BJV Aktuell



Pressemitteilung des Bayerischen Jagdverbandes vom 20. August 2019, Feldkirchen

Stoppt den Krieg gegen unsere heimische Tierwelt!

 

 

Der Bayerische Jagdverband (BJV) verurteilt die Forderung der Grünen, Nachtzieltechnik auch für die Jagd auf Reh- und Rotwild freizugeben.

 

Der Bayerische Jagdverband (BJV) setzt auf biologischen Sachverstand beim Waldumbau, auf Wertschätzung der Natur und gelebte Ökologie, nicht auf ideologische Parolen und verurteilt die maßlose Intoleranz der Grünen gegenüber unserem heimischen Reh- und Rotwild aufs Schärfste.

„Mir ist es unverständlich, dass eine Partei, die sich den Einsatz für die Natur auf die Fahnen schreibt, geradezu Krieg führt gegen einige unserer heimischen Wildarten, um einer rein gewinnorientierten, hochintensiven Forstwirtschaft das Wort zu reden“, so BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. „Während die Bayerische Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern die heimischen Wildtiere für die Bevölkerung endlich wieder erlebbar machen wollen, präsentieren die Grünen den Bürgern nur eine rigorose Totschieß-Mentalität.“

 

In der Forderung von Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nach dem Einsatz von Nachtzieltechnik bei der Jagd auf heimisches Schalenwild, sieht der BJV wieder einmal bestätigt, dass den Grünen ideologische Parolen wichtiger sind, als ökologische Zusammenhänge, biologischer Sachverstand und Artenschutz.

Vocke: „Wer Wildtiere und ihren Nachwuchs Tag und Nacht gnadenlos verfolgen will, nur um die Bestände herunterzuschießen und ohne dass damit der Waldentwicklung wirklich genutzt wird, der handelt unverantwortlich gegenüber der Natur.“

 

 

Ja zu klimastabilen Wäldern

 

Auch der BJV spricht sich klar für den Umbau zu klimastabilen und naturnahen Wäldern aus. Sie dienen nicht nur dem Klimaschutz und nutzen nicht nur den Menschen sondern auch den tierischen Waldbewohnern. Selbstverständlich wissen die bayerischen Jägerinnen und Jäger um die Sorgen der Privatwaldbesitzer und der Notwendigkeit angepasster Wildbestände. Deshalb unterstützen sie die Waldentwicklung durch eine effektive Jagd nach den gesetzlichen Vorschriften aus Bund und Land.

Der Waldumbau darf aber nicht zu Lasten der Wildtiere gehen. Eine ökologische Waldbewirtschaftung schließt die Tiere im Wald nicht aus, im Gegenteil, sie betrachtet das Ökosystem Wald ganzheitlich und setzt auf Wald mit Wild.

 

 

Klimaschutz und Artenvielfalt statt Jagd nach dem Gewinn

 

 

Ministerpräsident Dr. Markus Söder fordert, der Wald solle primär nicht mehr der Gewinnerzielung sondern dem Klimaschutz und der Artenvielfalt dienen. Der BJV kann das nur unterstützen, vor allem im Staatswald. Privaten Waldbesitzern, die vom Holz leben, muss ein Wirtschaften natürlich weiterhin möglich sein.

Bäume mit Verbiss sind kein Problem für den Klimaschutz, denn sie sterben keineswegs ab, sondern wachsen munter weiter. Sie wachsen allerdings nicht ganz so schnell und sind stärker verzweigt. Für den Klimaschutz aber ist dieser Baum genauso wertvoll. Denn Verbiss ist kein ökologisches, sondern allein ein wirtschaftliches Problem.

 

Waldumbau mit Wild

 

Der BJV fordert deshalb ein klares Bekenntnis zu den heimischen Wildtieren in einem dazugehörigen artenreichen Wald und verurteilt einseitige Forderungen, die nur zu Lasten der Wildtiere gehen und die Schuld an den aktuellen Waldkalamitäten dem Reh- und Rotwild in den Äser schieben wollen.


BJV-Infobrief_2019_August_2: Thema SVLFG

 

Die SVLFG verschickt wieder Beitragsbescheide – legen Sie rechtzeitig Widerspruch ein!

 

 

 

Derzeit werden von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wieder Beitragsbescheide verschickt. Wir raten Ihnen dringend, innerhalb der vorgegebenen Frist von vier Wochen Widerspruch dagegen einzulegen.

