehen in die nächste Runde. Entsprechend der Entwicklung der Corona-Zahlen, liegt uns – wie zu erwarten war – noch kein endgültiges Hygienekonzept der Behörden vor. Sobald wir Näheres wissen, werden wir Sie natürlich sofort informieren. Wir rechnen mit rund 600 Teilnehmern insgesamt. Wir dürfen Sie noch einmal daran erinnern, dass alle Teilnehmer im Vorfeld angemeldet sein müssen und nur über die Kreisgruppen gemeldet werden können. Wenn Sie noch Fragen zur Anmeldung haben, steht Ihnen Frau Karner gern zur Verfügung. Tel.: 089 / 990 234- 15 täglich bis 13:30 Uhr.

 

Im Vorfeld der Landesversammlung bietet der BJV erneut die Möglichkeit im Rahmen einer virtuellen Sitzung als Online-Veranstaltung für alle Delegierten/Schatzmeister (mit notfalls aufgrund der Hygienevorgaben einer begrenzten Zahl von Gästen, die in Feldkirchen persönlich vorbeikommen), Fragen zu den finanziellen Themen im BJV zu stellen. Am 2. Oktober 2020, ab 17 Uhr stehen wir für Ihre Fragen zur Verfügung. Anmeldung und Registrierung erfolgt über die Kreisvereine. Diese Sitzung dient insbesondere zur besseren Vorbereitung und stellt ein Angebot dar, sich umfassend und ausführlich schon vorab mit den Jahresabschlüssen und den Haushalten zu befassen, auszutauschen und Fragen beantwortet zu bekommen. Nutzen Sie dieses zusätzliche Angebot, denn selbstverständlich ersetzt dieser Termin NICHT die in der Tagesordnung aufgeführten Punkte und Abstimmungen zu den Finanzfragen.

 

BJV im Gespräch mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

 

Zu einem konstruktiven Gedankenaustausch über die Novellierung des Bundesjagdgesetzes traf ich mich mit der Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Bayern, Tanja Schorer-Dremel, MdL. Die engagierte Waldschützerin sieht den Wald dabei immer als ein ganzheitliches ökologisches System, in dem selbstverständlich auch die Tiere des Waldes Ihren Platz haben. Im Rahmen des Gesprächs wurden die Änderungsvorschläge beider Verbände zur Novelle des Bundesjagdgesetzes vorgestellt und erläutert.

 

Umweltbildung aus Jägerhand

 

Der Bayerische Ministerrat hat das Konzept „Schule fürs Leben“ beschlossen. Alltagskompetenzen und Lebensökonomie sollen nachhaltig und verbindlicher an den Schulen verankert werden. Zu den Handlungsfeldern gehört auch das Umweltverhalten. Da ist es extrem wichtig, dass auch wir, der BJV, mit im Boot sind. Deshalb hat unser Referent für Umweltbildung, Dirk Waltmann, das spannende Thema gleich in der ersten Sitzung des neuen Arbeitskreises BJV-Umweltbildung zur Diskussion gestellt. Zehn in der Umweltbildung besonders engagierte BJV-Mitglieder (darunter Grundschul- und Gymnasiallehrer), die Biologin Johanna Vilsmeier vom Treffpunkt Wildland der Wildlandstiftung Bayern und als Gast der Andreas Schmiedinger, der Leiter der Umweltbildungsstation in Wunsiedel, erarbeiteten erste Konzepte, um „Schule fürs Leben“ in den Kreisgruppen, also vor Ort, installieren zu können. Weil mir die Umweltbildung so wichtig ist, wird der Arbeitskreis schon bald zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommen.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende und ein kräftiges Waidmannsheil.

 

Bleiben Sie gesund!


Die ASP hält uns nach wie vor in Atem.

 

In Brandenburg wurden am 15. September vier weitere Schwarzwildkadaver und ein krank erlegtes Wildschwein positiv auf ASP getestet. Gestern bestätigte das FLI einen 7. ASP-Fall. Die infizierten Tiere wurden im ausgewiesenen „gefährdeten Gebiet“ gefunden, etwa 3 Kilometer vom ersten Fundort entfernt. Die Behörden in Brandenburg haben weitreichende Maßnahmen im „gefährdeten Gebiet“ ergriffen und haben dort mit mobilen Zäunen ein Kerngebiet errichtet.

 

Bayern ist derzeit zum Glück nicht betroffen von der ASP. Nach Auskunft des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gelten deshalb auch keine tierseuchenrechtlichen Einschränkungen. Das heißt, noch hat der Ausbruch der ASP in Brandenburg keine direkten Folgen für die Jagd in Bayern. Es gelten bei uns auch keine Ernteverbote.

 

Trotzdem müssen wir Jägerinnen und Jäger jetzt natürlich besonders wachsam und aufmerksam sein. Wir müssen  unsere entscheidende Rolle bei der Früherkennung wahrnehmen, die Totfundsuche aktivieren und Kadaver, auch nach Verkehrsunfällen, beproben lassen. Bitte sprechen Sie sich dazu mit dem zuständigen Veterinäramt ab.

Der BJV steht in engem Austausch mit den zuständigen Ministerien. Wir werden postwendend über neue Entwicklungen informiert und geben sie dann natürlich sofort an Sie weiter.

 

Der BJV hat sich noch einmal eindringlich an Staatsminister Glauber gewandt, die Aufwandsentschädigung generell auf 100 Euro pro Wildschwein anzuheben und nicht nur in den Grenzregionen. Derzeit werden in Mauth über 5.000 Anträge auf

Ausgleichsentschädigung bearbeitet. Die Entschädigung ist ein wichtiger Ausgleich für das große Engagement unserer Jägerinnen und Jäger, nicht zuletzt um etwaige Probleme bei der Vermarktung auszugleichen. In vielen Landkreisen wurden „Runde Tische“ mit allen beteiligten Verbänden und Behörden eingerichtet, ein wichtiges Podium, um unsere Fachkompetenz einzubringen. Jetzt brauchen wir den engen Schulterschluss untereinander mehr denn je. BJVdigital unterstützt die effektive Schwarzwildbejagung.

 

Entscheidend ist jetzt auch, dass wir waidgerecht und intensiv die jagdlichen Möglichkeiten nutzen und weiterhin so engagiert Schwarzwild bejagen. Jetzt stehen die Maisjagden an, bitte weisen Sie Ihre Mitglieder daraufhin, dabei besonders auf die Sicherheit zu achten und stets erhöhte Ansitzeinrichtungen einzusetzen. 

 

 

Bundesjagdgesetz

Die Gespräche laufen weiter. Zwei Tage lang haben wir mit den Fraktionsspitzen der Unionsparteien, dem Koalitionspartner und anderen Parteien unsere Forderungen für die Novellierung des BJagdG eindringlich vorgebracht und diskutiert. Intensive Gespräche wurden auch mit dem DJV geführt. Der DJV hat in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner jetzt einen "Runden Tisch Wald und Wild" unter Leitung des Ministeriums vorgeschlagen. Damit reagiert der DJV auf die gescheiterten Verhandlungen mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR). Die Ergebnisse aus einer gemeinsamen Arbeitsgruppe sind im DJV-Präsidium auf breite Ablehnung gestoßen.

 

Der BJV begrüßt einen „Runden Tisch Wald und Wild“, fordert aber – Bayern ist schließlich das größte Jagdland – dass der BJV gleichberechtigt mit dem DJV einbezogen wird.

 


 Informationen aus dem Bayerischen Jagdverband e.V.

 

 

Die Diskussion um das Bundesjagdgesetz geht weiter. Letzten Freitag fand die offizielle Anhörung der Verbände statt. Über 30 Interessensvertreter aus Jagd, Forst, Tier- und Naturschutz, Bauern und Waldbesitzer gaben ihre Stellungnahme ab. Auch wir waren selbstverständlich dabei und haben unsere Einwände und Forderungen vorgebracht. Insgesamt aber wurde die Veranstaltung von der forstlichen Seite dominiert. Der Zeitplan ist sportlich: Für uns heißt das, wir müssen jetzt noch einmal alles versuchen, um die bayerischen Abgeordneten und die bayerischen Kabinettsmitglieder entsprechend für unsere Anliegen zu gewinnen. Wir führen viele Gespräche mit Ihnen und erhalten von den bayerischen Abgeordneten auch viel Zustimmung für unsere Einschätzung.

 

Derzeit kursiert ein so genanntes Konsenspapier zwischen dem Deutschen Jagdverband und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat. Auf dieses Papier sollen sich – so heißt es - DJV und DFWR zum Referentenentwurf des Bundesjagdgesetzes geeinigt haben. Der DJV hat sich bisher von dem Papier distanziert. Noch ist dieses Konsenspapier nicht offiziell und eine Vereinbarung noch nicht bestätigt. Wir kennen das Papier, doch wir können diese Vereinbarung in keinem Fall mittragen. Das hat der BJV auch schriftlich dem DJV mitgeteilt.

 

Die Novelle zum Bundesjagdgesetz hat diese Woche auch in den Medien hohe Wellen geschlagen. Eine sonderbare Allianz aus Bund Naturschutz, Waldbesitzern und sogenannten ökologischen Jägern fordert gemeinsam höhere Abschusszahlen, Ausweitung der Jagdzeiten und einen Mindestabschuss für Rehwild ohne Obergrenze. Dagegen hat sich der BJV überregional und in vielen Landkreisen positioniert. Viele Jäger haben sich in Leserbriefen zu Wort gemeldet und in sehr guten Kommentaren den selbsternannten Ökojägern gründlich den Kopf gewaschen. Der BJV hat am Dienstag die Medienvertreter nach Osendorf bei Dorfen im Lkr. Erding eingeladen. Dort konnten wir den Wald von Hans Hörmann mit faszinierenden Mischwald-Bildern vorstellen, einen Wald, der ohne generelle Schutzmaßnahmen und nur mit kurzfristigem Einzelschutz aufgewachsen ist, mit Wild, versteht sich.

