Aktuelles


Einladung zum  1.Wildlebensraumtag  Niederbayerns

Bericht über die Hegeschau der Jägerschaft Wegscheider-Land e.V.

am 22. April 2017 im Landgasthof Waldbauer, Haag

 

 

Zur jährlichen Hegeschau trafen sich die Mitglieder der Jägerschaft Wegscheider Land e.V. mit  Ihren Gästen im Gasthof Waldbauer in Haag.Nach der Eröffnung durch die Parforcehornbläser Wegscheid begrüßte der 1.Vorsitzende  Alois Rosenberger auch die zahlreich erschienen Ehrengäste. In ihrem Grußwort dankte  stv. Landrätin Frau Gerlinde Kaupa den Wegscheider Jägern für deren Bemühen um angepaßte  Wildbestände. Jagd sei nie Selbstzweck, sondern das Ziel für alle Vertreter des Landkreises sei eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Jägern, Waldbesitzern und dem Forst.Als Vertreterin der Stadt Hauzenberg sprach 1.Bürgermeisterin Frau Gudrun Donaubauer erstmals  zu den Wegscheider Jägern. Auch sie würdigte die Aufgaben der Jäger für ein Gleichgewicht in  der Natur, nach dem Motto leben und leben lassen. Vor allem bei den konkurrierenden Interessen durch verschiedene Naturnutzer und Erholungssuchenden sei dies eine Herausforderung für die Jäger aber auch vor dem Hintergrund der Ansprüche an Flächenverbrauch und Siedlungsentwicklung. Vor allem auch die Kommunen seien hier gefordert, öffentliche Flächen als Lebensraum und Rückzugsorte für verschiedene Tierarten einzubringen. „Ich sehe uns hier als Bürgermeister in der Pflicht“ sagte Frau Donaubauer abschliessend auch in Namen ihrer Kollegen.

 

In seinem Grußwort versprach MdL Prof. Dr. Waschler den Wegscheider Jägern, sich auch weiterhin in seiner Fraktion für die Interessen der Jagd einzusetzen. Zu diesem Miteinander gehöre auch, daß man konstruktiv streiten darf für das gemeinsame Ziel einer vielfältigen Landschaft mit einer intakten Natur. Dem wohlgemeinten Rat an einige seiner Landtagskollegen, Hegeschauen zu besuchen, entgegnete Vorsitzender Rosenberger damit, daß man grundsätzlich keinen Wert lege auf Besucher, welche als Vertreter bestimmter Parteien periodisch Anträge stellen an das Landtagsplenum, die gesetzlichen Hegeschauen abzuschaffen.

 

Forstdirektor Hans Gaisbauer überbrachte die Grüße seines erkrankten Kollegen Landwirtschaftsdirektor Robert Schnellhammer. Er sieht es als eine Herausforderung für die Jäger, vor allem im Gebiet zur Donau, durch eine gezielte Bejagung auf den Windwurfflächen des Sommersturmes vom letzten Jahr die Naturverjüngung zu unterstützen. Zur Schadensituation mit dem Biber an der Erlau gibt es Vorschläge für die betroffenen Grundstücksbesitzer durch Ankauf von Naturschutz-und Ökokontoflächen. Auch sei die Jägerschaft Wegscheider-Land e.V. hier über die Wildlandstiftung mit eingebunden. Zu dem im letzten Jahr durchgeführten Haselhuhn-Monitoring dankte Hans Gaisbauer den beiden Vorsitzenden Rosenberger und Süss für ihre Initiative. Er freue sich auf die geplante Veröffentlichung des Ergebnisses.

 

Ein Präsent übergab anschliessend der Vorsitzende dem  ehemaligen Kreisobmann des Bayer. Bauernverbandes Ludwig Danner und dankte ihm für die stets faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein Nachfolger und bisheriger Stellvertreter, Hans Koller,wolle dieses gute Verhältnis mit den Jägern weiterhin pflegen. Zu einem Gleichgewicht in der Natur gehöre auch selbstverständlich auch Wild, sagte Hans Koller, jedoch hege er seine Zweifel, ob auch der Wolf unbedingt dazugehören muss. Zur Vermeidung der Schäden durch den Biber, der durch den Staat wieder eingebürgert wurde in die siebziger Jahren,schlug Hans Koller vor, der Bayer. Staatsforst solle mit betroffenen Grundstücksbesitzern Flächen tauschen.