 

Durch die Beitragsneuordnung wurden durch die Umstellung der Berechnungsgrundlage von Jagdwert auf Jagdfläche die Beiträge sukzessive von 2013 bis 2018 angepasst. Bei 80 Prozent der Revierinhaber hat dies zu Beitragssteigerungen geführt. In diesem Jahr sollten die Beiträge eigentlich gleich bleiben. Die SVLFG hat nun aber den Hebesatz von 6,48 auf 6,59 Euro angehoben, was insgesamt in vielen Fällen wiederum zu Steigerungen der Beiträge führt - trotz Absenkung des Grundbeitrags.

 

Unter Angabe des Aktenzenzeichens des BJV-Musterprozesses S 8 U 5014/15 sollten Sie deshalb unbedingt Widerspruch gegen Ihren Beitragsbescheid einlegen. Die Begründung zum Widerspruch ist anliegend beigefügt, ebenso ein Muster für die Formulierung des Widerspruchs. Wichtig: Der Beitrag ist dennoch zu bezahlen – allerdings mit dem Vermerk „unter Vorbehalt". Grundsätzlich ist gegen jeden Beitragsbescheid erneut Widerspruch einzulegen.

 

Bei Fragen wenden Sie sich an die BJV-Geschäftsstelle,

 

Frau Carla Thamm, Tel.: 089 – 990 234 54, Email: carla.thamm@jagd-bayern.de

 

 

Musterprozesse des BJV gegen die SVLFG

Aktueller Stand der Musterprozesse des BJV gegen die SVLFG

 

Der Bayerische Jagdverband führt zwei Musterprozesse gegen die SVLFG.

 

Im Jahr 2011 stellte die SVLFG die Erhebung des Grundbeitrags um. Seitdem wird nicht mehr ein Grundbeitrag je Revierinhaber erhoben, sondern ein Grundbeitrag pro gepachtetem Revier. Das bedeutet für viele Jagdpächter, dass sie mehrfachen Grundbeitrag an die SVLFG entrichten müssen, weil sie mehrere Reviere haben. Dagegen hat der BJV Klage eingereicht. Die Verhandlung fand im Juni 2014 in erster Instanz vor dem Sozialgericht in München statt. Die Klage wurde abgewiesen, Rechtsmittel waren zugelassen. Der BJV hatte Berufung eingelegt. Auch die Berufung des BJV ist inzwischen abgeschlossen – sie wurde zurückgewiesen. Der BJV hat deshalb Revision eingelegt. Der Musterprozess bezüglich der Erhebung des Grundbeitrages befindet sich derzeit in der 3. Instanz. Die Verhandlung im Bundessozialgericht Kassel wurde für den 20. August 2019 angesetzt. [Das Aktenzeichen des Revisionsverfahrens lautet L 3 U 287/14.]

 

 

Eine weitere Änderung, die die Beiträge betraf, erfolgte im Jahr 2013. Die SVLFG legt seitdem als Bemessungsgrundlage für die Berechnung des so genannten risikoorientierten Beitrags die Jagdfläche und nicht mehr, wie bisher, den Jagdwert zugrunde. Auch hiergegen klagt der BJV. Denn in Bayern hat diese Umstellung bei 80 Prozent der Revierinhaber zu erheblichen Beitragssteigerungen geführt. Die Verhandlung dieses zweiten Musterprozesses des BJV gegen die SVLFG fand im Februar 2017 vor dem Sozialgericht in Landshut statt. In erster Instanz wurde dieser Prozess gewonnen. Die teils enormen Beitragssteigerungen durch die Umstellung der Beitragsberechnungsgrundlage vom Jagdwert auf die Jagdfläche sind nicht rechtens, stellte das Gericht fest. Nun wurde seitens der SVLFG jedoch Berufung gegen dieses Urteil eingelegt. Der Musterprozess befindet sich nun in der 2. Instanz vor dem Landessozialgericht. Ein neuer Verhandlungstermin vor dem Landessozialgericht steht noch nicht fest. [Das Aktenzeichen dieses Verfahrens in der Berufung lautet S 8 U 5014/15.]

 

Schließlich hatten der BJV und der DJV die Sozialwahl angefochten. Die Jagdverbände wurden bei der erstmaligen Teilnahme an der Wahl erheblich benachteiligt. Die im Juli 2017 eingereichte Klage wurde erstinstanzlich abgewiesen. Auch hier wurde Berufung eingelegt. Nun befindet sich die Verhandlung in zweiter Instanz. Eine Entscheidung wird Ende des Jahres 2019 erwartet.