 

 

Die Medienberichte zur Novelle des Bundesjagdgesetzes, eine Chronologie der Aktivitäten dazu und alle anderen wichtigen Informationen zum Bundesjagdgesetz finden Sie auf unserer Homepage unter https://www.jagd-bayern.de/novelle-zum-bundesjagdgesetz-das-macht-der-bjv/

 

 

Landesversammlung in Nürnberg

 

 

Die Messe Nürnberg hat ein überarbeitetes Komplettangebot abgegeben. Das Präsidium wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Tagesordnung und den Rahmenbedingungen zur Landesversammlung befassen.

 

„Aus“ für bleihaltige Munition in Feuchtgebieten

 

Der REACH-Ausschuss der Europäischen Kommission hat gestern, am 03.09., die Entscheidung getroffen, dass der Einsatz bleihaltiger Schrotmunition in Feuchtgebieten mit einem Umgriff von 100 Metern verboten ist. Die Übergangsfrist währt 24 Monate. Jetzt geht das Ganze noch in das Europäische Parlament und wird dort wieder diskutiert.

 

 

BJV schult Luchsberater

 

Ende August führte der BJV in Mauth nach längerer Pause wieder eine Luchsberater-Schulung durch. Die Luchsberater sind über die Kreisgruppen erreichbar. Sie begutachten Risse an Wildtieren und entscheiden, ob es sich um einen Riss der Kleinkatze handelt. In diesen Fällen lösen sie die Auszahlung einer Meldeprämie an die betreffenden Jäger aus. Einen Kurzbericht über die Luchsberaterschulung finden Sie im Anhang.

 

BJV-Luchskoordinator Manfred Pöschl, der das Seminar im Otterhaus Mauth organisiert hatte, stellte auch das Luchsmonitoring vor und lud die Teilnehmer ein, Bilder und andere Meldungen zu sammeln und dem BJV zur Verfügung zu stellen. Auch zum Luchsmonitoring noch einen Kurzbericht im Anhang.

 


 Hintergrund Informationen zum Positionspapier BJagdG

 

 Die Jagd muss dem Wald helfen – aber: Waldbau mit der Büchse ist der falsche Weg

 

 

Das sind die führenden jagdlichen Verbände Deutschlands

 

Der Bayerische Jagdverband (BJV), der Bund Deutscher Berufsjäger (BDB), der Bundesverband Schießstätten (BVS), die Deutsche Delegation im Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), die Deutsche Wildtier Stiftung (DeWist), der Deutsche Falkenorden (DFO), der Deutsche Jagdrechtstag (DJRT), der Deutsche Jagdverband (DJV), das Forum Waffenrecht (FWR) und der Verband von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) haben sich gemeinsam zum Referentenentwurf des Bundesjagdgesetzes positioniert. Wichtige Anliegen sind den Verbänden die nachhaltige Jagd, das Wild und sein Lebensraum, Naturschutz, Tierschutz und die Sicherheit bei der Jagdausübung. Parallel werden die Verbände auch weitere eigene Positionen in das Gesetzgebungsverfahren einbringen.

 

Wichtige Ergänzungen und Änderungen, die den bisher nicht ausreichenden Blick stärker auf die wildlebenden Tierarten legen:

 

„Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in Ihrer Vielfalt zu bewahren.“ Dieser Grundsatz fehlt in den bisherigen Vorschlägen zum Bundesjagdgesetz und muss aus Sicht der beteiligten Verbände dringend in das neue Bundesjagdgesetz aufgenommen werden.

 

Tierschutzgedanken, waidgerechte Ausübung der Jagd und die Aspekte des Naturschutzes müssen in einem Jagdgesetz den notwenigen Stellenwert haben.

 

Wie viel Wild gibt es überhaupt?

 

Im bisherigen Entwurf liegt der Schwerpunkt ausschließlich auf die Situation der Waldbestände. Doch in Deutschland ist nur rund ein Drittel der Fläche bewaldet, zwei Drittel sind es nicht. Deshalb sind neben den wichtigen Aspekten des Waldes und dem berechtigten Interesse der Landwirtschaft, sich gegen übermäßige Wildschäden zu schützen, vor allem die Wildtierbestände zu beleuchten.

 

Wirtschaftliche Ziele deutlich als solche benennen!

 

Selbstverständlich ist der Umbau zu klimastabilen Wäldern ein wichtiges Anliegen, den die Jägerschaft unmissverständlich unterstützt. Auch Pappeln, Birken oder Weiden bilden Wurzeln aus und halten damit den Boden zusammen, binden CO2 aus der Luft, lassen Blätter fallen und sorgen damit für den notwendigen Humusaufbau am Waldboden. Diese Baumarten sind sehr robust, müssen nicht angebaut werden und kommen in einem natürlichen Mischungsverhältnis in vielen Waldbereichen vor. Dazu gibt es unzählige weitere verholzte Strukturelemente, die einen natürlichen, klimastabilen Wald ausmachen. Sie sind allesamt klimastabil und standortgerecht, ABER sie werfen keinen Ertrag ab.

 

Die viel von selbsternannten ökologischen Jägern, vom Bund Naturschutz und manchen Teilen der Waldbauern geführte Diskussion um den klimastabilen Wald und die immer wieder kehrenden Forderungen nach höheren Abschusszahlen für Reh, Rotwild und Gams haben rein wirtschaftliche Interessen und nicht, wie oft ins Feld gebracht, die Sorge um einen reinen Klimawald. Daher sollte die Jägervereinigung, die das immer wieder fordert, in den Spiegel schauen und ehrlich zu sich selbst ihren Namen in „Ökonomischer Jagdverein“ ändern, denn es geht in keiner der Argumente dieser Ideologen darum, die natürliche Waldzusammensetzung zu stabilisieren, sondern rein darum, ökonomisch verwertbare Baumarten ohne viel Aufwand hoch zu bringen.

 

Diese wirtschaftlichen Interessen sind ein legitimes Ziel eines jeden Waldbauern und es ist absolut verständlich, dass diese wirtschaftlichen Ziele, nämlich Tannen, Eichen oder auch andere wertvolle Edellaubhölzer in den Waldbestand einzubringen, mit möglichst geringem Aufwand erreicht werden sollen, möglichst ohne teure Anpflanzungen und ohne teure Schutzmaßnahmen. Dieses waldbauliche Ziel sollte dann aber auch ehrlich als wirtschaftliches Maximalziel kommuniziert werden und nicht unter dem Tarnmäntelchen des Klimawaldes, einen ökologischen Ansatz für den Waldumbau vorgaukeln.

 

Sondersituation Hochgebirge

 

Neben den wirtschaftlichen Interessen gibt es natürlich auch Waldstrukturen, die im Hochgebirge wichtige Schutzfunktionen übernehmen müssen. Hier hat die Jagd eine besondere Aufgabe, aber auch hier führt nur ein Gesamtkonzept und nicht nur immer höhere Abschussforderungen zum erhofften Ziel.

 

Wichtig sind tragfähige Konzepte

 

Die Jägerschaft unterstützt selbstverständlich die ökonomischen und waldbaulichen Ziele. Die Grundeigentümer sind die Partner des jagdausübungsberechtigten Revierpächters, daher ist ein enges Zusammenspiel der Jagd mit dem Waldbau besonders wichtig. Aber Waldbau geht nun mal nicht nur mit der Büchse, Waldbau und Jagd brauchen ausgeklügelte Konzepte von Ruhezonen und bewirtschafteten Gebieten, Waldbau und insbesondere der Umbau zu klimastabilen Wäldern brauchen auch die Kettensäge und Schutzmaßnahmen, wenn man besondere neue Baumarten einbringen möchte. Vor allem aber brauchen Waldbau und Jagd eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Waldbau im Wirtschaftswald kann durch die Jagd unterstützt werden, die Jagd ist aber nur ein Baustein auf dem Weg zum Erfolg. Dieser Verantwortung ist sich die Jagd bewusst und nimmt diese auch an.

 

Bewirtschaftungsfehler nicht anderen in die Schuhe schieben!

 

Ursprünglich waren die meisten Teile Deutschlands von einem Buchenwald dominiert. Auch heute noch entwickelt sich die Buche in vielen Teilen Bayerns sehr gut und würde andere Baumarten unterdrücken. Über viele Jahre ist die Buche von Menschenhand „herausgepflegt“ worden und Förster und Waldbauern haben auf die schnellwachsende und lukrative Fichte und Kiefer gesetzt. Es war der Mensch der die natürlich gemischte Waldstruktur zu Gunsten wirtschaftlichen Profits verändert hat. Und jetzt soll laut den Vorschlägen zum Bundesjagdgesetz das Reh, der Hirsch und die Gams für diese vom Menschen verursachte Entwicklung mit dem Leben bezahlen? Um dieses von Menschenhand gemachte Missverhältnis im Wald wieder gerade zu rücken, reicht es nicht einfach plump nach immer höheren Abschusszahlen zu rufen, sondern es muss ein ausgeklügeltes, auf lange Zeit angelegtes und auf wildbiologischen Erkenntnissen basierendes Konzept von waldbaulichen Maßnahmen und jagdlichen Methoden gleichermaßen aufgestellt werden.

 

Das Wild darf nicht auf der Strecke bleiben!

 

Dass derzeit der Bund Naturschutz zusammen mit selbsternannten Ökologen fordert, dass Jagdhunde in fremden Revieren das Wild aufscheuchen und in andere Reviere treiben sollen, dass der Bund Naturschutz fordert, dass die Jagdzeiten insbesondere auf das Reh ausgeweitet werden sollen und dass der Bund Naturschutz zusammen mit dem ÖJV fordert, die Fütterung von Wildtieren grundsätzlich - auch in der Notzeit – zu verbieten, zeigt leider, wie einseitig und ideologisch die angeblichen „Waldretter“ argumentieren und wie sehr sie versuchen, für alles einen Sündenbock zu finden. Ganz nach dem Motto: Das Reh ist an allem schuld und die schlechte, traditionelle Jagd trägt dafür die Verantwortung.

