Aktuelles


Anschreiben der Vorsitzenden

Liebe Jägerinnen und Jäger, ich bitte um Verständnis, dass ich erst jetzt zum Schreiben einer Begrüßung und Vorstellung bei allen Mitgliedern der Jägerschaft Wegscheider Land gekommen bin, aber diese musste erst in mir reifen:

 

zu meiner Person als Jäger ist zu sagen, dass ich nach einer schönen Kindheit im Wald und auf der Jagd 1964 meinen Jugendjagdschein gemacht habe und seither, mit einigen Jahren Unterbrechung während des Studiums und dann in der Kleinkinderzeit meiner fünf Kinder, auf die Jagd gehe, anfangs in Germannsdorf und seit ca. 1980 in Thalberg.

Mein Begleiter auf der Jagd war früher eine steirische Gebirgsbracke, jetzt ist es eine BGS Hündin.

Beruflich bin ich Allgemeinarzt, habe aber die Praxis mit 65 an meinen Sohn Paul übergeben, bei dem ich als angestellter Arzt tätig bin.

 

Vor etwa einem Jahr trat Alois Rosenberger mit der Frage an mich heran, ob ich nicht seinen Posten übernehmen möchte und da die Jagerei „mein Leben“ ist, hab ich nicht nein gesagt, zumal die traditionelle Jagd in unserer Zeit an einem kritischen Punkt angekommen ist!

 

Als meinen Stellvertreter freue ich mich meinen Sohn Ludwig Erhard vorstellen zu dürfen. Er ist 34 Jahre alt und hat seinen Jagdschein vor 6 Jahren in München absolviert und jagt seitdem passioniert in meinem Thalberger Revier. Beruflich ist er ebenfalls als Arzt in unserer Praxis angestellt und ist nebenbei noch als Notarzt am Standort Wegscheid tätig. Als Jungjäger sehe ich ihn als wichtiges Bindeglied zwischen den Generationen.

 

Als Zeichen einer zunehmenden Zerrüttung des ehemals sehr guten Verhältnisses zwischen Jägern und Jagdgenossen, beunruhigt mich die wachsende Privatbewirtschaftung vieler Genossenschaftsjagden wie z.B. Lämmersdorf, Raßreuth und Thyrnau - Jagden, die seit Jahrzehnten von alteingesessenen Pächtern bejagt wurden.

 

Nach dem Artikel in der PNP „Richtungswechsel im Wald“ vom 29.04.21 über die Unterschiede der BJV orientierten Jägerschaft und der Jäger des ökologischen Jagdvereins, habe ich mehrmals versucht, Kontakt aufzunehmen mit dem in dem Artikel zitierten Jäger. Er hat anfangs zugesagt, dass wir uns zu einem Spaziergang mit Meinungsaustausch treffen, dann aber um Terminverschiebung gebeten und seither auf Anruf und SMS nicht mehr reagiert.

Da ich mich also nicht auf die persönliche Aussage eines Verfechters der sogenannten ökologischen Jagd stützen kann, versuche ich selber eine Erklärung zu finden:

Es ist doch kein Fehler, wenn ich statt einem im Wildbret und Gehörn stärkeren Bock, einen jüngeren oder schwächeren schieße, oder eine Schmalgeiß statt einer führenden Geiß - wenn ich also versuche durch Ansprechen und waidgerechter Auswahl eine gesunde Altersstruktur im Rehbestand herzustellen.

Das Hauptproblem dürfte sein, dass in manchem Revier in unserer Gegend eine natürliche Wald-Verjüngung wegen zu starkem Verbiss ohne Einzäunung nicht mehr groß werden kann.

Mit verantwortlich für diese Situation ist aber auch eine seit Jahrzehnten oft falsche Waldbewirtschaftung mit Fichtenmonokulturen, fehlender Bodenvegetation, fehlenden Sträuchern – fehlender Deckung, Trockenlegung von Feuchtgebieten auch im Wald u.v.a.m.