 

Gespräche mit Vertretern der Politik

 

Es gibt beinahe keinen politischen Vertreter bzw. keine Partei auf Bundes- wie auch auf Landesebene, dem bzw. der der BJV nicht die Forderung, die Jagdpächter aus der Zwangsversicherung SVLFG zu entlassen, vorgetragen hat. Man zeigt zwar durchaus Verständnis, bisher war aber niemand dazu bereit, sich ernsthaft dafür einzusetzen. Die Hauptbegründung sind die Altlasten. Fragt man bei der SVLFG nach, wie hoch die Altlasten für die Sparte Jagd denn sind, so erhält man unterschiedliche Antworten. Die einen schreiben, dass diese nicht genau beziffert werden können. Manche rechnen hoch und nennen eine einmalige Summe (mit Verzinsung) bei einer Entlassung, die zwischen 35 und 50 Millionen liegt.

 

Unser Vorschlag: Jedes Jahr erhält die Sparte der Landwirte (also ausschließlich bodenbewirtschaftende Betriebe) vom Staat ca. 178 Mio. Euro zur Beitragsentlastung. Es wäre ein Leichtes, die Entlassung der Jäger ebenfalls zu finanzieren. Dazu ist man jedoch leider nicht bereit.


Auszug aus der Wild und Hund

BJV-Infobrief_2019_Juni_1: Themen 1-3

 

Thema 1: ASP beim Wildschwein – Fortführung der Aufwandsentschädigung für eingesandte Fallwildproben im Rahmen des „ASP-Monitoring Wildschwein"

 

Maßnahmen zur Früherkennung – Totfund-Monitoring

 

Um ein mögliches Auftreten der ASP in der Wildschweinpopulation rasch zu erkennen, hat Bayern bereits Maßnahmen zur Früherkennung dahingehend intensiviert, dass krank erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine bayernweit untersucht werden. Auch Proben verunfallter WS werden virologisch auf ASP im sogenannten ASP-Monitoring Wildschwein getestet.

 

Der Focus liegt auf der Untersuchung möglichst aller verendet aufgefundener WS, aber auch auffällig erlegte Wildschweine sollten beprobt werden. Zur Unterstützung erhalten Jäger auch in 2019 für die Probennahme bei verendet aufgefundenen WS und bei auffällig erlegten WS eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro Tier. Die Auszahlung erfolgt über den Bayerischen Jagdverband (Einsendeschein zum Erhalt der Aufwandsentschädigung auch zum Download unter www.jagd-bayern.de/formulare-jagdliche-praxis.html).

 

Die Revierinhaber werden gebeten, jedes verendet aufgefundene Stück Schwarzwild bei den zuständigen Behörden zu melden und, wenn möglich, auch zu beproben (Bitte besprechen Sie das Prozedere unbedingt mit Ihrem Veterinäramt.) Es ist von großer Bedeutung, dass bei der Meldung von Wildschweinkadavern bzw. der Beprobung der Fundort möglichst genau bestimmt wird. Im Seuchenfall können so adäquate Maßnahmen durch die Behörden ergriffen werden.

 

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bedankt sich ausdrücklich für die tatkräftige Unterstützung durch den Verband und die Jägerschaft!

 

Ratschläge und Hinweise des Veterinäramtes Miltenberg u.a. zum Kadaverfund und zum Ablauf der Meldung von Totfunden zur Kenntnis zugesandt.

 

4. Auffinden verendeter Wildschweine: was ist zu tun, solange die Seuche noch nicht festgestellt worden ist („Friedenszeit")?

 

Bei der ASP-Bekämpfung ist die frühzeitige Erkennung eines Seuchengeschehens von essentieller Bedeutung. Die Untersuchung tot aufgefundener Wildschweine ist dabei eine wichtige Säule.

 

a) Fund eines toten oder verletzten Tieres OHNE Seuchenverdacht, z.B. Tiere mit erkennbaren Verletzungen, Verdacht auf Verkehrsunfall etc.

 

Entsorgung wie üblich („gemeinwohlvertraglich"). Bei diesen Tieren ist eine Untersuchung auf ASP im Rahmen des bekannten „Überwachungsprogrammes" (Passives Monitoring, sog. Totfund-Monitoring) sinnvoll. Zu diesem Zweck soll eine Bluttupfer- bzw. Organprobe entnommen und mit dem ausgefülltem Untersuchungsantrag (auch auf der Homepage des BJV unter www.jagd-bayern.de zu finden) im Veterinäramt abgegeben werden.