 

Die zunehmende Präsenz des Wolfes, sagte Johann Voggenreiter, Sprecher der ARGE Jagdgenossenschaften im BBV, sehe man sehr kritisch. Es komme praktisch einer  Enteignung gleich, wenn man von Herden- und Gatterwildhaltern unzumutbare Schutzmaßnahmen verlange.

 

Der Vorsitzende der Regierungsbezirksgruppe im Landesjagdverband Richard Hofmann

unterrichtete die Jäger über die neue Luchskoordinationsstelle im Otterhaus Mauth, wo Daten zu Luchssichtungen und Meldungen von Luchsrissen zentral zusammenlaufen.

 

Jagdberater Leonhard Hirsch veröffentlichte anschaulich die Zusammensetzung der Abschüsse im letzten Jagdjahr anhand der eingereichten Streckenlisten.Er gab bekannt, daß bei Rehwild nach dem 3-jährigen Abschlußplan die Vorgaben für das 1.Jahr erfüllt worden seien mit insgesamt 1.731 Stück Rehwild. Bei Schwarzwild sei die Strecke um ca. 15 % zurückgegangen gegenüber dem Vorjahr. Obwohl die Fuchsstrecke mit knapp 500 Füchsen fast gleichgeblieben sei, stieg die Hasenstrecke um ca.12% im Altlandkreis.Kritisch setzte sich Jagdberater Hirsch mit den Veröffentlichungen eines Professors in diversen Medien zum Thema Rehwildunfälle auseinander. Bereits vor zwei Jahren gab es zu dieser Thematik kontroverse Auseinandersetzungen zwischen diesem Professor und den beiden Vorsitzenden der Wegscheider Jägerschaft. Anhand einer Grafik konnte der Jagdberater nachweisen, daß im Altlandkreis Wegscheid aufgrund von Verkehrszählungen bei 8 zufällig ausgewählten Strecken im Zeitraum von 2000 bis 2010 die Anzahl der Verkehrsbewegungen von 12959 auf 13268 gestiegen ist. Die Zahl der Wildunfälle mit Rehwild über diesen Zeitraum ist jedoch zurückgegangen von 237 im Jahr 2000 auf 196 Unfälle im Jahr 2010.Zum Thema Fütterung und Notzeit zeigte der Jagdberater aktuelle Bilder von Kirrungen in einem eigenbewirtschafteten Revier aus dem Hegering Untergriesbach, wobei man diese anhand der Bauart durchaus auch als Dauerfütterungseinrichtungen bezeichnen könne.Von den anwesenden Jägern wurde dies umsomehr mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, weil es kürzlich von einem angestellten Jäger aus diesem Raum öffentliche Anschuldigungen gegenüber Nachbarrevieren gab wegen Füttern außerhalb der Notzeit.

 

Zum letztjährig durchgeführten Haselhuhnmonitoring stellte 2. Vorsitzender Stephan Süss eine Zusammenfassung des Ergebnisses vor. Präsentiert wird das gesamte Monitoring demnächst den Mitgliedern des Arbeitskreises im Haus am Strom und anschliessend der Öffentlichkeit im Frühsommer.Als Biberberater stellte Süsss anschliessend seinen neuen Kollegen Fabian Kinateder vor, der ab sofort zuständig ist für den Raum Hauzenberg, Untergriesbach und Obernzell.

 

Zur diesjährigen Hegeschau hatte man den Vorsitzenden des Jagdkynologischen Arbeitskreises in Bayern, Frank Wagner eingeladen, dessen fachliche Ausführungen zum Thema  „Der Jagdgebrauchshund – ein Hund mit Beruf“ von den Anwesenden sehr interessiert aufgenommen wurden. Auch die Hundeobmänner aller niederbayer. Kreisgruppen waren zu diesem Vortrag eingeladen worden.

 

Abschliessend informierte Vorsitzender Rosenberger die Jäger, daß der Bayer.Jagdverband bereits an einer praktikablen Lösung arbeitet, um zu erreichen, daß der zukünftige Bezug von 30%-igem Wasserstoff für Jäger für die Verwendung als Bleichmittel wieder möglich sein wird.