 

Der aktuellen Tendenz „Wald vor Wild“ können wir als BJV-Kreisgruppe nur geschlossen entgegentreten. Dazu gehören für mich eine enge Absprache mit den Wald- und Landwirten, aber auch revierübergreifende Bejagungspläne sowie eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit und Aufrechterhaltung unserer Traditionen.

 

Zur Reduktion eines überhöhten Rehwildbestandes (gemessen am Verbissgutachten, oder es bestehen Klagen der Grundbesitzer) bin ich der Meinung, dass nicht eine Ausrottung des Rehwildes im ganzen Revier durch Drückjagden mit hochläufigen Hunden und nächtlicher Bejagung das Ziel sein sollte, sondern eine Steigerung des Abschusses der Geißen, im ganzen Revier, neben einer sektoral (bei Anpflanzungen und nur dort) sehr intensiven Bejagung. (siehe hierzu auch den Artikel in „Jagd in Bayern“ Nr. 5, Seite 7-10 von Prof. Sven Herzog). Aber im Gegensatz zum ÖJV steht für mich hierbei eine waidgerechte Bejagung und Hege absolut im Vordergrund.

 

Sollten Sie diesbezüglich anderer Meinung sein oder alternative Vorschläge haben, so bitte ich um Kontaktaufnahme.

 

Ich wünsche Ihnen allen viele schöne Stunden in unserer herrlichen Natur und ein herzliches Waidmannsheil,

 

 

Götz und Ludwig Erhard


Liebe Waidkameradinnen und Waidkameraden,

 

ich möchte mich unserem bisherigen Vorsitzenden Alois Rosenberger anschließen und der neu gewählten Vorstandschaft unseres Vereins zur Wahl gratulieren. Ich wünsche den neuen Verantwortlichen viel Glück und Erfolg bei der Führung der Jägerschaft des Wegscheider Landes.

In den letzten 9 Jahren, in denen ich neben unserem 1. Vorsitzenden Alois Rosenberger als 2. Vorsitzender den Verein führen durfte, haben wir stets versucht, alle Entscheidungen zum Wohle und im Interesse unserer Mitglieder zu treffen. Wie schwierig das bei 280 Mitgliedern sein kann, mussten wir das ein oder andere Mal erfahren. Wir haben uns während unserer Amtszeit sicher nicht nur Freunde gemacht. Ich denke da an manche Hegeschau, wo wir scharfe Kritik von verschiedenen Seiten einstecken mussten, weil wir Gäste eingeladen hatten, deren interessanten und fundierten Beiträge so Manchem etwas sauer aufgestoßen sind.

Mein besonderer Dank gilt Alois Rosenberger für das mir entgegengebrachte Vertrauen, die gegenseitige Wertschätzung, den angenehmen, freundschaftlichen Umgang miteinander und seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle des Vereins, der Natur und des Wildes.

Herzlichen Dank auch den weiteren Vorstandschaftsmitgliedern Werner Oberneder und Horst Ramesberger sowie unserem Webmaster Uli Buchartz für ihre Mithilfe.

Vielen Dank auch allen Jägerinnen und Jägern, die uns bei unseren verschiedenen Projekten unterstützt haben.

 

Als Jagdberater werde ich mich selbstverständlich auch weiterhin für Eure Belange einsetzen.

 

Für das kommende Jagdjahr wünsche ich Euch viel Freude an der Jagd, guten Anblick und ein kräftiges Waidmannsheil!

 

 

Stephan Süß


Hallo Jagdkameraden,

 

mit dem beiliegenden Protokoll des Wahlleiters darf ich den beiden neu gewählten Vorsitzenden Dres. Erhard zusammen mit dem wiedergewählten Kassier und dem Schriftführer herzlich gratulieren.

Ich wünsche der zukünftigen Vorstandschaft eine glückliche Hand in der Führung unserer Jägerschaft Wegscheider-Land e.V.