 

b) Fund sonstiger Wildschweinkadaver:  Bitte entnehmen Sie in jedem Fall eine Probe mit den vom Veterinäramt ausgegebenen Tupferprobenröhrchen, bringen diese ins Veterinäramt und melden dort den Fund. Eine Bergung und Entsorgung solcher Kadaver durch den Revierinhaber wird als sinnvoll angesehen, sofern dies hygienisch einwandfrei möglich ist. ( z.B. nicht zu großer Kadaver, der in einem auslaufsicheren Behältnis/Sack transportiert werden kann). Ist dies nicht möglich, weil das Tier z.B. zu groß oder zu stark verwest ist, so dass die Gefahr besteht, organisches Material und damit möglicherweise vorhandenes Virus zu verbreiten, empfiehlt das Veterinäramt, den Kadaver vor Ort zu lassen und die Fundstelle zu kennzeichnen und den Kadaver nach Möglichkeit zu „sichern". Das Veterinäramt entscheidet und organisiert dann das weitere Vorgehen.

 

Für die Probenahme und -abgabe im Rahmen des „Totfund-Monitorings" wird eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro über den Bayerischen Jagdverband ausbezahlt. (Der Antrag auf Auszahlung ist auch über die Homepage des BJV unter www.jagd-bayern.de zu beziehen.)

 

→ Sollte ein dringender Seuchenverdacht vorliegen, z.B. Fund mehrerer toter Wildschweine oder besondere Merkmale bei erlegten Stücken, dann informieren Sie bitte umgehend das Veterinäramt bzw. außerhalb der Dienstzeiten die Polizei! Diese wird die Behörde verständigen, die die weiteren Schritte veranlasst. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche! Bereits der Verdacht verpflichtet Sie zu einer Anzeige.

 

5. Mitteilung eines Kadaverfundes

 

Nur wenn der Fundort eines Kadavers bekannt ist, können bei einem ASP-Nachweis angemessene Maßnahmen festgelegt werden, d.h. die Bestimmung des genauen Fundortes ist essentiell! Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Bitte markieren Sie den Fundort und ermitteln Sie die Geodaten mittels Smartphone (BJVdigital) oder GPS-Gerät.  Da es verschiedene Koordinatensysteme gibt, geben Sie bitte auch an, welche Art von Koordinaten sie übermitteln, z.B. UTM oder GK 3, GK 4 etc.

Nutzen Sie das vom BJV entwickelte einfach zu bedienende digitale Schwarzwildmonitoring-Programm –BJVdigital- auch zur „Markierung" von Fallwild.

Ermitteln Sie über Ihr Handy mit GPS-Funktion direkt im Wald Ihren Standort und dokumentieren Sie die Koordinaten oder machen sie einen Screenshot der Anzeige (sofern man Empfang hat).

 

Im Nachgang anhand von Kartenmaterial: Sowohl Google Maps als auch der Bayernatlas bieten gute Karten anhand derer die Koordinaten abgefragt werden können. Im Bayernatlas sind auch viele kleinere Gewässer erfasst, weshalb diese Karten sich auch zur Organisation der Fallwildsuche eignen. Suchen Sie in der entsprechenden Vergrößerung den Fundort möglichst genau, über Mausklick auf der rechten Maustaste bekommen Sie die Koordinaten angezeigt.

Auch über die „Tierfund-App" des Tierfund-Katasters des DJV (www.tierfund-kataster.de) ist es möglich, Wildunfälle sowie „andere" Totfunde zu erfassen. Die App erkennt automatisch den Standort und fragt die relevanten Daten ab.

Neben dem genauen Fundort ist auch der Verwesungsgrad der Kadaver für das weitere Vorgehen bedeutend. Daher bitten wir Sie, bei jedem gefundenen Wildschwein den Verwesungsgrad zu dokumentieren. Einfach und schnell lassen sich der Fundort sowie der Verwesungsgrad mit einigen Übersichtsaufnahmen mit dem Handy erfassen. Dies kann auch für ein ggf. später zum Einsatz kommendes Bergeteam hilfreich sein (erleichtert das Auffinden, Wahl der Ausrüstung.....).

 

Thema 2: Veröffentlichung eines „Mäh-Knigge" im Landtechnik-Forum der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

 

 

 

Mäh-Knigge

 

 

 

Beratungsblatt mit Handlungsempfehlungen zur tierschonenden Mahd

 

Autoren:

 

Stefan Thurner und Katharina Mikschl, LfL Freising

 

 

 

Das Beratungsblatt basiert auf einem Projekt des Instituts für Landtechnik und Tierhaltung der LfL. Zudem wurden die Inhalte am "Runden Tisch zum Arten- und Naturschutz in Bayern" vorgestellt und mit anderen Verbänden, unter anderem dem Bayerischen Jagdverband, beraten und abgestimmt.

 

 

Der Mäh-Knigge richtet sich an alle verantwortlichen Bewirtschafter, Dienstleister und Jäger.