 Der Vorsitzende erklärt den Gästen anhand eines schwachen Gehörnes, daß auch Hegeabschüsse wichtig sind für die Erhaltung eines gesunden Rehwildbestandes. 1. Vorsitzender Alois Rosenberger, stv. Landrätin Gerlinde Kaupa, 1. Bürgermeisterin Hauzenberg Gudrin Donaubauer, Referernt Frank Wagner, Mdl Prof. Dr. Waschler, 2. Vorsitzender Stephan Süss

Bericht über die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Wegscheider-Land e.V.  am 22. April 2017 im Landgasthof Waldbauer, Haag

 

Zur Jahreshauptversammlung der  Jägerschaft  Wegscheider-Land e.V. trafen sich Mitglieder und Ehrengäste im Landgasthof Waldbauer in Haag. Nach der Eröffnung durch die Parforcehornbläser erfolgte die Begrüßung durch den 1.  Vorsitzende Alois Rosenberger. Gemäß der Tradition gedachte  man der seit der letzten Versammlung verstorbenen Mitglieder. Der  Tätigkeitsbericht umfaßte wahrgenommene  Termine und besuchte  Veranstaltungen der beiden Vorsitzenden und lag den  Mitgliedern in Schriftform vor.  Rosenberger bedankte sich bei seinen Vorstandskollegen  und Mitgliedern der erweiterten Vorstandschaft für  die angenehme Zusammenarbeit  im vergangenen Jagdjahr. Ein weiterer Dank galt jenen Jägern, welche die Umweltbildungsaktion „Der Natur auf der Spur“ organisiert und betreuen. Diese Aktion wird jedes  Jahr den 3. Grundschulklassen im Altlandkreis angeboten und in diesem Jahr auf Wunsch der Lehrkräfte erstmals auch im Frühsommer durchgeführt.

 

 

Besonders hervorgehoben wurden vom Vorsitzenden die  Leistungen der Parforcehornbläsergruppe. Sie sei auch überregional das Aushängeschild  der Wegscheider  Jägerschaft und Sympathieträger der Jagd. Neben der Umrahmung von vereinsinternen und regionalen öffentlichen Veranstaltungen  blasen die Wegscheider Parforcehornbläser seit vielen Jahren die Hubertusmesse beim Hirschmarkt in St. Oswald und unterhalten anschliessend die Besucher mit einem Konzert. Auch in diesem Jahr findet die Veranstaltung wieder  am 1. Sonntag im September statt.

 

Als anerkannter Naturschutzverband habe man im Planfeststellungsverfahren Pumpspeicher

 

Riedl in Abstimmung mit dem Landesjagdverband eine negative Stellungnahme abgegeben.

 

Begründet habe man dies mit der Gefährung des Lebensraumes von verschiedenen Tierarten und

 

der Tatsache, daß der Trend in der Energiewirtschaft von Großprojekten zu dezentralen  Strukturen gehe, welche die  Landschaft nicht belasten würden.

 

 

Eine positive Resonanz erzeugte die Info-Veranstaltung mit  dem Wildlebensraumberater für Niederbayern. Inzwischen hätten sich verschiedene Grundstücksbesitzer direkt mit Johann Laumer wegen einer Beratung in Verbindung gesetzt. Auch würden Vertreter von Kommunen in der Zwischenzeit überlegen, ob man verpachtete öffentliche Grundstücke nicht aus der intensiven Bewirtschaftung herausnehmen und gemeinhin Tieren als Lebensraum überlassen könne. Dies käme nicht nur Wildtieren zugute sondern auch Insekten, Bodenbrütern und Reptilien.

 

Vorsitzender Alois Rosenberger, zugleich Wildschadensberater im Forst, setzte sich in seinem Berichtauch kritisch mit der Anwendung der neuen Konvention zur Bewertung von Wildverbißschäden an Forstkulturen im Wald auseinander, herausgegeben vom Bayer. Bauernverband und dem Bayer. Waldbesitzerverband. Er  könne nur abraten von Pachtverträgen, wo diese zur Anwendung komme. Vor allem sei die in der Konvention bezifferte Bewertung des Zuwachsverlustes bei Seitentrieb-  bzw.  Terminaltriebverbiß mehr als zweifelhaft und sogar auch bei Forstleuten häufig umstritten.Um diesen Sachverhalt zu klären, startete man auf dem Wildlandgrundstück in der Gemarkung  Windpassing in diesem  Frühjahr bereits einen Versuch  an ca. 75 Fichten und Tannen durch Entfernen der oberen Seitentriebe um einen Verbiß zu simulieren. Im kommenden Winter werden dann die Terminaltriebe gekürzt und nach einem weiteren  Jahr werden die  Auswirkungen auf den Zuwachsverlust gemeinsam begutachtet unter Einladung der Medien.