Für Stephan Süß und mich geht heute eine Ära zu Ende, auf die wir mit Stolz zurückblicken können.

Ich für meine Person kann sagen, dass ich alles Mögliche versucht habe, als 1. Vorsitzender unseren Verein nach bestem Wissen und Gewissen die letzten 13 Jahre zu führen, die vergangenen 9 Jahre zusammen mit unserem 2. Vorsitzenden Stephan Süß, unserem Kassier Werner Oberneder und unserem Schriftführer Horst Ramesberger.

 

Den bisherigen Vorstandskollegen darf ich auch im Namen von Stephan Süß für die allzeitige Unterstützung herzlich danken und auch den HG-Leitern unserer Kreisgruppe für die angenehme Zusammenarbeit während der letzten 21 Jahre in der Vorstandschaft.

 

Für die neue Jagdsaison wünsche ich allen einen guten Anblick und ein kräftiges Waidmannsheil

 

 

Alois Rosenberger


Entlastung des Vorstands und Neuwahl

 

1.Entlastung der Vorstandschaft für das Jahr 2019

 

2.Entlastung der Vorstandschaft für das Jahr 2020

 

3. Wahl des Vorstands

 

Es konnten 280 stimmberechtigte Mitglieder abstimmen

 

 

Im Ergebnis kann die Annahme des Wahlvorschlages mit der erforderlichen Mehrheit festgestellt werden.

 

Herzlichen Glückwunsch an den neuen Vorstand


ALTER HUT IN NEUER SCHACHTEL?

 

Das Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung steht immer wieder in

der Kritik, wurde aber auch unter Beteiligung des BJV immer wieder weiterentwickelt. Einer der schärfsten Kritiker ist Dr. Holger von Stetten. Er kommentiert für uns die Aufnahmeanweisungen 2021 angesichts angekündigter Verbesserungen.

Demonstration einer Vegetationsaufnahme bei Erding.

 

Die Arbeitsanweisung zur Verbissaufnahme und deren Auswertung für das Jahr 2021 unterscheidet sich von der des Jahres 2018 nur marginal. Unverändert geblieben sind folgende Problembereiche:

▪ Laut Bayerischem Jagdgesetz soll die Bejagung insbesondere die natürliche Verjüngung der standort- gemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutz- maßnahmen ermöglichen. Die Anweisung für die Aufnahme sieht aber vor, auch auf Anpflanzungen, Ansaaten und Unterbauflächen den Verbiss aufzunehmen. Damit fehlt der Vegetationsaufnahme von vornherein die Rechtsgrundlage.

▪ Das „Gutachten“ ist unter Berücksichtigung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ zu erstellen. Gutachten mit dezidierter Zielvorgabe erfüllen in keiner Weise die Grundprinzipien eines Gutachtens.

▪ Die geografische Lage der Aufnahmeflächen und die Lage und Richtung der Aufnahmegeraden werden geheim gehalten. Von der Aufnahmegeraden wird intern nur der Anfangspunkt dokumentiert. Eine spätere Nachprüfung ist also unmöglich. Für das Ergebnis der Beschädigungsprozente ist die Lage und Richtung der Aufnahmegeraden ganz erheblich.

Aufgenommen und beurteilt werden Verbiss im oberen Drittel, am Leittrieb und Fegeschäden. Die Beschädigungen werden in Prozentwerten der Baum- artengruppen festgehalten, ohne jedoch die Bezugsgröße, beispielsweise in Form der Vegetationsdichte, zu nennen. Prozentwerte ohne Bezugsgröße sind ohne jeden Informationswert.

Ein Beispiel: Man erfährt, 20 Prozent eines Erbes zu erhalten. Diese Aussage hat aber keinen Wert, solange nicht bekannt ist, wie hoch das gesamte Erbe ist, also die Bezugsgröße. Ebenso verhält es sich mit schieren Verbissprozenten.