 

 

Es ist beschämend, wie wenig die selbst ernannten „Waldretter“ wie wenig auf den Zustand unserer Wildtiere blicken, wie wenig wildbiologisches Fachwissen in diese Forderungen nach immer höheren Abschusszahlen einfließt und wie einseitig unser heimisches Wild für alles verantwortlich gemacht wird. Zum Naturschutz gehört auch der Schutz der heimischen Tierwelt, Ökologie bedeutet die Gesamtheit der Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt und keineswegs nur immer wieder die Forderung nach höheren Abschusszahlen.

 

Der Bayerische Jagdverband, als anerkannter Naturschutzverband und seine 159 Kreisvereinigung in ganz Bayern mit rund 50.000 Mitgliedern hat das verinnerlicht und streitet im Rahmen der Bundesjagdgesetznovelle dafür. Andere könnten sich von dieser gesamtheitlichen Einstellung eigentlich eine Scheibe abschneiden. Unser Wild und unser Wald hätten das verdient.

 

 

Jagd ist gelebter Naturschutz

 


Rehwild nicht zum Sündenbock abstempeln! ­

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Referentenentwurf für das neue Bundesjagdgesetz liegt offiziell vor – die Länder- und Verbändeanhörung hat begonnen.Es bleibt eine robuste Diskussion. Die Jagd muss dabei als nachhaltige Bewirtschaftungsform eigenständig erhalten bleiben, bzw. gestärkt und nicht „nur“ als dienende Funktion anderer Bewirtschaftungsformen abgewertet werden. Das widerspricht allen bisherigen Grundlagen und belastet ein partnerschaftliches Verhältnis von Jagd, Landwirtschaft und Forst.

Neben den unstrittigen Formulierungen aus dem Koalitionsvertrag des Bundes gibt es vor allem beim Thema Abschussplanung und dem Umgang mit dem Rehwild großen Gesprächsbedarf. Wir brauchen keine neuen Kampfbegriffe wie einen „Mindestabschuss“, sondern eine Rehwildabschussplanung, die die Belange des Wildes gebührend berücksichtigt und es nicht zum „Sündenbock” für alle forstlichen Herausforderungen abstempelt. Bayern gibt dafür in seinem BayJG wertvolle Ansätze, die es zu erhalten gilt. Passende Formulierungen fehlen leider bisher im Referentenentwurf des BJG.

 

Außerdem dürfen nicht durch die Hintertür die Struktur der Hegegemeinschaften gefährdet, weitere jagdliche Regulative ad absurdum geführt und die Rechte der Jagdausübungsberechtigten eingeschränkt werden.In dem jetzt kommunizierten Referentenentwurf des Bundesjagdgesetzes sind aus unserer Sicht zwingend Verbesserungen und Klarstellungen notwendig. Als anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern bringen wir uns in der Verbändeanhörung intensiv ein und erheben das Wort für das uns anvertraute Wild und seine Lebensgrundlagen. Dazu wird das BJV-Präsidium unter Einbindung des Rechtsausschusses fristgerecht eine Stellungnahme mit konkreten Änderungsvorschlägen abgeben. Die Beratungen dazu haben bereits Anfang der Woche begonnen. Der BJV Schießausschuss hat längst handlungsfähige Konzepte und Positionen und ist maßgeblich an der Verbesserung der offenen Fragen rund um die Munition beteiligt und wird konkrete Verbesserungen des Referentenentwurfes abgeben. Ebenso sind die Experten des BJV zum Thema Jagdschein aktiv, um Unklarheiten zu beseitigen. Das ist aber alles kein Wettrennen, sondern bedarf der fundierten Beratung und exakten Formulierung.

 

Ziel ist es, die in Bayern seit Jahrzehnten gelebte Abschussplanung zu sichern, dem Zustand der Wildtiere und Wildtierpopulationen zu einem größeren Stellenwert zu verhelfen, und die in der bayerischen Schalenwildrichtlinie fest verankerten Grundsätze zur Beachtung wildbiologischer Aspekte, wie die Sozialstruktur, der Altersaufbau und die körperliche Verfassung des Wildes, zu berücksichtigen. Ebenso ist es unser Ziel, die ehrenamtlichen Strukturen der Jagd in Bayern zu festigen, die waidgerechte Ausübung der Jagd zu stärken und gleichzeitig den Waldumbau zu unterstützen. Diesbezüglichen Verschärfungen, die einseitig zu Lasten insbesondere des Rehwilds gehen, werden wir nicht zustimmen. Es ist immer noch das Jagdgesetz, das novelliert wird, und nicht das Waldgesetz! Daher werden wir nicht nur auf den jetzt vorgestellten Entwurf reagieren, sondern weitere Vorschläge zum Schutz des Wildes in die Diskussion einbringen. Gerne nehmen wir dazu auch Ihre Anregungen auf.

 

Am 28. August wird es noch einmal eine offizielle Verbändeanhörung in Bonn geben. Das heißt, wir werden uns weiter intensiv über die Abgeordneten und bei der Anhörung selbst einbringen.

 

Bitte mitmachen - Studie zur Ausbreitung des Amerikanischen Leberegels!

 

 

 

Das Monitoring zum Großen Amerikanischen Leberegel soll fortgesetzt werden, weil der bisherige Probenumfang für wissenschaftlich fundierte Aussagen noch nicht ausgereicht hat. Bisher hat die private Jägerschaft kaum teilgenommen. Deshalb bittet das Ministerium die Jägerinnen und Jäger, sich an der Studie zu beteiligen. Sie müssen nur die Leber der erlegten Tiere bzw. von Fallwild einschicken. Kosten entstehen für den Jäger nicht.


Die Rückkehr des Wolfes ­

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Der Wolf steht derzeit fast täglich in den Medien. Gerade in den letzten Wochen und Monaten häufen sich die Meldungen über Wolfsrisse oder Wolfssichtungen in Bayern: Von Garmisch Partenkirchen bis in die Rhön, vom Frankenwald bis nach Passau, von Neustadt/Aisch bis nach Friedberg – der Wolf ist nach Bayern zurückgekehrt. Deshalb stand der Wolf auch im Mittelpunkt der „Feldkirchner Jagdrunde“, zu der der BJV diesmal online – als Web-Konferenz eingeladen hatte. Das Thema könnte nicht aktueller sein. Deshalb hat der BJV zu einem Gedankenaustausch eingeladen. Dazu konnten drei namhafte Experten aus Wissenschaft und Praxis gewonnen werden: Prof. Herzog, Wildtierökologe aus Dresden, Prof. Pfannenstiel, Zoologe aus Berlin und Forstdirektor Ulrich Maushake vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr.Für alle, die sich nicht einloggen konnte, haben wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte der Tagung zusammengestellt.

 

 

BJV-Landesversammlung am 17. Oktober 2020 in Nürnberg

 

Jetzt ist es sicher: Die Landesversammlung des Bayerischen Jagdverbandes findet am 17. Oktober in der Frankenhalle, Messe Nürnberg statt. Die Auswertung der Meinungsumfrage der Kreisgruppen liegt jetzt vor.

 

 

Gemeinsam für große Greifvögel

 

Der Start der Auswilderung von Bartgeiern in Berchtesgaden stieß beim Vorsitzenden des LBV (Landesbund für Vogelschutz), Dr. Norbert Schäffer, dem Vizepräsidenten des Bayerischen Jagdverbandes, Thomas Schreder, und dem Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, auf breite Unterstützung. Zugleich informierten die Bayerischen Staatsforsten und der LBV bei einem gemeinsamen Termin im Forstbetrieb Berchtesgaden über das beabsichtigte Projekt zum Schutz von Stein- und Seeadlern sowie Bartgeiern und vereinbarten einen engen Informationsaustausch mit der privaten Jägerschaft. Das Projekt startet im Jagdjahr 2021/2022 für eine Dauer von vier Jahren und soll die Lebensgrundlage der großen Greifvögel verbessern. Durch die Nutzung bleifreier Munition beim Abschuss von Rot-, Reh- und Gamswild und einem verstärkten Belassen von nicht verwertbaren Teilen geschossener Wildtiere als zusätzliche Nahrungsquelle vor Ort sollen die Zahlen der großen Greifvögel in Bayern stabilisiert und nach Möglichkeit in den nächsten Jahren erhöht werden.

 

 

Über 100.000 Euro für Aufwandsentschädigung für Schwarzwild ausgezahlt!

 

Rund 110.000 Euro Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung im Jagdjahr 2019/2020 ist diese Woche an die Jägerinnen und Jäger in Bayern ausbezahlt worden. Der erste Teilabruf ist überwiesen. Der zweite Teilabruf der staatlichen Mittel ist bereits angefordert. Auf Grund der Corona-Pandemie hat sich die Bereitstellung der Mittel durch das LGL leider verzögert.

 

Die Aufwandsentschädigung für Schwarzwild gibt es übrigens auch für dieses Jagdjahr 2020/2021, wie Staatsminister Thorsten Glauber mitgeteilt hat. Dann gibt es die Prämie auch für Keiler und Überläuferkeiler, nicht nur für Bachen. In grenznahen Landkreisen zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik – und nur in diesen – wird die Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Schwarzwild von 20 auf 100 Euro erhöht. Für den BJV ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wir bleiben aber weiterhin in intensiven Gesprächen mit dem Ministerium, um die Anhebung der Prämie bayernweit zu erreichen.

 

 

Trafostationen als Tierhotel?

 

Werden in Ihrer Region alte Trafostationen als Tierhotels genutzt? Über die Wildland-Stiftung Bayern wurden bisher zwei solcher Türme umgestaltet.

 

Jetzt möchten wir gerne herausfinden, ob es noch mehr solcher umgewandelter Trafostationen gibt, die Jäger in Eigenregie zu attraktiven Tierhotels, etwa für Fledermäuse, umgebaut haben. Sie sollen dann auf der Webseite www.turmtransormation.de aufgeführt werden. Bitte teilen Sie uns Ihre Entdeckungen gerne mit Fotos, Standortangabe und Art der Nutzung bis zum 6. August mit. Vielen Dank fürs Mitmachen!