 

Ferner berichtete der Vorsitzende über Ergebnisse und Erkenntnisse des Anfang April stattgefundenen Symposium des Bayer. Jagdverbandes „Große Beutegreifer“ in Freyung,  im Speziellen über das Thema Wolf. Es wird angenommen, daß es aktuell  in Deutschland etwa 46  Wolfsrudel mit je ca. 10 Tieren, dazu circa 15 Paare  und ungefähr 4 Einzeltiere gibt.. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutschland 147  Wölfe als Verkehrsopfer gezählt. Ein einzelnes Rudel benötige ein Territorium von etwa 150 – 300 qkm.In der gesamten Bundesrepublik gäbe es ein Lebensraumpotential  für bis zu 500 Wolfsrudel laut Expertenmeinung. Notwendig für eine Bestandssicherung aus genetischen Gründen sei eine Population von mind. 1.000 Wölfen in Deutschland. Risiken für  Wolfsattacken gegenüber Menschen seien gering aber nicht gänzlich auszuschliessen.  Gefährdet seien in erster  Linie Haus- und Weidetiere einschliesslich Gatterwild. Es gibt hier für Schäden bereits einen Ausgleichsfonds. Von gelegentlichen Angriffen gegenüber Jagdhunden wurde berichtet aber auch von Wölfen, die mit Hundemeuten bei Drückjagden in Niedersachsen mitjagen. Eine Gefahr der Übertragung der sylvatischen Tollwut von Ost- nach Westeuropa, die  sich im Gegensatz zur urbanen Tollwut nur in Wildtierpolulationen ausbreitet, wird befürchtet. Als Fazit der Tagung stellte der Vorsitzende fest, daß es langfristig in Deutschland keine wolffreies  Gebiet  geben wird und der Wolf irgendwann in das Jagdrecht aufgenommen werden muss, um bei Notwendigkeit in die Entwicklung der Population eingreifen zu können. Alois  Rosenberger betonte, daß hier dann wie beim Biber wieder einmal die Jäger gefordert seien,  die sich einerseits um diese Herausforderung nicht reißen, aber im  Interesse der Verantwortung für die Allgemeinheit auch nicht davor drücken würden, wenn dies einmal nötig sei.

 

 

Der Kassenbericht, vorgetragen  von Werner Oberneder, ergab geordnete Vermögensverhältnisse.

 

Dies  wurde von Kassenprüfer Edi Krinninger bestätigt, der gleichzeitig über die Entlastung der  Vorstandschaft abstimmen ließ, die einstimmig erfolgte.  Es folgten  Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft im Bayer.  Jagdverband, durchgeführt vom Präsidiumsmitglied des Bayer.Jagdverbandes  Richard Hofmann.  

 

 

 

Für 25 jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:

 

Ascher Helmut, Bauer Johann, Raab  Ferdinand,

 

Für 40 Jahre erhielten die Treuenadel:

 

Wintersberger Adolf, Wilhelm  Fritz, Zillner Martin,  Wagner Ferdinand, Donaubauer Josef,

 

Richtsfeld Franz

 

und für 50 jährige Mitgliedschaft wurde ausgezeichnet Kurzböck Ulrich.

 

 

Es folgte anschliessend die Preisverteilung für das jagdliches Schießen:

 

1.Preis 130 Punkte Andreas Bauer

 

2.Preis 129 Punkte Werner Oberneder

 

3 mal 3. Preise (auch nach Stechen) 128 Punkte gab es für Fabian Kinateder, Franz Schätzl  jun., und Michael Schurm.

 

 

Eine besondere Auszeichnung in Form eines Hegepreises ging an Sebastian Hofmann für die Erlegung von 42 Winterfüchsen. Der Vorsitzende wertete dies als eine großartige Leistung eines  einzelnen Jägers und einen wertvollen Beitrag für die Eindämmung des für Menschen sehr gefährlichen Fuchsbandwurmes und der sich zunehmend ausbreitenden Fuchsräude. Mit der Einladung zur diesjährigen Hubertusmesse in Gottsdorf und anschliessenden Feier am 4.November im Gasthaus Lang beendete der Vorsitzende  die Versammlung mit den Wünschen für ein kräftiges Waidmannsheil im kommenden  Jagdjahr.