▪  Baumartenanteile – also Prozentwerte – und Beschädigungsprozente werden in Zeitreihen immer wieder mit den Werten aus früheren Verbissaufnahmen verglichen. Daraus werden vermeintliche Trends abgelesen. Diese sind aber nicht wirklich erkennbar: Man vergleicht informationsfreie Prozentpunkte miteinander, der „Trend“ ist also reine Fantasie.

▪  Es wird ohne wissenschaftliche Basis ein monokausaler Zusammenhang zwischen Beschädigungsprozent der Waldverjüngung und Schalenwildbestand behauptet und als Grundlage für die Abschussplanung verwendet.

▪  Die Leittriebbeschädigung bezieht sich auf die letzte Vegetationsperiode 2020/21, bei Beschädigungen im oberen Drittel und Fegeschäden gibt es keine zeitliche Eingrenzung. Damit entspricht weder das „Gutachten“ noch der Titel der Arbeitsanweisung

„Waldverjüngung 2021“ den Vorgaben.

▪  Beim Leittriebverbiss wird automatisch zusätzlich Verbiss im oberen Drittel aufgenommen, auch wenn dort keiner zu finden ist; das bedeutet bewusste Statistikverfälschung.

▪  Hochgerechnete Pflanzendichten der Zusatzauswertung erscheinen in drei Gruppen: 1. Alle Pflanzen zusammen, 2. alle irgendwie beschädigten, 3. alle völlig unbeschädigten. Damit entsteht der Eindruck, als ob nur die völlig unbeschädigten Pflanzen durchkämen das ist aber nicht der Fall.

▪  Hochgerechnete Pflanzendichten werden im Medianwert dargestellt, das Verbissprozent aber im arithmetischen Mittelwert. Der Mittelwert ist in aller Regel höher als der Medianwert. Dadurch kann die Pflanzendichte heruntergerechnet und der Verbiss hinaufgerechnet werden. Man vergleicht  also  Äpfel mit Birnen.

▪  Die Probekreisradien der Aufnahmekreise zur Hochrechnung der Pflanzendichten bleiben geheim. Eben- so sind Pflanzendichten der Öffentlichkeit an keiner Stelle zugänglich.

▪ Zeitreihen der hochgerechneten Pflanzendichten werden nicht übermittelt, die sehr aufschlussreich wären.

▪  Das entscheidende Kriterium zur Beurteilung der Waldverjüngung soll das Verbissprozent des Leittriebs und dessen Entwicklung sein. Ohne die Bedeutungsgröße Pflanzendichte führt das zu einem sinnentleerten Ergebnis. Zudem ist der Grundsatz „Wald vor Wild“ zu berücksichtigen.

▪  Das Gutachten gibt keine Auskunft zum Wildbestand, trotzdem spricht man eine Abschussempfehlung aus, die über die Untere Jagdbehörde dann häufig zum Pflichtabschuss wird.

▪  Ziel der Abschussplanung sind klimatolerante Wälder für die Zukunft, in Wahrheit aber klimatolerante Wirtschaftswälder. Das ist eine ganz andere Hausnummer.

Mein persönliches Fazit: Auf die entscheidenden Kritikpunkte am bisherigen Verfahren des Verbissgutachtens wurde auch in der neuen Anweisung nicht eingegangen. Weiterhin jongliert man beispielsweise mit Prozentzahlen ohne Bezugsgröße. Der Wille zur Beseitigung von statistischen und sachlichen Fehlern ist deshalb nicht erkennbar. 

 

Der Autor

 

Dr. Holger von Stetten ist selbständiger Internist. Er hat seinen Jagdschein seit 1995, war von 2000 bis 2018 Zweiter Vorsitzender der BJV- Kreisgruppe Freising und ist Mitglied im BJV-Arbeitskreis Vegetationsgutachten.