 

Ansprechpartner: Ulrike Kay-Blum: Tel.: 089 / 99 02 34 – 36, E-Mail: kay-blum.wildland@jagd-bayern.de.

 

Wieder viele spannende Online-Kurse bei der Landesjagdschule

 

Bequem von zuhause aus Neues dazu lernen! Die Landesjagdschule bietet wieder eine Vielzahl interessanter Online-Kurse an. Klicken Sie doch mal rein, zu den aktuellen Terminen, sicher ist auch für Sie etwas Spannendes dabei.

 

 

Neugierig? - Der neue Schulkalender kurz vor der Drucklegung

 

Es sind nur noch wenige Schritte bis zur Druckfreigabe: Der neue Schulkalender 2021 steht heuer unter dem Motto „Wildtiere und Fische im Offenland“. Wir waren vom neuen Titelbild jedenfalls schon mal begeistert. Ausgeliefert werden die neuen Kalender ab November 2020. Ansprechpartner: Dirk Waltmann, Tel.: 089 / 99 02 34 – 30;

E-Mail: Dirk.Waltmann@jagd-bayern.de

 


Informationen zum forstlichen Gutachten 



Bundesjagdgesetz

 

Die politische Arbeit steht derzeit im BJV ganz oben auf der Tagesordnung: Es geht um den Entwurf zum Bundesjagdgesetz. Der BJV hat sich in Berlin und München dazu positioniert. Das BJV-Präsidium hat sich zu den bisher vorliegenden Informationen beraten. Wir führen viele Gespräche mit den entscheidenden Personen aus Politik und Ministerialverwaltung und haben mehrere Rechtsexperten zu dem Thema eingeladen. In Kürze soll der Gesetzentwurf vorliegen, die BJV Rechtsexperten werden ihn dann bewerten. Wir informieren Sie umgehend, sobald der Entwurf und die Einschätzungen vorliegen.

 

 

 

Wildbret Vermarktung in Bayern

 

Der BJV unterstützt die dezentrale Vermarktung unseres hochwertigen Naturprodukts. Wildbret ist bestes Fleisch aus der Region. In der Juni-Ausgabe der „Jagd in Bayern“ wird es einen Schwerpunkt zum Thema Wildbret geben. Mit Tipps zur Vermarktung genauso wie mit schmackhaften Rezepten für jeden Tag. Die neue JiB finden Sie in den nächsten Tagen in Ihrem Briefkasten und ab 1. Juni auf der Homepage des BJV unter https://www.jagd-bayern.de/presse/magazin-jib/

 

 

 

 

Kitzrettung in Bayern

 

Der BJV zieht eine positive Bilanz. Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Jagd noch nicht überall perfekt läuft, so zeigt sich heuer doch: Die Botschaft ist vielerorts angekommen, auch bei den Landwirten. Viele Kitze konnten durch das große Engagement der Jägerschaft, aber auch vieler Landwirte und Tierfreunde aus der Bevölkerung gerettet werden. Viele neue Ideen werden aufgegriffen, viele Kitz-Rettungs-Teams werden gegründet. Gemeinsam wird nach Lösungen gesucht, werden Drohnen finanziert, Einsätze koordiniert und Kitze gerettet. Großer Dank an alle, die sich zum Schutz der Jungtiere einsetzen! Dank auch an alle, die bei unserem Fotowettbewerb auf Facebook und Instagram mitgemacht haben und tolle Fotos und bewegende Geschichten gepostet haben. Reinklicken lohnt sich: https://www.facebook.com/BayerischerJagdverbandeV/

 

 

 

Planungen zum Landesjägertag

 

Nach der letzten Präsidiumssitzung ist der BJV mit mehreren Veranstaltungsorten in Kontakt und prüft, wie eine Landesversammlung durchgeführt werden kann. Sobald es dazu belastbare Informationen über mögliche Termine und Kosten gibt, werden wir sie Ihnen sofort mitteilen und in die konkrete Planung einsteigen. Sicherheit, Gesundheit und die Beachtung aller Vorgaben sind dabei selbstverständlich.

 

 

 

Aufwandsentschädigung für erlegtes Schwarzwild

 

Enormen Zulauf hat derzeit unsere Schwarzwildförderstelle in Mauth. Nachdem der BJV die Zusage bekommen hat, die Schwarzwildförderung wieder abwickeln zu dürfen, wird die Förderstelle mit Anträgen überhäuft. Das freut uns sehr. Bitte nutzen Sie die Formulare auf der Homepage des BJV unter https://www.jagd-bayern.de/wp-content/uploads/2020/05/Erstattungsantrag-2020.pdf.

 

Übrigens die E-Mail-Adresse der Förderstelle hat sich geändert.

 

E-Mail: foerderstelle-schwarzwild@jagd-bayern.de

 

 

 

Mehr Respekt für unser Wild!

 

Der BJV ruft dazu auf, den Respekt vor unserer heimischen Natur hoch zu halten. Unser Wild ist Teil unserer Kulturlandschaft und prägt unsere Heimat. Aufrufe wie, „mehr Rehe zu erlegen und den Wald vor „rasenmäher ähnlichem“ Verbiss zu retten“, lehnt der BJV rigoros ab. Genauso aber auch alle Praktiken, das Wild in der Aufzuchtzeit unnötig zu stressen. Waidgerechte Jagd  - ja, pauschale Aufrufe, mehr zu schießen – nein!

 

 

 

Waldstrategie 2050

 

Der BJV hat sich rechtzeitig und abgestimmt mit dem DJV und vielen Partnerverbänden zur so genannten Waldstrategie 2050 aufgestellt und wird diese Haltung auch in den weiteren Gesprächen verteidigen. Die gemeinsame Erklärung zur Waldstrategie 2050 finden Sie im Anhang.

 

 

 

Forschungsprojekt zum Großen Amerikanischen Leberegel in Nordostbayern – erste Zwischenergebnisse

 

Von Oktober 2019 bis Februar 2020 wurden Proben von 700 Tieren auf das Vorhandensein des Großen Amerikanischen Leberegels untersucht. Dabei wurden Proben von 640 Stück Rotwild, 24 Stück Rehwild, einem Stück Damwild und 35 Wildschweinen untersucht.

 

418 Stück beprobtes Rotwild stammen alleine aus dem Gebiet des TÜP Grafenwöhr, 91 Tiere aus Hohenfels und 110 aus dem Nationalpark Bayerischer Wald.

 

Nach Auswertung aller vorhandenen Untersuchungsergebnisse ergab sich für die gesamte beprobte Region eine Vorkommens Häufigkeit des Großen Amerikanischen Leberegels von 5,6 % beim Rotwild. Bei den wenigen untersuchten Lebern von Reh-, Dam- und Schwarzwild lag kein Befall mit F. magna vor. Rund 69 % der untersuchten Lebern fiel durch eine Entzündung der Leberoberfläche mit sichtbaren blutigen oder vernarbten Egelbohrgängen auf. In 23 Fällen konnten adulte Egel angetroffen werden.

 

Schlussfolgerung

Die bisherigen Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich der Parasit vom ursprünglichen „Hotspot“ Veldensteiner Forst „wegbewegt“ hat. Da bei 18 von 110 im Nationalpark untersuchten Proben der Riesenegel nachgewiesen werden konnte ((16,4 %), liegt die Vermutung nahe, dass hier ein weiterer „Hotspot“ identifiziert wurde. Im Gegenzug lassen die regionalen Häufigkeiten des Egels in Grafenwöhr mit 3,1 % und in Hohenfels mit 1,1 % vor dem Hintergrund der zugrundeliegenden Probenzahlen keinen Rückschluss auf ein weiteres „Hotspot-Geschehen“ zu.

 

Wenn Sie mehr über das Projekt wissen wollen, finden Sie eine Zusammenfassung von unserer Referentin für Wildkrankheiten, Dr. Claudia Gangl, im Anhang.

 

Landesjagdschul-Betrieb im Juni und Juli

 

Die Kurse der Landesjagdschule müssen wegen der Kontaktbeschränkungen leider weiterhin bis 11. Juni ausfallen. Sehr gut angekommen ist das erste Webinar, das Freitagabend gelaufen ist. Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv und es werden mehr solche Angebote gewünscht. Deshalb haben wir unsere Online-Seminare über Webinar noch einmal ausgeweitet. Hier das Programm für Juni und Juli:

 

 

 

·         08.06.2020      von 19 bis 21 Uhr, Schwarzwildseminar – Der Schuss auf Schwarzwild im allgemeinen und speziell im Hinblick auf Erntejagden sowie die Bejagung im Feld, Referent: Klaus Schmidt, Lehrgangsnummer: 20601, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         10.06.2020      von 19 bis 21 Uhr, Rotwild-Seminar, Referent: Klaus Schmidt, Lehrgangsnummer: 20602, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         16.06.2020      von 19 bis 21 Uhr, Reviereinrichtungen selbst gebaut, Referent: Severin Wejbora, Lehrgangsnummer: 20603, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         17.06.2020     von 19 bis 21 Uhr, Ansprechen von Schalenwild, Referent: Klaus Schmidt, Lehrgangsnummer: 20604, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         29.06.2020     von 19 bis 21 Uhr, Anschuss-Seminar, Referent: Severin Wejbora, Lehrgangsnummer: 20605, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         25.06.2020 von 19 bis 21 Uhr, Blattjagd-Seminar, Referent: Bertram von Quadt,

                Lehrgangsnummer: 20608, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         02.07.2020 von 19 bis 21 Uhr, Biber-Seminar, Referent: Nicole Anzinger

                Lehrgangsnummer: 20606, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

·         09.07.2020 von 19 bis 22 Uhr, Biber-Seminar, Referent: Nicole Anzinger

                Lehrgangsnummer: 20607, Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

 

 

 

Die Biberseminare sind die Grundlage dafür, dass Sie von der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde mit der Entnahme von Bibern betraut werden. Nur aufgrund der aktuellen Situation und dem dringend benötigten Schulungsbedarf, werden diese Seminare als 3-Stunden-Webinare angeboten.