Wildschweine nur mehr mäßig belastet

 

Bild: Alois Rosenberger /Schwarzwildstrecke im Revier Gottsdorf-Donauseite der Drückjagd vom Wochenende mit Jagdgästen im Hintergrund

Ins Revier Gottsdorf-Donauseite haben die Pächter Reichhart Alfred und  Benjamin am vergangenen Wochenende zu  einer Drückjagd auf Schwarzwild eingeladen. Im Laufe der vergangenen  Monate konnten Wildschweine regelmäßig  von den Jägern im Revier bestätigt werden und somit wurde mit einigen  Stück Schwarzwild seitens der Jagdpächter  auf der Strecke gerechnet. Überrascht waren diese dann aber, als  mittags 17 Stück verblasen werden konnten,alles starke Frischlinge und einige Überläufer. Nach Aussagen von  teilnehmenden Jagdgästen war dies angeblich die größte  Strecke bei Saujagden bisher in Niederbayern.Eine gesetzlich vorgeschriebene Trichinenbeschau ist inzwischen erfolgt  und die aktuellen Ergebnisse der Messung von Radiocäsium-137 liegen ebenfalls vor .Josef Kainz jun. Pfaffenreuth,als Meßstellenleiter der Jägerschaft des Wegscheider Landes e.V.hat die Meßergebnisse für alle erlegten Stücke bekanntgegeben. Diese  liegen im Durchschnitt bei 120-130 Becquerel pro  Kilogramm Wildbret und somit weit unterhalb der Höchstgrenze von 600

Bq/kg in Deutschland, wobei Bayern bereits  ab einer Grenze von 500 Bq empfiehlt, Wildfleisch nicht mehr in Verkehr  zu bringen.Im Vergleich dazu liegt der EU-Höchstwert für Milch, Milcherzeugnisse  und Lebensmittel für Kleinkinder bei  370 Bq/kg.Radiocäsium ist eines der 91 natürlich in der Erde vorkommenden chemischen Elemente, das bei der Kernspaltung  entsteht. Das Radiocäsium, das derzeit noch in den Böden Bayerns nachweisbar ist, stammt zum größten Teil aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 und hat eine 30-jährige  Halbwertzeit. Das zunächst nur oberflächlich  vorhandene Radiocäsium gelangte später in tiefere Bodenschichten und wurde von Pflanzen und Pilzen aufgenommen.Da Pflanzen und Pilze den Wildtieren als Nahrung dienen, kann sich das  Radiocäsium im Muskelfleisch und in den  Organen des Wildes befinden. Allerdings wird das Radiocäsium auf Grund seiner durchschnittlichen biologischen Halbwertzeit von etwa 20 Tagen auf natürlichem Weg (Kot und Harn) auch wieder ausgeschieden werden.Der Radiocäsiumgehalt im Wildfleisch nimmt deshalb mit zunehmendem Alter der Tiere auch nicht zu, sondern schwankt im Jahresverlauf in Abhängigkeit von der jeweils aufgenommenen Nahrung.In der Meßstelle der Wegscheider Jägerschaft in Pfaffenreuth werden regelmäßig auch Proben von Rehwild aus  verschiedenen Revieren der sechs Hegegemeinschaften auf Radiocäsium untersucht, um nachweisbare Daten zu sammeln, obwohl dies nicht vorgeschrieben ist. Dies dient vor allem der Versachlichung der Diskussion über  Belastungen von Wildfleisch. Der denkbare Verzehr von 1 kg  Wildschweinfleisch mit einer Belastung von 600 Bq/kg Radiocäsium hat bei einem Erwachsenen danach eine Dosis von ca.0,0078 Millisievert (mSv) zur Folge und dieser Wert entspricht etwa 0,37 % der Dosis aus natürlicher Radioaktivität, die durchschnittlich pro Person und  Jahr aufgenommen wird. Anders ausgedrückt: erst bei einem Verzehr von etwa 269 kg Wildschweinfleisch pro Jahr,welches mit dem Höchstwert von 600 Bq/kg Radiocäsium belastet ist,wird eine Dosis erreicht, die der durchschnittlichen jährlichen Radioaktivitätsdosis pro Person aus  natürlichen Quellen entspricht.Trotzdem fühlen sich die Revierpächter des Wegscheider Landes in der Verantwortung gegenüber ihren Abnehmern für Wildfleisch und werden auch weiterhin alle erlegten Wildschweine und fallweise auch Rehe auf Belastungen  von Radiocäsium überprüfen lassen.