  


Anweisung Erstellung zum Forstlichen Gutachten 2021











Kommentare zur Arbeitsanleitung Verbissgutachten 






Sehenswerter Film in der BR Mediathek

Unter unserem Himmel |vom  01.11.2020

Geplante Wildnis - Unterwegs mit dem Wildlebensraumberater

 

https://www.br.de/mediathek/video/unter-unserem-himmel-01112020-geplante-wildnis-unterwegs-mit-dem-wildlebensraumberater-av:5f6b3a10a7742f001bf527ea

 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

 

das Bayerische Innenministerium hat eine neue Mustersatzung für die Regelung der Hundesteuer in den Gemeinden in Kraft gesetzt. Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch, Vorsitzender des BJV-Jagdhundeausschusses, JKA-Präsident Frank Wagner und Vertreter der Geschäftsstelle des BJV waren diesbezüglich schon vor einigen Jahren im intensiven Austausch mit dem Ministerium. Doch im Umfeld der damaligen Flüchtlingskrise wurde das Projekt „Mustersatzung Hundesteuer“ im Ministerium zunächst auf Eis gelegt. Jetzt wurde die Mustersatzung auf den Weg gebracht und es wurde einer wesentlichen Forderung unsererseits stattgegeben. ein Erfolg für unsere Verhandlungsführer. In §6 der neuen Mustersatzung heißt es:

 

§6 Steuerermäßigung (1)

1 Die Steuer ist um die Hälfte ermäßigt für

1. Hunde, die in Einöden gehalten werden. Als Einöde gilt ein Anwesen, dessen Wohngebäude mehr als 500 m Luftlinie von jedem anderen Wohngebäude entfernt sind.

2. Hunde, die von Forstbediensteten, Berufsjägern oder Inhabern eines Jagdscheines ausschließlich oder überwiegend zur Ausübung der Jagd oder des Jagd- oder Forstschutzes gehalten werden, sofern nicht die Hundehaltung steuerfrei ist. Die Steuerermäßigung tritt nur ein, wenn die Hunde die Brauchbarkeitsprüfung oder eine ihr gleichgestellte Prüfung nach § 21 der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes mit Erfolg abgelegt haben.

 

§21 Abs. 2 AVBayJG regelt, dass die BP durch Organe der anerkannten Vereinigungen der Jäger nach einer von der obersten Jagdbehörde anerkannten Prüfungsordnung durchgeführt wird. Demnach dürften vom ÖJV geprüfte Hunde von der Regelung im §6 der neuen Mustersatzung nicht erfasst sein.

 

 

Mit den besten Grüßen und Waidmannsheil, bleiben Sie gesund!

 

Ihr Thomas Schreder





Hinweis zur Durchführung von Bewegungsjagden



ÖJV erleidet empfindliche Schlappe vor Gericht

 

Der ÖJV hat vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht eine empfindliche Schlappe erlitten. Damit wurde der BJV gestärkt.

 

Der Hintergrund: Der ÖJV hatte gegen den Freistaat Bayern geklagt, weil er auch eine so genannte mitwirkungsberechtigte Vereinigung von Jägern sein wollte. Zur Erinnerung: In Bayern ist allein der BJV die offiziell anerkannte Vertretung der Jägerschaft. Das gefällt dem ÖJV nicht. Deshalb hat er geklagt. Das Verwaltungsgericht München hat mit Urteil vom 6. Februar 2019 die Klage mit der Begründung abgewiesen, es bestehe kein Anspruch auf Anerkennung als mitwirkungsberechtigte Vereinigung von Jägern im Sinne von § 37 Abs. 2 BJagdG, weil die nach §32 Abs 1 AVBayJG notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Gegen dieses Urteil wollte der ÖJV dann in Berufung gehen. Der VGH hat nun den Antrag auf Zulassung zur Berufung abgelehnt und das Urteil des Verwaltungsgerichtes München bestätigt. Das heißt für uns: Der BJV bleibt allein offiziell anerkannte Vertretung der Jägerinnen und Jäger in Bayern.