 

Thema 3: Wiss. Projekt „Syphilis" bei wildlebenden Hasen und Kaninchen

 

 

 

 

 

 

Wir haben ja bereits vielfach über den BJV-Infobrief den Kontakt mit jungen Wissenschaftlern vermittelt, die auf die Unterstützung durch die Jägerschaft angewiesen sind. Anbei dürfen wir Ihnen nun die Anfrage von Frau Hisgen weiterleiten, die um Hilfestellung durch die bayerische Jägerschaft bittet.

 

 

 

 

Ich, Linda Hisgen, bin Doktorandin am Deutschen Primatenzentrum Göttingen in der Arbeitsgruppe von Herrn Dr. Sascha Knauf und beschäftige mich mit der Syphilis bei wildlebenden Hasen und Kaninchen. Die Krankheit wird von Bakterien der Gattung Treponema hervorgerufen, welche eng mit dem Erreger der menschlichen Syphilis verwandt sind, jedoch keine Erkrankung beim Menschen auslösen. Die Tiere können krustige Läsionen im Kopf- und Genitalbereich aufweisen, allerdings sind die meisten infiziert ohne äußere Anzeichen einer Erkrankung zu zeigen. 

 

Mein Ziel ist es, einen möglichst detaillierten Überblick über das Vorkommen der Treponemen bei wildlebenden Hasen und Kaninchen zu bekommen und zu klären, welchen Einfluss sie auf die Populationen haben, ebenso die Verwandtschaftsverhältnisse des Kaninchen- und Hasenerregers mit dem menschlichen Erreger zu klären.

 

 

 

Dafür benötige ich Tupferproben aus dem Genitaltrakt von Hasen und Kaninchen (Vagina bzw. Penis) und optimal auch Blutproben. Das benötigte Probennahmematerial stellen wir natürlich zur Verfügung bzw. könnten ggf. auch selbst vor Ort sein.Als Jungjägerin liegt mir dieses Projekt sehr am Herzen und ich würde mich freuen, wenn sie mit mir vor der kommenden Jagdsaison (Feldhasen) Kontakt aufnehmen und wir eine mögliche Zusammenarbeit besprechen könnten.

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Linda Hisgen

PhD student

Work Group: Neglected Tropical Diseases

 Deutsches Primatenzentrum GmbH Leibniz-Institut für Primatenforschung

Kellnerweg 4,

37077 Göttingen

Tel: 0551-3851 134

 Mobil: 0175-5069892

 E-mail: lhisgen@dpz.eu

 http://www.dpz.eu

 


Bild steht Stellvertretend.....
Bild steht Stellvertretend.....

Bayern: Finanzquerelen im Jagdverband

 29. März 2019

 Beim Bayerischen Jagdverband (BJV) gibt es offenbar Unklarheiten bei den Finanzen. Vor dem Landesjägertag am 6. April in Passau ging den Mitgliedern fristgerecht keine Bilanz für 2018 und kein Haushaltsplan für 2019 zu.

BJV-Präsident Prof. Vocke ist in die Kritik geraten.
Foto: BJV

 

Damit kann keine Entlastung des Präsidiums erfolgen, und eine außerordentliche Mitgliederversammlung wird nötig. Der Verband hat im vergangenen Jahr in Veitshöchheim mit Mechtild Michaela Maurer aus dem Landkreis Ebersberg eine neue Schatzmeisterin gewählt. Die Steuerberaterin hat mit der Kasse ihres Vorgängers, Dr. Wolfgang Schiefer, und der Verwendung der Verbandsmittel offenbar einige Probleme. Im Januar war in der Geschäftsstelle sogar von einer drohenden Insolvenz die Rede. Das Präsidium selbst ist unsicher geworden und hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Bilanzen zu prüfen. Indessen gerät BJV-Präsident Prof. Jürgen Vocke zunehmend in Erklärungszwang. In einigen Kreisgruppen gärt es. Viele stellten im Vorfeld des Landesjägertages unbequeme Fragen und sehen sich angesichts der Tatsache, dass keine Bilanz vorliegt, in ihren Zweifeln an einer soliden Haushaltsführung bestätigt. Zudem sorgt für Unmut, dass die Verbandsspitze eine Beitragserhöhung plant, der viele unter den gegebenen Umständen nicht zustimmen wollen. hho

 


Schlecht informiert, dazu unfair – die WILD UND HUND-Internet-Meldung „Bayern: Finanzquerelen im Jagdverband" vom 29. März 2019

 

 

 

Zur benannten Meldung gehen bei der BJV-Landesgeschäftsstelle zahlreiche Anfragen ein. Darum stellen wir jetzt richtig:

 