 

So geht’s: Um an einem Webinar teilzunehmen brauchen Sie einen video- und audiofähigen PC/Laptop. Wir arbeiten mit der Plattform ZOOM. Ihre Zugangsdaten zu dem Webinar werden Ihnen vor dem Lehrgang per E-Mail zugesandt. Sie können sich ca. 30 min. vor Lehrgangsbeginn über diesen Link zu dem Webinar einloggen. Pro Webinar, maximale Teilnehmerzahl 30 Personen.

 

Nutzen Sie zur Anmeldung unser Onlineanmeldetool.

 

 

 


Jagd gegen die Natur

 

Bayerischer Jagdverband fordert Respekt vor Wildtieren

 

Der notwendige Waldumbau funktioniert nur mit Fachwissen nicht mit Ideologie

 

Selbsternannte Ökojäger tragen ihren Namen zu Unrecht

 

 

Lohr,   Feldkirchen,   22.   April   2020 

      

(ts): „Hunting4future“ heißt das neueste Schlagwort selbsternannter Ökojäger. Das soll modern klingen, verkauft werden mit diesem auf jung getrimmten Slogan aber wieder einmal nur die immer gleichen   abgedroschenen   Forderungen   nach   höheren   Abschusszahlen.  Das Gewehr   als   Allheilmittel   für   den   Waldbau   –   der   Bayerische   Jagdverband verurteilt eine solche einseitig ideologische und naturverachtende Einstellung.

 

ÖJV macht sich stark für grobe Tierschutzverstöße

 

„Wer im Frühsommer Drückjagden auf Reh- und Rotwild fordert“, so Thomas Schreder, BJV-Vizepräsident und Biologe, „der zeigt, dass ihm der Tierschutz völlig  gleichgültig   ist.   Auf   einer   Drückjagd   im   Frühsommer   ist   der Muttertierschutz   und   das   Wohl   der   Jungtiere   nicht   zu   garantieren.   Nicht auszudenken, wenn die hochträchtige Geiß kurz vor dem Setzen auch noch mit Hunden durch den Wald gehetzt wird oder ein Muttertier, das von seinem gerade erst geborenen Nachwuchs getrennt wurde, geschossen wird? Bei allem Respekt vor dem notwendigen Waldumbau, hier wird eine ethische Grenze überschritten.   Wer   so   respektlos   mit   unseren   Wildtieren   umgeht   und   so verantwortungslos gegenüber der Natur handelt, ist kein Jäger. Das ist Jagd

gegen die Natur.“   Damit reformiert der ÖJV nicht das deutsche Jagdwesen, sondern zerstört die Akzeptanz für die Jagd in der Bevölkerung. Denn für den Besucher unserer Natur gehören Wald und Wild untrennbar zusammen.

 

Wo bleiben die ökologisch ausgefeilten Ideen?

 

Eine zukunftsorientiere Jagd richtet sich nach ökologischen Gesichtspunkten und sieht das Ökosystem als Ganzes, betont der Biologe Schreder: „Pflanzen und Pflanzenfresser gehören zusammen und bilden gemeinsam das Ökosystem „Wald“. Wer den Wald langfristig ökologisch umbauen will – und das ist auch im Interesse des BJV – muss das System als Ganzes sehen und nicht einfach immer nur plump nach höheren Abschussquoten rufen. Wo bleiben die ökologisch ausgefeilten Ideen? Wo sind die biologisch begründeten Strategien? Wie etwa das Einbringen geeigneter, klimaresistenter Baumarten, wenn ersichtlich ist, dass die standortüblichen Baumarten mit den Auswirkungen des Klimawandels einfach nicht zurechtkommen. Leider Fehlanzeige.

 

Hoher Jagddruck schadet dem Wald

 

Denn es ist längst vielfach wissenschaftlich belegt: Zu hoher Jagddruck schadet und führt zu mehr Verbiss. Ruhe und artgerechte Lebensraumgestaltung – auch im Wald – sind, zusammen mit einer ordnungsgemäßen Jagdausübung, die beste Voraussetzung dafür, dass der notwendige Waldumbau funktioniert. Es   sind   aus   Sicht   des   BJV   gemeinsame   Anstrengungen   von   Jagdgenossen, Waldbesitzern und den Jägern nötig, um langfristig erfolgreich zu sein. Dazu gehören ein Lebensraumkonzept, ausreichend Ruhe für das Wild und natürlich eine angepasste Jagdstrategie nach den gesetzlichen Vorgaben.  

 

Jagd ist gelebter Naturschutz


BJV fordert harte Konsequenzen für Wilderer im Landkreis Rottal-Inn

 

 

  Bayerischer Jagdverband fordert Jagdscheinentzug für Wilderer

 

 

 Respektloser Umgang mit Wildtieren darf nicht einfach hingenommen werden

 

  Tragende Muttertiere müssen höchsten Schutz genießen

 

 

 

 

Pfarrkirchen, Feldkirchen, 17. April 2020 (ts):

 

Ein Vorfall von Jagdwilderei erschüttert seit Monaten den Landkreis Rottal-Inn. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die strafrechtliche Verfolgung eingestellt, wesentliche Vorwürfe haben sich im Zuge der Ermittlungen aber bestätigt. Der Bayerische Jagdverband (BJV) hat den Vorfalles sofort dem zuständigen Jägerausschuss zur Kenntnis gegeben. Der wird nach rechtlicher Würdigung eine Empfehlung abgeben.

 

 

Was ist passiert?  

 

 

Ein Jagdscheininhaber hat im Mai 2019 im Revier seines Jagdnachbarn eine tragende Geiß kurz vor der Geburt in der Schonzeit geschossen. Er hat das getötete Tier dann in sein Revier gezogen, das Haupt der Geiß abgeschnitten und mit den beiden vollständig entwickelten Kitz-Föten und dem Eingeweide liegen gelassen. Den Wildkörper hat er mitgenommen und vermarktet.

 

 

Schwere Gesetzesverstöße – wo bleibt der Tierschutz?

 

 

Damit hat der Schütze gleich gegen mehrere Gesetze verstoßen. Aus Sicht des BJV ist das ein untragbarer Vorgang, sagt Thomas Schreder, BJV-Vizepräsident und Biologe: „Tragende Muttertiere müssen unseren höchsten Schutz genießen. Eine solche Aktion hat nichts mit waidgerechter Jagd zu tun. Die Kitze mussten einen qualvollen Erstickungstod erleiden, weil die Geiß kurz vor dem Setzen getötet wurde. Ein so respektloser Umgang mit unseren Wildtieren und eine so entwürdigende Entsorgung von ungeborenem Leben (Kitze) ist ethisch nicht zu rechtfertigen.“

 

 

Fahrlässige Wilderei

 

 

Vorbehaltlich der rechtlichen Stellungnahme des Jägerausschusses fasst der BJV die ihm vorliegenden Informationen zusammen: Laut Staatsanwaltschaft liegt eine „fahrlässige Wilderei“ vor. Zur Begründung wird genannt, dass die Geiß nur 1,80 Meter von der Reviergrenze entfernt im fremden Revier gestanden hätte, und das sei bei Dämmerung nicht gut zu sehen gewesen. Der Schuss fiel aber gegen 20.20 Uhr, Anfang Mai herrschen um diese Tageszeit noch beste Lichtverhältnisse, es ist noch hell. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren an die Untere Jagdbehörde zur Weiterverfolgung einer Ordnungswidrigkeit übergeben.

 

 

BJV fordert Entzug des Jagdscheins und Entzug der Jagdwaffen

 

 

Der BJV fordert harte Konsequenzen für diese Verstöße. Thomas Schreder: „Jeder Jäger ist verpflichtet, seine Reviergrenzen genau zu kennen.  Bei unsicheren Verhältnissen, darf nicht geschossen werden. Ein Abschuss im fremden Revier erfüllt den Tatbestand der Wilderei, egal wie weit man sich im fremden Revier befindet.“

 

 

Tragende Muttertiere müssen höchsten Schutz genießen

 

 

Außerdem müssen – auch das schreibt das Gesetz vor – bei der Jagdausübung Schonzeiten eingehalten werden. Sie wurden aus wildbiologischer und tierschutzrechtlicher Sicht vorgeschrieben. Biologe Thomas Schreder: „Vor allem der Muttertierschutz ist ein über die Jagd hinaus geltender wesentlicher ethischer Grundaspekt für die Schonung weiblichen Wildes während der Frühlings- und Sommermonate.“ Der Beklagte hat die Schonzeiten nicht beachtet und ein trächtiges Stück Rehwild geschossen, das kurz vor der Geburt stand. Deshalb fordert der BJV schonungslose Aufklärung und harte Konsequenzen. Schreder: „Wer so verantwortungslos gegenüber Lebewesen in Feld und Wald handelt, dem kann in keinem Fall Zuverlässigkeit im Führen einer Waffe bescheinigt werden. Wer so verantwortungslos ist, der hat auf der Jagd nichts verloren.“

 

 

Jagd ist gelebter Naturschutz

 


Jagdausübung in Zeiten von Covid19

 

Nachsuchen mit nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen sind möglich

 

 Aufwandsentschädigung für Schwarzwild – bitte keine alten Formulare verwenden!

 

 

Nachsuche mit fremder Person möglich

 

Die enge  Zusammenarbeit und der ständige Informationsaustausch mit dem bayerischen Landwirtschaftsministerium belegen eindrucksvoll, dass der Jagd auch in diesen schwierigen Zeiten große Bedeutung bei gemessen wird und dass bei den Entscheidungen praxisgerechte Lösungen gesucht werden. In intensivem Austausch mit der Obersten Jagdbehörde ist es dem BJV  gelungen, trotz Ausgangsbeschränkung Lockerungen für unsere Nachsuchenführer zu erreichen. Nachsuchen mit einer nicht im Haushalt lebenden Person sind künftig möglich. Im Wildtierportal  Bayern heißt es dazu:

 

„Die Nachsuche auf verletztes oder krankes Wild, die dem Versorgen und der Vermeidung von unnötigem Leid der Tiere dient, ist allerdings unter Zuhilfenahme einer weiteren Person sowie unter Einhalten der Mindestabstände zulässig. Damit wird dem Tierschutz und den Unfallverhütungsvorschriften Rechnung getragen. Ein „nettes Zusammenkommen“ von weiteren Personen darf keinesfalls stattfinden.“

 

 

Aufwandsentschädigung für Schwarzwild – Bitte keine alten Formulare verwenden!