Die Jagd muss dem Wald helfen – aber: Waldbau mit der Büchse ist der falsche Weg

 

  • Die führenden jagdlichen Verbände Deutschlands beziehen Position zur Novelle des Bundesjagdgesetzes

 

  • Tierschutzgedanken, waidgerechte Ausübung der Jagd und die Aspekte des Naturschutzes müssen in einem Jagdgesetz den notwenigen Stellenwert haben!

 

  • Ergänzungen zum Referentenentwurf legen Blick stärker auf die wildlebenden Tierarten

 

Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in Ihrer Vielfalt zu bewahren.“ Dieser Grundsatz, müsse aus Sicht der führenden jagdlichen Verbände in Deutschland dringend in das neue Bundesjagdgesetz aufgenommen werden.Im derzeit vorliegenden Referentenentwurf werden die wildlebenden Tierarten viel zu wenig berücksichtigt. Der Schwerpunkt liegt ausschließlich auf der Situation der Waldbestände. Es wird aber nicht das Waldgesetz novelliert, sondern das Jagdgesetz. Da muss auch den Wildtieren ein hoher Stellenwert eingeräumt werden.“

 

Argumente von gestern werden vorgeschoben

 

Wie viele Wildtiere (Reh, Hirsch und Gams) es in Bayern überhaupt gibt, wir wissen es nicht. Derzeit jedenfalls gibt es keine Erfassung, keine wissenschaftlich belegte Studie oder statistische Erhebung dazu. Trotzdem predigen der so genannte Ökologische Jagdverein, der Bund Naturschutz und Teile der Waldbesitzer immer wieder, dass es zu viel Wild gäbe und dass deshalb der Wald kurz vor dem Untergang stehe. Sicher, es ist halt einfach, den Jägern und dem Wild die Schuld in die Schuhe zu schieben, um von eigenen Fehlern abzulenken. Es ist halt bequem, an uralten Vorurteilen festzuhalten und die längst vergangene Zeit der Trophäenjagd aus dem Hut zu ziehen.“

 

Moderne Jagd ist Natur- Arten- und Tierschutz

 

Die moderne Jagd sieht anders aus. Sie ist weit weg von überhöhten Wildbeständen und weit weg von einer Trophäenjagd. Die moderne Jagd hat den Lebensraum, den Naturschutz und den Tierschutz im Blick. Die moderne Jagd sorgt mit der Bejagung für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Wildtieren und Lebensraum, hilft bei der Abwehr von übermäßigen Wildschäden und bringt mit der Jagd ein hochwertiges Lebensmittel – heimisches Wildfleisch – auf unsere Teller. Die moderne Jagd sorgt sich um die Wildbestände, nimmt selbstverständlich die gesetzliche Pflicht zur Notzeitfütterung wahr und ist in enger Abstimmung mit ihren Partnern, den Landwirten vor Ort bei der Verbesserung der Lebensräume aktiv. Dieses aktuelle Bild der Jagd gefällt aber den ewig Gestrigen nicht. Doch wenn die echten Argumente ausgehen, greift man gern in die Mottenkiste, um überhaupt noch gehört zu werden.

 

Sie nennen es Ökologie und meinen nur wirtschaftliche Interessen

 

Selbstverständlich ist der Umbau zu klimastabilen Wäldern ein wichtiges Anliegen, den die Jägerschaft unmissverständlich unterstützt. Aber auch Pappeln, Birken oder Weiden, bilden Wurzeln aus und halten damit den Boden zusammen, binden CO2 aus der Luft, lassen Blätter fallen und sorgen damit für den notwendigen Humusaufbau am Waldboden. Diese Baumarten sind sehr robust, müssen nicht angepflanzt werden und kommen in einem natürlichen Mischungsverhältnis in vielen Waldbereichen vor. Dazu gibt es unzählige weitere verholzte Strukturelemente, die einen natürlichen, klimastabilen Wald ausmachen würden. Sie sind allesamt klimastabil und standortgerecht, ABER sie werfen keinen Ertrag ab.