Appell an das  Verantwortungsbewusstsein von Wintersportlern und Hundehaltern

 

 

Dicke Flocken, klirrende Kälte und wenig Nahrung – Wir  appellieren anlässlich der aktuellen Witterungsbedingungen an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und fordern Rücksicht auf die heimische Tierwelt.

 

Während sich Wintersportler und weite Teile der Bevölkerung über den schneereichen Wintereinbruch freuen, bricht für die heimische Wildtierwelt eine harte Zeit an. Wildtiere finden im Winter nur spärliche und nährstoffarme Nahrung. Zudem wird ihnen die Fortbewegung bei Schneelage und Kälte erschwert und zehrt an Kräften, Fettreserven und überlebenswichtigen Energievorräten. Um Energie zu sparen, haben Wildtiere eigene Strategien entwickelt: Sie lassen sich einschneien, um vor Frost geschützt zu sein, und reduzieren ihre Bewegung auf ein Minimum, ihre Körpertemperatur senkt sich ab – sie befinden sich im „Wintermodus“.

 

Daher ruft die Jägerschaft  zu besonderer Rücksicht auf, damit unsere heimischen Wildarten möglichst störungsarm durch den Winter kommen können.


Wildtiere benötigen besonders in den kalten und schneereichen Wintermonaten Ruhe. Daher bitten wir Wintersportler und Hundebesitzer, Rücksicht zu nehmen. Geben Sie auf Ihre vierbeinigen Freunde Acht, nehmen Sie sie an die Leine und bleiben Sie auf befestigten Wegen, um unnötige Störungen der Wildtiere zu vermeiden. Oft schrecken Spaziergänger, Schneeschuhwanderer, Skifahrer, Tourengeher oder Hunde völlig unbemerkt Wildtiere auf. Diese fliehen aus Instinkt und verbrauchen unnötig überlebenswichtige Energie.“

 

Freilaufende Hunde, die sich außerhalb des Einflussbereiches ihrer Besitzer befinden, sind eine besonders große Gefahr für das Wild. Herumtollen auf weiten Feldern oder Durchstöbern von Hecken und Dickungen aktiviert das Fluchtverhalten des Wildes. Laut Jagdgesetz (Art. 40) ist der Jäger hierbei verpflichtet, den Jagdschutz in seinem Revier auszuüben und so das Wild vor drohenden Gefahren zu bewahren. Um bei Hundehaltern mehr Transparenz und Information über die Vorgänge in der Natur zu vermitteln, hat der BJV eine Informationsbroschüre zu diesem sensiblen Thema herausgebracht. „Je mehr Hundehalter über die rechtlichen Grundlagen und die Zusammenhänge in der Natur wissen, desto harmonischer wird das Miteinander zwischen Wild und Mensch bzw. Hund ablaufen.Wir Jäger sind fast alle selbst Hundeführer und kennen die enge Bindung zwischen Hund und Hundeführer. Daher ist es uns ein großes Anliegen, neben unseren Aufgaben als „Anwälte“ des Wildes, auch für ein gutes Miteinander zwischen Hundeführern und Jägern zu sorgen.“

Foto: Rosenberger /Jagdpächter Max Krottenthaler bei der Anwendung des  Wildverbiß-Schutzmittels
Foto: Rosenberger /Jagdpächter Max Krottenthaler bei der Anwendung des Wildverbiß-Schutzmittels