 

Bitte haben Sie noch etwas Geduld!!

Noch gibt es keine Entscheidung über die Abwicklung der Aufwandsentschädigung für Schwarzwildabschüsse und auch noch keine aktuellen Formulare. Bitte informieren Sie Ihre Mitglieder, keine alten Formulare zu verwenden, sie werden vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht anerkannt. Das LGL hat leider noch immer keine Rückmeldung gegeben, wie die Auszahlung der Aufwandsentschädigung für Schwarzwildabschüsse  ablaufen soll. Der BJV hat sich rechtzeitig  wieder als Auszahlungsstelle beworben. Ob wir den Zuschlag erhalten, ist noch immer nicht entschieden.

 

Erst wenn diese Entscheidung über die Auszahlungsstelle gefallen ist, bekommen wir die Informationen über die Abwicklung der Aufwandsentschädigung und die notwendigen Formulare. Erst dann können die Anträge eingereicht werden.  Es ist also noch etwas Geduld notwendig.  

 

Wir empfehlen bei der Abgabe der Streckenliste im Landratsamt, gleich schon im Voraus eine Kopie der Streckenliste mitzunehmen und von der Unteren Jagdbehörde – wie bisher auch – abstempeln und unterschreiben zu lassen. Dann geht es mit der Antragstellung  auf Aufwandsentschädigung schneller.
Für alle die fit im Umgang mit moderner Medien sind: wir empfehlen die digitalen Streckenliste in https://www.bjvdigital.de zu pflegen. Sie kann als PDF-Datei ausgedruckt werden. Auch damit lassen sich die Bearbeitungszeiten verkürzen, weil die Streckenliste besser lesbar und so schneller zu bearbeiten ist.

 

  • BJV wendet sich an Ministerien, um offene Fragen zur Jagdausübung und zur Ausstellung von Jagdscheinen in Zeiten von Covid19 zu klären

 

  • Jäger erfüllen wichtige gesellschaftliche Aufgaben

 

Feldkirchen, 19. März 2020 (ts): Der Bayerische Jagdverband (BJV) hat sich sowohl an das Bayerische Landwirtschaftsministerium als auch an das Bayerische Gesundheitsministerium gewandt, um offene Fragen bezüglich der Ausübung der Jagd und der Ausstellung von Jagdscheinen zu klären, sollten die Behörden auf Grund der Pandemie geschlossen bleiben. Mit Briefen an Staatsministerin Michaela Kaniber, MdL, und Staatsministerin Melanie Huml, MdL, unterstreicht BJV-Vizepräsident Thomas Schreder die hohe gesellschaftliche Relevanz der Jagdausübung und macht deutlich, dass eine Ausgangssperre für die Jägerinnen und Jäger in Bayern weitreichende Folgen mit sich bringen würde. „Tierschutzrechtliche Aspekte, wie das Versorgen von Unfallwild oder die Fütterung in Wintergattern müssen jederzeit beachtet werden, ebenso muss in Anwendung des Maßnahmenkatalogs zur Prophylaxe vor der Afrikanischen Schweinepest, eine Bejagung von Schwarzwild weiter möglich sein“, so Schreder. Neben diesen wichtigen Aufgaben ist die in den Jagdgesetzen verankerte Pflicht zur Vermeidung von Wildschäden zu befolgen und die staatliche Abschussplanung einzuhalten. Dies kann aus Sicht des BJV jederzeit umgesetzt werden, ohne dabei die Verbreitung des Coronavirus zu befördern. Die Einzeljagd ist eine Jagdart, die keinen Kontakt zu anderen Mitbürgern vorsieht und die Übertragung des Virus von vorne herein ausschließt. Vizepräsident Schreder, selbst auch Biologe, dazu weiter: „Bayerns Jägerinnen und Jäger sind staatlich geprüfte Experten, die im Rahmen Ihrer Ausbildung über Tierseuchen und Zoonosen geschult wurden. Daher weiß die Jägerschaft, wie sie hygienerechtlich einwandfrei zu handeln hat.“

 

Parallel bittet der BJV die zuständigen Behörden darum, auch in Zeiten der Pandemie zu gewährleisten, dass den legalen Waffenbesitzern die zum 1.4.2020 zu verlängernden Jagdscheine fristgerecht ausgestellt werden können.

 

 

Die Einzeljagd ist weiterhin erlaubt

Zu finden auf der Homepage des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums unter

              

http://www.stmelf.bayern.de/coronavirus

 

Sie finden die Info unter „Fragen und Antworten“

 

 

 

 






BJV entsetzt über Massaker an Rotwild in Tirol

 

 Der Bayerische Jagdverband (BJV) ist entsetzt über die Wintergatterabschüsse  in Kaisers im Lechtal, Tirol.

     

 33 Stück Rotwild wurden niedergemetzelt

  BJV lehnt Wintergatterabschüsse kategorisch ab

  Jagd muss immer tierschutzgerecht bleiben, auch im Seuchenfall

 

Feldkirchen, 10. Februar 2020 (gh): Grausame Szenen müssen  sich letzte Nacht in einem Wintergatter in Tirol abgespielt haben. Auf Anordnung der Landesveterinärbehörde wurde dort als Seuchenbekämpfungsmaßnahme gegen Tuberkulose das Feuer auf Rotwild im Gatter eröffnet. 33 Tiere wurden vor ihren Artgenossen auf engstem Raum niedergemetzelt. Auch nach 45 Minuten, so Augenzeugen, sollen noch nicht alle Tiere tot gewesen sein. „Die Zäune des Gatters sind blutverschmiert. Die Tiere liegen übereinander und direkt am Zaun. Es ist davon auszugehen, dass sie in grenzenlose Panik gerieten und natürlich versucht haben, auszubrechen“, kommentiert BJV-Tierschutz-Expertin, Dr. Claudia Gangl auf Grund des dem BJV vorliegenden Fotomaterials.

 

Der Bayerische Jagdverband lehnt Wintergatterabschüsse kategorisch ab. Thomas Schreder, Biologe und BJV-Vizepräsident: „Ich bin entsetzt über solche Praktiken unter dem Deckmantel der Seuchenbekämpfung. Derartige Massenabschüsse von Rotwild im Gatter sind mit dem Tierschutz nicht vereinbar. Deshalb sind solche Maßnahmen mit dem BJV nicht zu machen.“

Auch in Bayern war die Tuberkulose beim Rotwild ein Thema. Doch gemeinsam mit der Staatsregierung, mit den Behörden, dem Tierschutz und den örtlichen Kreisvereinen und Hegegemeinschaften ist es dem BJV gelungen, eine solche Tierquälerei als Maßnahme abzuwenden.  Seitdem beteiligen sich die Jägerinnen und Jäger in den vom Umweltministerium ausgewiesenen Landkreisen am Tuberkulosemonitoring. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass es in Bayern keinen Seuchenzug gibt und die Tuberkulose bei Rotwild nur in seltensten Fällen  nachgewiesen werden kann.

Thomas Schreder: „Wo bleibt da der Respekt vor dem Tier? Jagd muss immer tierschutzgerecht sein, auch im Seuchenfall.“

 

 

Jagd ist gelebter Naturschutz



Die Bayerischen Jägerinnen und Jäger –
Garant für erfolgreichen Waldumbau

 

·         Der Bayerische Jagdverband (BJV) unterstützt den Waldumbau mit waidgerechter Bejagung

 

·         Wald und Wild gehören untrennbar zusammen

 

·         Waldumbau funktioniert nur, wenn auch die Bevölkerung mit im Boot sitzt

 

·         Zu hoher Jagddruck schadet mehr als er nutzt

 

·         BJV ist wichtiger Partner beim Aufbau des Klimawaldes

 

Feldkirchen, 23. Januar 2020 (ts): Der Klimawald in Bayern zieht eine breite mediale und politische Aufmerksamkeit auf sich, der sich niemand entziehen kann: Umfangreiche Förderprojekte der Staatsregierung, diverse Fachveranstaltungen einzelner Organisationen bis hin zu populärwissenschaftlichen Kinofilmen. Die Bandbreite ist enorm. Die Öffentlichkeit nimmt immer mehr Anteil an der Sorge um unseren Wald.

 

BJV unterstützt Waldumbau

 

Der Bayerische Jagdverband e.V. (BJV), die staatlich anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern, beteiligt sich selbstverständlich an den notwendigen und sinnvollen Maßnahmen zum Waldumbau und ist die entscheidende Organisation, die den Waldumbau flächendeckend mit einer waidgerechten Bejagung flankierend unterstützen kann.