 

Die von den selbst ernannten Ökojägern, vom Bund Naturschutz und manchen Teilen der Waldbauern immer wieder kehrenden Forderungen nach höheren Abschusszahlen für Reh, Rotwild und Gams haben allein wirtschaftliche Interessen und nicht, wie heuchlerisch ständig wiederholt, die Sorge um den Wald als Ökosystem. Keines der Argumente dieser Ideologen dreht darum, die natürliche Waldzusammensetzung zu stabilisieren, sondern allein darum, ökonomisch verwertbare Baumarten ohne viel Aufwand hoch zu bringen.

 

Diese wirtschaftlichen Interessen sind ein legitimes Ziel eines jeden Waldbauern und es ist absolut verständlich, dass diese wirtschaftlichen Ziele mit möglichst geringem Aufwand erreicht werden sollen. Dann aber sollte das auch ehrlich so als rein wirtschaftliches Ziel verkauft werden, statt den Retter des Ökosystems Wald vorzugaukeln.“

 

 

 

Plumpe Argumente statt ausgeklügelte Konzepte – so funktioniert es nicht

 

„Es war der Mensch“, der die natürlich gemischte Waldstruktur zu Gunsten wirtschaftlichen Profits verändert hat. Und jetzt soll laut den Vorschlägen zum Bundesjagdgesetz das Reh, der Hirsch und die Gams für diese vom Menschen verursachte Entwicklung mit dem Leben bezahlen?“ Um dieses von Menschenhand gemachte Missverhältnis im Wald wieder gerade zu rücken, reicht es nicht, einfach plump nach immer höheren Abschusszahlen zu rufen. Notwendig ist ein ausgeklügeltes, auf lange Zeit angelegtes und auf wildbiologischen Erkenntnissen basierendes Konzept von waldbaulichen Maßnahmen und jagdlichen Methoden gleichermaßen. Die Jagd kann den Waldumbau unterstützten, aber sie kann immer nur einer von vielen Bausteinen sein.

 

 

 

Ökologisches Denken sieht anders aus

 

Es ist beschämend wie wenig die selbst ernannten „Waldretter“ auf den Zustand unserer Wildtiere blicken, wie wenig wildbiologisches Fachwissen in ihre Forderungen zu immer höheren Abschusszahlen einfließt und wie einseitig unser heimisches Wild für alles verantwortlich gemacht wird. Naturschutz ist nicht teilbar, dazu gehört auch der Schutz der heimischen Tierwelt, Ökologie bedeutet die Gesamtheit der Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt und nicht nur immer wieder die Forderung nach höheren Abschusszahlen.

 

Der Bayerische Jagdverband, als anerkannter Naturschutzverband und seine 159 Kreisvereinigung in ganz Bayern mit rund 50.000 Mitgliedern hat das verinnerlicht und streitet im Rahmen der Bundesjagdgesetznovelle dafür. Von dieser Einstellung sollte sich so mancher eine Scheibe abschneiden. Unser Wild und unser Wald hätten das verdient.


Nicht allein Büchse, auch feuchte Witterung hilft Waldumbau

 

In den vergangenen  Monaten wurde in zahlreichen Medien immer wieder  beklagt,  daß ein angeblich zu hoher Rehwildbestand den  klimabedingten notwendigen Waldumbau verhindern würde. Gerade nach den Sturmereignissen und der nachfolgenden Borkenkäferkalamität sei Wildverbiß durch Schalenwild besonders negativ für einen  nachwachsenden  Wald.

 

Die beiden Vorsitzenden der Jägerschaft Wegscheider-Land e.V., Alois  Rosenberger, auch Wildschadensberater im Forst und Stephan Süsss, zugleich Jagdberater, ärgert in diesem Zusammenhang die einseitige Betrachtungsweise und  Argumentation vieler

Beteiligter, oft auch in Unkenntnis der natürlichen Zusammenhänge. Offensichtlich reden hier Personen  mit und versuchen sich mit diesem  äußerst sensiblen Thema in den Medien zu profilieren, die hierfür nicht die notwendige  Sachkenntnis mitbringen.