Gerüchte in die Welt zu setzen anstatt korrekt zu recherchieren und zu informieren – dies entspricht keinesfalls der Art eines seriösen Journalismus. Die im Internet zu findende Kurzmeldung „Bayern: Finanzquerelen im Jagdverband" vom 29. März 2019 der WILD UND HUND ist aber leider genauso falsch wie unfair: 

 

  • In der Meldung wird behauptet, dass kein Haushaltsplan für 2019 vorliegt:
    Eine krasse Fehlinformation! Der Haushaltsplan wurde am 21. März 2019 per E-Mail an alle Vorsitzenden der BJV-Mitgliedsvereine versandt.
  • In der Meldung wird behauptet, es kann keine Entlastung erfolgen:
    Eine solche ist bis zur Fertigstellung einer aktuellen Wirtschaftsprüfung für das Geschäftsjahr 2018 vorerst gar nicht beantragt.
  • In der Meldung wird ein Erklärungszwang für den Präsidenten gesehen:
    Warum muss sich der Präsident erklären, wenn – leider – keine hinreichende Übergabe im Amt des Landesschatzmeisters vor einem Jahr erfolgte?
  • In der Meldung wird die Notwendigkeit einer außerordentlichen Delegiertenversammlung gesehen:
    Diese ist möglich, aber nicht nötig.
  • In der Meldung wird bewusst das Gerede von einer drohenden Insolvenz aufgenommen:
    Eine solche Insolvenz gibt es nicht. Vielmehr wird eine Liquiditätsanpassung durch die Harmonisierung von Einzugstermin der Mitgliedsbeiträge und Beginn des Haushaltsjahrs zum 1.1. vorgenommen.
  • In der Meldung wird eine geplante Beitragserhöhung benannt:
    Diese kann – wenn tatsächlich gewünscht – nur durch die Landesversammlung erfolgen. Das Präsidium hat hierzu keine Anträge etc. gestellt.

 

 

 

Statt einem Jagdverband „Finanzquerelen" anzudichten, hätten die bayerischen Jägerinnen und Jäger eine ordentliche Recherche und vor allem eine vorherige Rücksprache mit dem Verbandspräsidenten erwartet. Beides unterblieb. Warum? Präsident Prof. Dr. Vocke jedenfalls bietet – wie seit jeher – die Möglichkeit zur persönlichen und beidseitig offen geführten Rücksprache gerne an.

 

 

 

Offenheit auch beim Thema „geregelter Übergang der Verbandspräsidentschaft":

BJV-Präsident Prof. Dr. Vocke wiederholt und bestätigt nochmals ausdrücklich seinen Entschluss, einen geregelten, personellen Übergang einzuleiten. Präsident Prof. Dr. Vocke: Ich habe am letzten Landesjägertag in Veitshöchheim angekündigt, das mir von den Delegierten geschenkte Vertrauen für eine vierjährige Amtszeit nur zur Hälfte in Anspruch zu nehmen. Nach 25 Jahren für den Verband möchte ich Platz für einen jüngeren Nachfolger machen. Im nächsten Jahr zum Landesjägertag in Lindau werden wir deshalb die Wahl eines neuen Präsidenten ansetzen. Wer das dann sein wird, entscheiden die Delegierten!"


Bitte nicht anfassen!

 

In Wiese, Feld und Wald beginnt jetzt die Brut- und Setzzeit

 

Jäger appellieren an Spaziergänger und Naturfreunde, auf den Wegen zu bleiben und Jungtiere nicht anzufassen.

 

Hauzenberg, 20.03.2019 Während der Brut- und Setzzeit verwandeln sich Wiese, Feld und Wald in eine große Kinderstube, übrigens auch in der unmittelbaren Nähe von Siedlungen. Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, empfiehlt die BJV-Kreisgruppe Jägerschaft Wegscheider-Land e.V. deshalb allen Naturfreunden, im Frühjahr auf den Wegen zu bleiben „Damit stören sie die Wildtiere am wenigsten, denn Biologen haben herausgefunden, dass Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, von Wildtieren nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. “

 

Vorsicht vor der wilden Sau

 

Sehr früh im Jahr bringen die Wildschweine ihren Nachwuchs, die Frischlinge, zur Welt. Da heißt es, vorsichtig sein. Die Wildschweinmutter, die Bache, verteidigt ihren Nachwuchs vehement, wenn sie Gefahr wittert. Das Kinderzimmer, den so genannten Wurfkessel, richtet die Bache gerne im dichten Brombeergebüsch, im Jungaufwuchs von Buchen und Kiefern oder im Schilf ein. Besonders gefährdet sind Hunde, wenn sie dem Nachwuchs zu nahe kommen. Sie können schwer verletzt werden

