BJV Aktuell


BJV-Infobrief_2019_Februar

 

 

Thema 1: Entwurmungsaktionen bei Wild in grenznahen tschechischen Revieren

 

 

Nach Informationen des  BMEL werden in der Tschechischen Republik auch 2019 wieder Entwurmungsaktionen bei Wildtieren durchgeführt. Die Behandlung von Wildtieren mit Antiparasitika wird nicht auf dem gesamten Hoheitsgebiet der Tschechischen Republik vorgenommen, sondern betrifft nur einzelne Jagdreviere gemäß und ausschließlich basierend auf dem positiven Ergebnis einer vorangegangenen parasitologischen Kontrolle/Untersuchung. Ausschließlich für diesen Zweck (von der State Veterinary Administration, Czech Republic) registrierte und zugelassene Antiparasitika dürfen gemäß einer vorgeschriebenen Dosierung verwendet werden. Nach dem tschechischen Veterinärgesetz ist der Einsatz von Tierarzneimitteln mit antiparasitärer Wirkung bei freilebendem Schalenwild in folgenden tschechischen Gebieten nahe der deutschen Grenze aktuell zulässig:

 

 

 

·         Česká Lípa

 

·         Ústí nad Labem

 

 

 

Der Einsatz wird – wie in den Vorjahren – ausschließlich im Monat Februar erfolgen. Folgende Schalenwildarten können von der Aktion betroffen sein, sofern sie in den Gebieten vorkommen:  Rotwild, Rehwild, Damwild, Sikawild, Muffelwild und Gamswild Schwarzwild steht nicht im Focus der „Behandlung", es kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass auch Wildschweine das Mittel aufnehmen.

 

Es besteht die Möglichkeit, dass jagdbare Wildtiere, welche die Arzneimittel aufgenommen haben, in grenznahe deutsche Reviere wechseln und entsprechend ihrer Jagdzeiten (im Zeitraum betroffen: Schwarzwild) zur Lebensmittelgewinnung erlegt werden. Da von den deutschen Behörden aktuell nicht auf konkrete Wartezeiten im Zusammenhang der Arzneimittelanwendung bei (potentiell lebensmittelliefernden) Wildtieren hingewiesen wurde, muss von einer Wartezeit von mindestens 28 Tagen ausgegangen werden (Arzneimittelgesetz (AMG) und Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV)).

 

 

 

(Def. Wartezeit nach BMEL:Wartezeit ist die Zeit, die nach der letzten Verabreichung eines Arzneimittels an ein Tier bis zum Zeitpunkt der Herstellung von Lebensmitteln aus diesem Tier einzuhalten ist und die gewährleistet, dass eventuelle Rückstände bestimmte Höchstmengen für arzneilich wirksame Stoffe nicht überschritten werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Konsumenten von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft nicht durch Arzneimittelrückstände geschädigt werden. Die festgesetzte Wartezeit stellt sicher, dass nach Ablauf dieser Zeit keine für den Verbraucher gesundheitlich bedenklichen Rückstände in den essbaren Geweben, in Milch, Eiern oder Honig von mit Arzneimitteln behandelten Tieren auftreten. Erst nach Ablauf der Wartezeit kann das Tier einer Verwertung zugeführt werden.)

 

 

 

 

Derartige Entwurmungsmaßnahmen bei frei lebendem Wild werden in Deutschland nicht durchgeführt, dennoch besteht die Möglichkeit, dass behandelte Tiere mit den entsprechenden Arzneimittelrückständen aufgrund der Grenznähe aus tschechischen Gebieten in Reviere auf deutscher Seite wechseln. Eine Feststellung ist zum Zeitpunkt der Schussabgabe jedoch nicht möglich. Erst beim erlegten Tier kann durch Untersuchung festgestellt werden, ob ein Arzneimittel aufgenommen wurde. Deshalb obliegt dem Jäger als Lebensmittelunternehmer eine besondere Sorgfaltspflicht. Es ist verboten, Wildfleisch in Verkehr zu bringen, das unzulässige Arzneimittelrückstände aufweist. Weisen Sie bitte den Untersucher auf die Möglichkeit der Arzneimittelaufnahme hin. Auch möchten wir darauf hinweisen, dass Jäger, die potentiell „therapiertes" Schalenwild als Hegeabschüsse erlegen, vor einer Vermarktung im Rahmen der amtlichen Fleischuntersuchung überprüfen lassen müssen, inwieweit Arzneimittelrückstände vorliegen.

 

Thema 2: Radiocäsiummessgeräte

 

Der Bayerische Jagdverband bietet in diesem Jahr zum Erwerb im Frühjahr zwei Radiocäsiummessgeräte für die Kreisgruppen an. Es handelt sich dabei um Neubestellungen. Der Ankauf dieser Geräte wird durch Fördermittel aus der Jagdabgabe mit 90 % bezuschusst. Für die jeweilige Kreisgruppe verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 10 % des Ankaufspreises (468,86 Euro). Falls Interesse besteht ein Gerät erwerben zu wollen, setzen Sie sich bitte mit Herrn Schungel bis zum 15.2.2019 in Verbindung:

 

Tel.: 089 / 990 234 16, E-Mail: peter.schungel@jagd-bayern.de