Tatsache ist, daß  trotz zwei viel zu trockenen Sommern die Niederschläge des jeweiligen Frühjahres der letzten zwei Jahre es Naturverjüngungen und Aufforstungsflächen erlaubt haben, einen durchschnittlichen Zuwachs zu ermöglichen.

Man kann dies unschwer an den Abständen zwischen den Astquirlen vor allem bei Fichten und Tannen erkennen.

 

Was aber ganz besonders auffällt,  ist heuer der enorme Zuwachs sowohl an den Terminal-  als auch an den Seitentrieben dieser Forstpflanzen. Wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht, und  das tun vor allem auch die Jäger, kann man vor allem bei den Terminaltrieben Zuwächse in  der Höhe feststellen,  die zwei bis dreimal so lang sind wie

jene aus den Vorjahren mit wesentlich trockeneren Frühjahrsmonaten. Was  man aber heuer auch erkennen  kann in Verjüngungen und Aufforstungen in  den Wäldern  des  Wegscheider Landes sind Spätfrostschäden an den Seitentrieben junger Fichten und Tannen aber vereinzelt auch Schäden an Buchen durch den Kälteeinbruch Anfang Mai.

Die  beiden Vorsitzenden appellieren an  die Waldbesitzer, sich an die örtlichen Jagdpächter zu wenden, wenn es  in  Revieren wirklich lokale  Verbißprobleme geben sollte,  die natürlich nie ganz auszuschliessen sind solange es in  unseren Wäldern noch Rehe  gibt.

 

Hier können geeignete  Maßnahmen Abhilfe schaffen wie Einzelschutz durch Streichen, Umstellen von Fütterungseinrichtungen welche für etwaige  Notzeiten vorgehalten werden müssen aber auch Schwerpunktbejagung auf gefährdeten Flächen.  Auf keinen Fall sollten sich Waldbesitzer durch Dritte von außen aufhetzen lassen,  weil  dies

absolut nicht zielführend ist, wie man in einigen Revieren im Bereich des Wegscheider Landes erlebt hat. Etwas mehr Gelassenheit und Verständnis für  natürliche Abläufe würde manchmal absolut nicht schaden, meinen die beiden Vorsitzenden und sind der Überzeugung, daß die Rehwildbestände in der Zwischenzeit angepaßt und deshalb absolut nicht mehr zu hoch sein können, wenn  die geforderten Abschußzahlen in den einzelnen Revier nur mehr gerade noch erreicht werden unter Ausnutzung der erlaubten gesetzlichen Toleranzen. Wenn jemand das Gegenteil behauptet, muss er dafür auch dann den Beweis erbringen können.  

Bild  Rosenberger \ Diesjähriger starker Zuwachs erkennbar an jungen Fichten und Tannen in Natürverjüngung im Revier Windpassing
Bild Rosenberger \ Diesjähriger starker Zuwachs erkennbar an jungen Fichten und Tannen in Natürverjüngung im Revier Windpassing

Zulässigkeit von Bewegungsjagden in Zeiten der Corona Pandemie



Bekanntmachung des Landratsamt Passau – Veterinäramt

 

Ab dem  01.07.2020 wird die Gebühr für die Trichinenuntersuchung beim Wildschwein 5,60 € betragen wird. 

Aufgrund gestiegener Kosten musste der Landkreis zwar die Gebühren anpassen. Trotzdem gehören wir immer noch zu den Landkreisen mit den niedrigsten Gebühren!

 

 Dr. Krause

 Landratsamt Passau – Veterinäramt 


Versammlung der Jagdgenossenschaften



Wald mit Wild


ASP Aktuell



Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest


Verhaltensmaßnahmen für Jäger





Infoseite zum Thema ASP