 

Tarnen und Täuschen

 

Frischlinge, Junghasen, Rehkitze und Entenküken sind gut getarnt und nahezu unsichtbar, wenn sie sich bei Gefahr nahezu reglos ins Gras oder die Feldmulde drücken. Die Muttertiere lassen den Nachwuchs auch viel allein, um Fressfeinde nicht auf die Jungen aufmerksam zu machen. Feldhasenmütter suchen ihre Jungen nur zweimal am Tag auf, um sie mit zwei kräftigen Portionen fettreicher Milch zu füttern. Einzelne Jungtiere auf der Wiese oder im Feld sind also in der Regel nicht verwaist, sondern werden zu ihrem Schutz allein gelassen.

 

Bitte nicht anfassen!

 

Für den Menschen heißt das, schnell weggehen und die kleinen Tiere bitte nicht anfassen. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, werden sie oft von den Muttertieren verstoßen und verhungern. Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger oder die Polizei informieren. Der Jäger kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln.

 

Wehe, wenn sie los gelassen

 

Vielerorts gilt zum Schutz der Jungtiere Leinenpflicht für Hunde. Die Gemeinde oder das Ordnungsamt informieren über die geltenden Vorschriften. Grundsätzlich sollten die Vierbeiner im Einflussbereich vom Halter bleiben und auf Ruf oder Pfiff hören oder eben an der Leine geführt werden.

Junghasen/ Photo Helmut Heimpel
Junghasen/ Photo Helmut Heimpel

BJV-Infobrief 2019 März

 

Kursangebot über die BJV-Landesjagdschule: Reviermanagement- und Schwarzwildmonitoring-System BJVdigital sowie die digitale Streckenliste – Es sind noch Plätze frei!

 

Schulung im Haus der Bayerischen Jäger, Hohenlindnerstr. 12, 85622 Feldkirchen

 

Donnerstag, 21. März 2019      19.00 – 21.30

 

 

Schulungsinhalte:

 

 

 

Die kostenfreie Schulung vermittelt den Aufbau und die verschiedenen Funktionen und Features von BJVdigital, dem Reviermanagement- und Schwarzwildmonitoring-System des Bayerischen Jagdverbandes. Dabei werden die einzelnen Aspekte live im System und Internet präsentiert und verständlich herausgearbeitet. Folgende Themen werden dabei je nach Möglichkeit detailliert behandelt:

 

-          Führen der digitalen Streckenliste

 

-          Systemeigenschaften und Datenschutzmodell

 

-          Registrierung und Anmeldung, Benutzer-Rollen und Rechte

 

-          Dateneingabe und Auswertungen

 

-          Erstellung der eigenen Reviergrenzen und Nutzung über BJVdigital

 

-          Führen der BJVdigital-Streckenliste

 

-          Reviereinrichtungen übersichtlich verwalten

 

-          Nutzung der BJVdigital-App

 

-          Bedienung der Meldungs- und Auswertungskarte

 

-          Nutzung des Systems für Bejagungsgemeinschaften und Schwarzwildarbeitskreise

 

-          weitere Punkte

 

 

Die Schulung richtet sich zudem an alle Jägerinnen und Jäger, die das System BJVdigital nutzen oder nutzen wollen. Ebenso können Jagdgenossen, Behördenvertreter oder weitere Funktionsträger teilnehmen.Erwünscht sind insbesondere Kreisgruppenvertreter und Beauftragte für Digitalisierung der BJV-Kreisgruppen und Mitgliedsvereine.Im Sinne einer interaktiven Kursgestaltung können auch konkrete Fachfragen aufgenommen und beispielhaft behandelt werden.Es würde uns sehr freuen, wenn Sie das Angebot wahrnehmen.

 

Anmeldung bitte bei Frau Lohmeier, LJS-Feldkirchen: Telefon: 089 – 99 02 34 33;

E-Mail: ljs-sekretariat@jagd-bayern.de

 

 


BJV-Infobrief_2019_Februar

 

 

Thema 1: Entwurmungsaktionen bei Wild in grenznahen tschechischen Revieren

 

 