Wildverbiß-Schutzmittel wieder ohne Sachkundenachweis erhältlich

Wildverbiß-Schutzmittel zählen zu den Profi-Pflanzenschutzmitteln und werden von Jägern und Waldbesitzern für den Einzelschutz von Terminaltrieben gegen Verbiß durch Rehwild  und Hasen angewendet. Eine nachhaltige mehrjährige Anwendung bei Naturverjüngungen minimiert nachweislich den Wildverbißschaden an Forstpflanzen, ist der Vorsitzende der Jägerschaft Wegscheider-Land e.V., Alois Rosenberger aufgrund seiner Erfahrung überzeugt. Sobald die Terminaltriebe dem Äser entwachsen sind, kann eine Anwendung unterbleiben, wobei jeweils die örtliche Schneelage zu beachten ist.Als geschulter Wildschadensberater im Forst beschäftigt  sich der Vorsitzende seit Jahren mit der Verbißproblematik durch Wildtiere.Die Abgabe dieser Verbißschutzmittel war in der Vergangenheit beschränkt auf berufliche Anwender mit entsprechendem Sachkundenachweis gemäß § 23 Abs.  1 Pflanzenschutzgesetz.Bei fehlendem Nachweis war der offizielle Zugang zu Wildverbiß-Schutzmittel in den letzten Jahren in der Regel jedoch verwehrt und man war gezwungen, die Mittel in den  Nachbarländern zu besorgen.  Eine Neuregelung dieser  Verordnung vom  Sommer diesen Jahres erlaubt nun auch wieder den Erwerb dieser Pflanzenschutzmittel zur Wildschadensverhütung für nicht berufliche Anwender ohne Sachkundenachweis.Aus aktuellem Anlaß hat  der Leiter der Hegegemeinschaft Möslberg und Jagdpächter Max Krottenthaler hier für Klarheit gesorgt, weil es bei der letzten Jagdversammlung in seinem Pachtrevier im November um die Zulassung und den Erwerb mit dem  anwesenden Förster dazu unterschiedliche Meinungen gab.

 Bericht über die Hubertusfeier vom  05.11.2016

 

 

 

Hubertusfeier der Jägerschaft des Wegscheider Landes

 

Für ihre traditionelle Hubertusfeier hat die Jägerschaft Wegscheider-Land e.V. heuer Germannsdorf als  Veranstaltungsort gewählt. Ein stimmungsvoller Fackelzug bewegte sich durch den Ort bis vor die Kirche, wo die Jäger und Ehrengäste vom Leiter der Hegegemeinschaft Hauzenberg, Hans Schwarz begrüßt wurden. Unter den Klängen der Parforcehörner mit dem „Intrada“ aus der Hubertusmesse von H. Manderthaner zogen die Jäger mit Kaplan Dominik Oswald und Ministranten in die jagdlich geschmückte Kirche zur Feier des Hubertusgottesdienstes.In seiner auf den Schutzheiligen der Jäger abgestimmten Predigt stellte Kaplan Oswald die Bedeutung des Hubertustages für Jagd und Natur heraus. Gerade auch im aktuellen Leben gelte es innezuhalten und sein eigenes Tun zu überdenken  und auf Mäßigung bedacht zu sein, sagte der Kaplan in Anlehnung an die Hubertuslegende.

Kaplan Dominik Oswald  mit den Wegscheider Parforcehornbläsern in der Kirche Germannsdorf beim Hubertusgottesdienst / Foto: Buchartz

 

Gefeiert wurde der Hubertustag anschliessend im Gasthof Höfler.Nach der Eröffnung durch die Parforcehornbläser begrüßte 1. Vorsitzender Alois Rosenberger als Ehrengäste MdL  Dr. Gerhard Waschler und von den Gemeinden im Altlandkreis die stv. Bürgermeister aus Untergriesbach Frau Seibold-Lallinger,  Otto Obermeier von Hauzenberg, Josef Bauer von Obernzell, Hans Fenzl von Wegscheid und Reinhard Hoffmann aus Breitenberg, zugleich als stellvertr. Kreisobmann des Bayer. Bauerverbandes und Vertreter der ARGE Jagdgenossenschaften.Ein weiterer Willkommensgruß galt dem Vertreter des AELF Passau, Forstdirektor Hans Gaisbauer.Der Vorsitzende dankte neben den Jägern des Revieres Germannsdorf für die Vorbereitungen zu dieser Feier und den  Bläsern für die Gestaltung der Hubertusmesse auch Kaplan Oswald für die Zelebrierung des Gottesdienstes.Otto Obermeier empfand die Teilnahme an der Hubertusfeier der Wegscheider Jäger als eine Besonderheit.Man sei beeindruckt von der Aufführung der Hubertusmesse durch die Bläser.

Auch im Namen seiner Bürgermeisterkollegen sprach er den Jägern Dank aus für ihre Leistungen in

der Hege um angepaßte Wildbestände vor dem Hintergrund der Achtung vor der Schöpfung.

Forstdirektor Hans Gaisbauer bedankte sich zunächst für die Gelegenheit, auch bei der Hubertusfeier ein Grußwort sprechen zu dürfen und stellte damit das gute Verhältnis mit den Wegscheider Jägern heraus, auch in der Zusammenarbeit mit der Erstellung der zurückliegenden Abschußpläne.