 

Wald und Wild gehören untrennbar zusammen

 

Neben dem Erhalt von Eiche, Buche und Tanne ist es für den BJV dabei entscheidend wichtig, dass es den wildlebenden Tieren im Wald, wie Reh, Hirsch und Gams, gut geht und der Waldumbau nicht einseitig auf dem Rücken der Wildtiere umgesetzt wird. Thomas Schreder, Diplombiologe und Vizepräsident des BJV: „Die Bevölkerung will keinen Wald ohne Wild und Waldbau nur mit der Büchse ist der falsche Weg. Der Respekt vor dem Wild und der tierschutzgerechte Umgang mit den Wildtieren muss uns allen ein wichtiges Anliegen sein. Wald und Wild gehören untrennbar zusammen und es ist die Verantwortung der rund 50.000 Jägerinnen und Jäger in Bayern, das zusammen mit den Grundeigentümern, der Politik und den Behörden zu realisieren. Jagdvorstände, Waldbesitzer, Jägerschaft, Behörden und Politik müssen gemeinsam nach Lösungen suchen.“

 

Alleine geht es nicht

 

Der Erhalt des Waldes ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die die gesamte Gesellschaft braucht, um erfolgreich zu sein. Wir brauchen die Unterstützung der Landwirtschaft, um im Wald erfolgreich zu sein. Wenn es ausreichend attraktive Lebensräume in der Feldflur und an den Waldrändern gibt, haben die Wildtiere genügend Alternativen zu den so wertvollen Baumknospen. Gleichzeitig müssen wir aber auch die Bevölkerung einbeziehen. Denn eine waidgerechte, ordnungsgemäße und effiziente Jagdausübung wird oft durch Freizeitsuchende gestört oder unmöglich gemacht. Sind die doch nicht selten mit Stirnlampen schon am frühesten Morgen bis zum späten Abend in Wald und Feld unterwegs.

 

 

 

Zuviel Jagddruck schadet dem Waldumbau

 

Der BJV fordert eine umfangreichere Information darüber, wie sich die Wildtiere in den Revieren verteilen und wie sich die Populationen zusammensetzen, um eine breitere Basis für eine ordnungsgemäße Abschussplanung zu erlangen. Die Erhebung der durch Wildtiere geschädigten Pflanzen ist eine wichtige Information, darf aber nicht allein die einzige Basis für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wildarten sein. Um Fehler bei der Bejagung zu verhindern, durch falsche Bejagungsstrategien eventuell sogar die Wildschäden zu erhöhen, müssen in eine erfolgreiche Wildbewirtschaftung alle Faktoren einfließen, die einen erfolgreichen Umbau zum Klimawald ermöglichen und gleichzeitig den Ansprüchen unserer heimischen Wildtierpopulationen gerecht werden. Führende Wissenschaftler aus der Wildbiologie, der Veterinärmedizin und des Tierschutzes teilen diese Ansicht und warnen davor, mit einer falschen Bejagung, zu hohem, oft unnötigen Jagddruck und falschen jagdlichen Methoden, die Schäden im Wald eher zu verstärken als zu mindern.

 

 

 

BJV ist wichtiger Partner beim Aufbau des Klimawaldes

 

Waldruhezonen, keine Jagdzeit in den Winter hinein und Schaffung artgerechter Wildtierlebensräume stellen für den BJV einen wichtigen Teil des erfolgreichen Umbaus zum Klimawald dar. Eine klare Absage erteilt der BJV daher all denen, die versuchen, in kleinen ideologischen Gruppen mit einseitigen Sichtweisen unter dem Deckmantel der Ökologie den Waldumbau nur zu Lasten der Wildtiere umzusetzen.

 

Der BJV mit seinen rund 160 Kreisverbänden, 12.000 Revierpächtern und rund 50.000 Jägerinnen und Jägern stellt sich der großen Aufgabe des Waldumbaus, bietet die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten an. Der BJV wird aber bei all seinen Aktivitäten den Respekt vor unserer heimischen Tierwelt, als seine oberste Werterichtschnur, niemals außer Acht lassen.

 

 

 

Jagd ist gelebter Naturschutz

 


Wilderei ist kein Kavaliersdelikt

 

  Wilderei ist Tierleid, nicht Romantik und Mythos

 

  Der BJV verurteilt jede Art von Wilderei auf’s Schärfste und fordert mehr Respekt vor der Natur und den Wildtieren

 

Hauzenberg, 13.01.2020: Immer wieder wurden in den letzten Wochen Fälle von grausiger Wilderei bekannt, wo Tiere mit Schlingen gefangen oder mit fürchterlichen Schussverletzungen aus nichtjagdlichen Waffen qualvoll zu Grunde gingen. „Mit Romantik hat das nichts zu tun“, Wilderer handeln einfach nur kriminell.“ Über 200 Fälle pro Jahr werden bayernweit von der Polizei erfasst. Die Dunkelziffer aber liegt viel höher. Bisher konnten auch nur wenige Täter verurteilt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 26 Prozent. Der Grund: Die Beweissicherung ist ausgesprochen schwierig, weil viele der gewilderten Tiere einfach mitgenommen oder irgendwo in der Natur entsorgt und so nicht entdeckt werden.

 

Die Motive der Wilderer sind unterschiedlich: Manche Wilderer wollen die Trophäe, andere wildern, um billig an Wildfleisch zu kommen. Es gibt aber auch Wilderer, die einfach nur Tiere töten wollen. „Wilderei ist eine Straftat und muss strafrechtlich mit allen Konsequenzen verfolgt werden. BJV Jäger verurteilen alle Verstöße gegen das Tierschutz-, Naturschutz-, Jagd- und Waffengesetz. Wir als anerkannter Naturschutzverband fordern einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Wildtieren in Feld und Wald “

 

Das gilt nicht nur für Jagdwilderei, sondern auch für die Wilderei von Tieren, die unter Naturschutz stehen, wie etwa der Luchs. Deshalb hat der BJV zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem WWF sich für einen bayerischen „Aktionsplan Wilderei“ stark gemacht. Die Gesellschaft nimmt heute unter dem Vorzeichen des weltweiten Artensterbens Wilderei-Delikte ernst, nicht nur im fernen Afrika, sondern auch bei uns vor der Haustür. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ermittlungen endlich auch zu Prozessen und gegebenenfalls auch zu einer Verurteilung des Täters führen. Unser Anliegen ist es, Polizei, Staatsanwälte und Richter auf diesem Weg zu ermutigen und zu unterstützen.“

 

Jagd ist gelebter Naturschutz

 


Wenn die selbsternannten Ökojäger postulieren




BJV-Infobrief_2019_November_1: Themen 1-4

 

 

Thema 1: Agrarumweltmaßnahmen - Erste Informationen zur Antragstellung 2020

 

 

Anfang des kommenden Jahres besteht wieder die Möglichkeit, Grundanträge für die flächenbezogenen KULAP-Maßnahmen sowie für das VNP einzureichen. Voraussichtlicher Antragszeitraum: 7. Januar bis 28. Februar 2020

 

Um den Landwirten die Anbauplanung für 2020 zu erleichtern, stehen mittlerweile die ersten Informationen vom StMELF zur Antragstellung zur Verfügung. Unter folgendem Link können diese eingesehen werden:

 

http://www.stmelf.bayern.de/agrarpolitik/foerderung/228338/index.php

 

Nach 2020 wird zunächst mit ein bis zwei Übergangsjahren gerechnet bis auf der EU-Ebene alle Details der neuen Förderperiode ausverhandelt und festgelegt sind.

 

Neuerungen bzw. Änderungen

 

Für die KULAP-Antragstellung wird es im kommenden Jahr zwei Gruppen von Maßnahmen geben:

 

Maßnahmen, für die eine Neuantragstellung mit fünfjährigem Verpflichtungszeitraum angeboten wird

 

Maßnahmen, bei denen Betriebe nur im Falle auslaufender Verpflichtungen eine Anschlussverpflichtung mit einer kürzeren Laufzeit von drei Jahren abschließen können

 

Im Zuge des Volksbegehrens für mehr Biodiversität und des dazu erlassenen Begleitgesetzes werden zudem einige KULAP-Maßnahmen in überarbeiteter Form angeboten.

 

Alle Änderungen stehen noch unter dem Vorbehalt der haushalts- und beihilferechtlichen Genehmigung.

 

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forst

 

 

Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)

 

Das bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) bietet Landwirten die Möglichkeit, auf ihren Feldern und Wiesen geförderte Maßnahmen zum Wohl von Natur, Landwirtschaft und Jagd durchzuführen. Anfang jedes Jahres läuft die Antragsfrist. Umso wichtiger ist es, gerade zum Ende des jeweiligen Kalenderjahres den Dialog mit Jagdgenossen zu suchen, um in den Revieren die Anlage von wildtierfreundlichen Biotopen, aber auch für Vögel und Insekten gemeinsam zu planen und umzusetzen. Das KULAP bietet gesamtbetriebliche Maßnahmen sowie Maßnahmen für einen Betriebszweig oder für Einzelflächen an.

 

 

Frau Carla Thamm, Ressort Landwirtschaft, Kitzrettung

Kontakt: Tel.: 089 / 99 02 34-54

E-Mail: carla.thamm@jagd-bayern.de

 


Thema 2: Anfrage zum Transparenzregister

 

 

 

Anbei dürfen wir Ihnen ein Antwortschreiben von Herrn Rechtsanwalt Finkenzeller auf eine Anfrage der BJV-Hauptgeschäftsführung zum Transparenzregister zu Ihrer Information zuleiten.

 

 

 

 

Frau Irene Kurz, Ressort Sekretariat Hauptgeschäftsführer

 

Kontakt: Tel.: 089 / 99 02 34-25

 

E-Mail: geschaeftsfuehrung@jagd-bayern.de

 

 




Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbandes vom 20. August 2019, Feldkirchen

Stoppt den Krieg gegen unsere heimische Tierwelt!

 

 

Der Bayerische Jagdverband (BJV) verurteilt die Forderung der Grünen, Nachtzieltechnik auch für die Jagd auf Reh- und Rotwild freizugeben.

 

Der Bayerische Jagdverband (BJV) setzt auf biologischen Sachverstand beim Waldumbau, auf Wertschätzung der Natur und gelebte Ökologie, nicht auf ideologische Parolen und verurteilt die maßlose Intoleranz der Grünen gegenüber unserem heimischen Reh- und Rotwild aufs Schärfste.

„Mir ist es unverständlich, dass eine Partei, die sich den Einsatz für die Natur auf die Fahnen schreibt, geradezu Krieg führt gegen einige unserer heimischen Wildarten, um einer rein gewinnorientierten, hochintensiven Forstwirtschaft das Wort zu reden“, so BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. „Während die Bayerische Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern die heimischen Wildtiere für die Bevölkerung endlich wieder erlebbar machen wollen, präsentieren die Grünen den Bürgern nur eine rigorose Totschieß-Mentalität.“

 

In der Forderung von Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nach dem Einsatz von Nachtzieltechnik bei der Jagd auf heimisches Schalenwild, sieht der BJV wieder einmal bestätigt, dass den Grünen ideologische Parolen wichtiger sind, als ökologische Zusammenhänge, biologischer Sachverstand und Artenschutz.