Nach Informationen des  BMEL werden in der Tschechischen Republik auch 2019 wieder Entwurmungsaktionen bei Wildtieren durchgeführt. Die Behandlung von Wildtieren mit Antiparasitika wird nicht auf dem gesamten Hoheitsgebiet der Tschechischen Republik vorgenommen, sondern betrifft nur einzelne Jagdreviere gemäß und ausschließlich basierend auf dem positiven Ergebnis einer vorangegangenen parasitologischen Kontrolle/Untersuchung. Ausschließlich für diesen Zweck (von der State Veterinary Administration, Czech Republic) registrierte und zugelassene Antiparasitika dürfen gemäß einer vorgeschriebenen Dosierung verwendet werden. Nach dem tschechischen Veterinärgesetz ist der Einsatz von Tierarzneimitteln mit antiparasitärer Wirkung bei freilebendem Schalenwild in folgenden tschechischen Gebieten nahe der deutschen Grenze aktuell zulässig:

 

 

 

·         Česká Lípa

 

·         Ústí nad Labem

 

 

 

Der Einsatz wird – wie in den Vorjahren – ausschließlich im Monat Februar erfolgen. Folgende Schalenwildarten können von der Aktion betroffen sein, sofern sie in den Gebieten vorkommen:  Rotwild, Rehwild, Damwild, Sikawild, Muffelwild und Gamswild Schwarzwild steht nicht im Focus der „Behandlung", es kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass auch Wildschweine das Mittel aufnehmen.

 

Es besteht die Möglichkeit, dass jagdbare Wildtiere, welche die Arzneimittel aufgenommen haben, in grenznahe deutsche Reviere wechseln und entsprechend ihrer Jagdzeiten (im Zeitraum betroffen: Schwarzwild) zur Lebensmittelgewinnung erlegt werden. Da von den deutschen Behörden aktuell nicht auf konkrete Wartezeiten im Zusammenhang der Arzneimittelanwendung bei (potentiell lebensmittelliefernden) Wildtieren hingewiesen wurde, muss von einer Wartezeit von mindestens 28 Tagen ausgegangen werden (Arzneimittelgesetz (AMG) und Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV)).

 

 

 

(Def. Wartezeit nach BMEL:Wartezeit ist die Zeit, die nach der letzten Verabreichung eines Arzneimittels an ein Tier bis zum Zeitpunkt der Herstellung von Lebensmitteln aus diesem Tier einzuhalten ist und die gewährleistet, dass eventuelle Rückstände bestimmte Höchstmengen für arzneilich wirksame Stoffe nicht überschritten werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Konsumenten von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft nicht durch Arzneimittelrückstände geschädigt werden. Die festgesetzte Wartezeit stellt sicher, dass nach Ablauf dieser Zeit keine für den Verbraucher gesundheitlich bedenklichen Rückstände in den essbaren Geweben, in Milch, Eiern oder Honig von mit Arzneimitteln behandelten Tieren auftreten. Erst nach Ablauf der Wartezeit kann das Tier einer Verwertung zugeführt werden.)

 

 

 

 

Derartige Entwurmungsmaßnahmen bei frei lebendem Wild werden in Deutschland nicht durchgeführt, dennoch besteht die Möglichkeit, dass behandelte Tiere mit den entsprechenden Arzneimittelrückständen aufgrund der Grenznähe aus tschechischen Gebieten in Reviere auf deutscher Seite wechseln. Eine Feststellung ist zum Zeitpunkt der Schussabgabe jedoch nicht möglich. Erst beim erlegten Tier kann durch Untersuchung festgestellt werden, ob ein Arzneimittel aufgenommen wurde. Deshalb obliegt dem Jäger als Lebensmittelunternehmer eine besondere Sorgfaltspflicht. Es ist verboten, Wildfleisch in Verkehr zu bringen, das unzulässige Arzneimittelrückstände aufweist. Weisen Sie bitte den Untersucher auf die Möglichkeit der Arzneimittelaufnahme hin. Auch möchten wir darauf hinweisen, dass Jäger, die potentiell „therapiertes" Schalenwild als Hegeabschüsse erlegen, vor einer Vermarktung im Rahmen der amtlichen Fleischuntersuchung überprüfen lassen müssen, inwieweit Arzneimittelrückstände vorliegen.

 

Thema 2: Radiocäsiummessgeräte

 

Der Bayerische Jagdverband bietet in diesem Jahr zum Erwerb im Frühjahr zwei Radiocäsiummessgeräte für die Kreisgruppen an. Es handelt sich dabei um Neubestellungen. Der Ankauf dieser Geräte wird durch Fördermittel aus der Jagdabgabe mit 90 % bezuschusst. Für die jeweilige Kreisgruppe verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 10 % des Ankaufspreises (468,86 Euro). Falls Interesse besteht ein Gerät erwerben zu wollen, setzen Sie sich bitte mit Herrn Schungel bis zum 15.2.2019 in Verbindung:

 

Tel.: 089 / 990 234 16, E-Mail: peter.schungel@jagd-bayern.de