Er bescheinigte den Wegscheider Jägern, mit dem Jahresthema „Wiese“ die Wichtigkeit der Bedeutung dieses Lebensraumes erkannt zu haben, auch wenn dieses eine gewisse Brisanz bergen würde.Als Vertreter des Bayer. Bauernverbandes und der ARGE Jagdgenossenschaften wies Reinhard Hoffmann darauf hin,daß die Jäger einen unverzichtbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten würden. Der BBV kämpfe für die Beibehaltung des Jagdrechtes, welches seit 1848 an Grund und Boden gebunden sei, erteilte aber gleichzeitig einer von Naturschutzverbänden geforderten Waldstilllegung eine Absage durch seinen Verband. Auch würde man in Zukunft einer Schwächung der Jagdgenossenschaften entgegentreten.In seinem Schlußwort zum offiziellen Teil des Abends erklärte der Vorsitzende Alois Rosenberger, daß die Jäger aus Liebe zur Natur hegen,schützen und jagen würden in dem Bewußtsein, daß ein Zuviel an Wildtieren das Gleichgewicht ebenso bedroht wie ein Zuwenig. Nur wenn es gelingt, nach den strengen Kriterien der Nachhaltigkeit,sowohl ökonomische Belange als auch die Lebensraumansprüche unserer Wildtiere in Einklang zu bringen,  können wir die Schöpfung für die nächsten Generationen bewahren und somit stolz sein auf unser Handeln als Jäger im Sinne unseres Schutzheiligen St. Hubertus.

Beim anschliessenden geselligen Teil des Hubertusabends wurden die Jäger und Gäste vom Musikduo Schurm    unterhalten, abwechselnd mit Darbietungen der Parforcehornbläsergruppe.

 Bericht über Veranstaltung mit Wildlebensraum-Berater am 18.11.16 in Haag

 

Wildlebensraumberater bei den Wegscheider Jägern

 

Die Jägerschaft Wegscheider-Land e.V. hat zum Naturschutz-Jahresthema 2016 des Bayer.  Jagdverbandes  „Lebensraum Wiese“ eine Informationsveranstaltung durchgeführt.  Seit Jahren stellen die Jäger fest, daß artenreiche Wiesen und mit ihnen viele Pflanzen- und Tierarten immer mehr aus unserer  Kulturlandschaft

verschwinden. Bedroht sind  hier die klassischen Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe,Rotschenkel,Bekassine,  Kiebitz,  Wachtelkönig sowie Wiesenpieper, Grauammer  und Braunkelchen. Aber auch die dem Jagdrecht unterliegenden Arten wie Rebhuhn, Fasan und Feldhase brauchen die Wiese als Lebensraum. Daneben kann  auch eine  attraktive Wiese den Verbißdruck  im  Wald vermindern helfen. Aber auch für Bienen und andere blütenbesuchende  Insekten sind artenreiche Wiesen überlebenswichtig, weil sie in der offenen Feldflur oft die einzigen Nektarquellen darstellen.

 

Eingeladen waren alle Jagdpächter und interessierte Jäger, Imker,Grundstücksbesitzer und Vertreter von Kommunen.

Der 1.Vorsitzende Alois Rosenberger konnte als Referenten den Wildlebensraumberater für Niederbayern, Hans  Laumer vom AELF Straubing begrüßen.Als  einer von sieben staatlichen Beratern in Bayern ist Hans Laumer selbst Landwirt und  Jagdpächter.Vorgestellt wurden von ihm die Fördermöglichkeiten für Landwirte im Rahmen der staatlichen Programme wie KULAP, Greening  und Vertragsnaturschutz. Anhand  aktueller  Dias konnte er aufzeigen, wie  sich auch bereits geringe Verbesserungsmaßnahmen in kurzer  Zeit positiv

auf den  Lebensraum der freilebenden  Tierwelt  auswirken können.Das zum Schluß der Veranstaltung festgestellte  Interesse  verschiedener  Teilnehmer an einer persönlichen Beratung durch H. Laumer lässt die Jäger des Wegscheider Landes hoffen, mit dieser Veranstaltung einen weiteren  Anstoß gegeben und zum Nachdenken angeregt  zu haben für verschiedenen  Maßnahmen und Möglichkeiten zu einer  nachhaltigen Verbesserung des  Wildlebensraumes.