Vocke: „Wer Wildtiere und ihren Nachwuchs Tag und Nacht gnadenlos verfolgen will, nur um die Bestände herunterzuschießen und ohne dass damit der Waldentwicklung wirklich genutzt wird, der handelt unverantwortlich gegenüber der Natur.“

 

 

Ja zu klimastabilen Wäldern

 

Auch der BJV spricht sich klar für den Umbau zu klimastabilen und naturnahen Wäldern aus. Sie dienen nicht nur dem Klimaschutz und nutzen nicht nur den Menschen sondern auch den tierischen Waldbewohnern. Selbstverständlich wissen die bayerischen Jägerinnen und Jäger um die Sorgen der Privatwaldbesitzer und der Notwendigkeit angepasster Wildbestände. Deshalb unterstützen sie die Waldentwicklung durch eine effektive Jagd nach den gesetzlichen Vorschriften aus Bund und Land.

Der Waldumbau darf aber nicht zu Lasten der Wildtiere gehen. Eine ökologische Waldbewirtschaftung schließt die Tiere im Wald nicht aus, im Gegenteil, sie betrachtet das Ökosystem Wald ganzheitlich und setzt auf Wald mit Wild.

 

 

Klimaschutz und Artenvielfalt statt Jagd nach dem Gewinn

 

 

Ministerpräsident Dr. Markus Söder fordert, der Wald solle primär nicht mehr der Gewinnerzielung sondern dem Klimaschutz und der Artenvielfalt dienen. Der BJV kann das nur unterstützen, vor allem im Staatswald. Privaten Waldbesitzern, die vom Holz leben, muss ein Wirtschaften natürlich weiterhin möglich sein.

Bäume mit Verbiss sind kein Problem für den Klimaschutz, denn sie sterben keineswegs ab, sondern wachsen munter weiter. Sie wachsen allerdings nicht ganz so schnell und sind stärker verzweigt. Für den Klimaschutz aber ist dieser Baum genauso wertvoll. Denn Verbiss ist kein ökologisches, sondern allein ein wirtschaftliches Problem.

 

Waldumbau mit Wild

 

Der BJV fordert deshalb ein klares Bekenntnis zu den heimischen Wildtieren in einem dazugehörigen artenreichen Wald und verurteilt einseitige Forderungen, die nur zu Lasten der Wildtiere gehen und die Schuld an den aktuellen Waldkalamitäten dem Reh- und Rotwild in den Äser schieben wollen.


Auszug aus der Wild und Hund

BJV-Infobrief_2019_Juni_1: Themen 1-3

 

Thema 1: ASP beim Wildschwein – Fortführung der Aufwandsentschädigung für eingesandte Fallwildproben im Rahmen des „ASP-Monitoring Wildschwein"

 

Maßnahmen zur Früherkennung – Totfund-Monitoring

 

Um ein mögliches Auftreten der ASP in der Wildschweinpopulation rasch zu erkennen, hat Bayern bereits Maßnahmen zur Früherkennung dahingehend intensiviert, dass krank erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine bayernweit untersucht werden. Auch Proben verunfallter WS werden virologisch auf ASP im sogenannten ASP-Monitoring Wildschwein getestet.

 

Der Focus liegt auf der Untersuchung möglichst aller verendet aufgefundener WS, aber auch auffällig erlegte Wildschweine sollten beprobt werden. Zur Unterstützung erhalten Jäger auch in 2019 für die Probennahme bei verendet aufgefundenen WS und bei auffällig erlegten WS eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro Tier. Die Auszahlung erfolgt über den Bayerischen Jagdverband (Einsendeschein zum Erhalt der Aufwandsentschädigung auch zum Download unter www.jagd-bayern.de/formulare-jagdliche-praxis.html).

 

Die Revierinhaber werden gebeten, jedes verendet aufgefundene Stück Schwarzwild bei den zuständigen Behörden zu melden und, wenn möglich, auch zu beproben (Bitte besprechen Sie das Prozedere unbedingt mit Ihrem Veterinäramt.) Es ist von großer Bedeutung, dass bei der Meldung von Wildschweinkadavern bzw. der Beprobung der Fundort möglichst genau bestimmt wird. Im Seuchenfall können so adäquate Maßnahmen durch die Behörden ergriffen werden.

 

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bedankt sich ausdrücklich für die tatkräftige Unterstützung durch den Verband und die Jägerschaft!

 

Ratschläge und Hinweise des Veterinäramtes Miltenberg u.a. zum Kadaverfund und zum Ablauf der Meldung von Totfunden zur Kenntnis zugesandt.

 

4. Auffinden verendeter Wildschweine: was ist zu tun, solange die Seuche noch nicht festgestellt worden ist („Friedenszeit")?

 

Bei der ASP-Bekämpfung ist die frühzeitige Erkennung eines Seuchengeschehens von essentieller Bedeutung. Die Untersuchung tot aufgefundener Wildschweine ist dabei eine wichtige Säule.

 

a) Fund eines toten oder verletzten Tieres OHNE Seuchenverdacht, z.B. Tiere mit erkennbaren Verletzungen, Verdacht auf Verkehrsunfall etc.

 

Entsorgung wie üblich („gemeinwohlvertraglich"). Bei diesen Tieren ist eine Untersuchung auf ASP im Rahmen des bekannten „Überwachungsprogrammes" (Passives Monitoring, sog. Totfund-Monitoring) sinnvoll. Zu diesem Zweck soll eine Bluttupfer- bzw. Organprobe entnommen und mit dem ausgefülltem Untersuchungsantrag (auch auf der Homepage des BJV unter www.jagd-bayern.de zu finden) im Veterinäramt abgegeben werden.

 

b) Fund sonstiger Wildschweinkadaver:  Bitte entnehmen Sie in jedem Fall eine Probe mit den vom Veterinäramt ausgegebenen Tupferprobenröhrchen, bringen diese ins Veterinäramt und melden dort den Fund. Eine Bergung und Entsorgung solcher Kadaver durch den Revierinhaber wird als sinnvoll angesehen, sofern dies hygienisch einwandfrei möglich ist. ( z.B. nicht zu großer Kadaver, der in einem auslaufsicheren Behältnis/Sack transportiert werden kann). Ist dies nicht möglich, weil das Tier z.B. zu groß oder zu stark verwest ist, so dass die Gefahr besteht, organisches Material und damit möglicherweise vorhandenes Virus zu verbreiten, empfiehlt das Veterinäramt, den Kadaver vor Ort zu lassen und die Fundstelle zu kennzeichnen und den Kadaver nach Möglichkeit zu „sichern". Das Veterinäramt entscheidet und organisiert dann das weitere Vorgehen.

 

Für die Probenahme und -abgabe im Rahmen des „Totfund-Monitorings" wird eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro über den Bayerischen Jagdverband ausbezahlt. (Der Antrag auf Auszahlung ist auch über die Homepage des BJV unter www.jagd-bayern.de zu beziehen.)

 

→ Sollte ein dringender Seuchenverdacht vorliegen, z.B. Fund mehrerer toter Wildschweine oder besondere Merkmale bei erlegten Stücken, dann informieren Sie bitte umgehend das Veterinäramt bzw. außerhalb der Dienstzeiten die Polizei! Diese wird die Behörde verständigen, die die weiteren Schritte veranlasst. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche! Bereits der Verdacht verpflichtet Sie zu einer Anzeige.

 

5. Mitteilung eines Kadaverfundes

 

Nur wenn der Fundort eines Kadavers bekannt ist, können bei einem ASP-Nachweis angemessene Maßnahmen festgelegt werden, d.h. die Bestimmung des genauen Fundortes ist essentiell! Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Bitte markieren Sie den Fundort und ermitteln Sie die Geodaten mittels Smartphone (BJVdigital) oder GPS-Gerät.  Da es verschiedene Koordinatensysteme gibt, geben Sie bitte auch an, welche Art von Koordinaten sie übermitteln, z.B. UTM oder GK 3, GK 4 etc.

Nutzen Sie das vom BJV entwickelte einfach zu bedienende digitale Schwarzwildmonitoring-Programm –BJVdigital- auch zur „Markierung" von Fallwild.

Ermitteln Sie über Ihr Handy mit GPS-Funktion direkt im Wald Ihren Standort und dokumentieren Sie die Koordinaten oder machen sie einen Screenshot der Anzeige (sofern man Empfang hat).

 

Im Nachgang anhand von Kartenmaterial: Sowohl Google Maps als auch der Bayernatlas bieten gute Karten anhand derer die Koordinaten abgefragt werden können. Im Bayernatlas sind auch viele kleinere Gewässer erfasst, weshalb diese Karten sich auch zur Organisation der Fallwildsuche eignen. Suchen Sie in der entsprechenden Vergrößerung den Fundort möglichst genau, über Mausklick auf der rechten Maustaste bekommen Sie die Koordinaten angezeigt.

Auch über die „Tierfund-App" des Tierfund-Katasters des DJV (www.tierfund-kataster.de) ist es möglich, Wildunfälle sowie „andere" Totfunde zu erfassen. Die App erkennt automatisch den Standort und fragt die relevanten Daten ab.

Neben dem genauen Fundort ist auch der Verwesungsgrad der Kadaver für das weitere Vorgehen bedeutend. Daher bitten wir Sie, bei jedem gefundenen Wildschwein den Verwesungsgrad zu dokumentieren. Einfach und schnell lassen sich der Fundort sowie der Verwesungsgrad mit einigen Übersichtsaufnahmen mit dem Handy erfassen. Dies kann auch für ein ggf. später zum Einsatz kommendes Bergeteam hilfreich sein (erleichtert das Auffinden, Wahl der Ausrüstung.....).