Archiv       Natur erleben und begreifen              2015


Die Natur "erleben und begreifen“ unter der

Führung der Jägerschaft des Wegscheider - Landes


Stefan Süß führt die Drittklässler durch sein Revier

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Einen ganzen Vormittag lang nahm sich Jäger und Biberexperte Stefan Süß auch heuer wieder Zeit für die beiden dritten Klassen seiner Heimatgemeinde Breitenberg. Sein Anliegen ist es, den Jungs und Mädchen einen tieferen Einblick in die "Geheimnisse" des Waldes zu verschaffen. Um halb neun startete der erste "Waldspaziergang". Zuvor hatte Herr Süß etliche Tierpräparate gekonnt im Wald in Szene gesetzt. Gleich am Waldeingang wurden die Kinder auf die "Greifen" aufmerksam. Das spezielle Gefieder der Eule, das sie fast lautlos durch die Luft segeln lässt und ihre versetzten Ohren, mit deren Hilfe sie die Entfernung beim Hören ermitteln kann, verblüffte die aufmerksamen Grundschüler. Die Jagdtechniken von Habicht, Bussard und Sperber waren nicht minder interessant. Einen Käfer auf 400m Entfernung noch klar zu erkennen ist schon eine unglaubliche Sinnesleistung dieser Luftakrobaten. Interessante Einblicke gab es auch in die eher bodennah lebenden "Flügler", wie Birkhuhn, Haselhuhn und Auerhahn. Diese mittlerweile sehr selten gewordenen Tiere brauchen spezielle Lebensräume und vertragen wie der Auerhahn Ruhestörungen gar nicht. Mit dem Verschwinden der Feldraine und dem Birkenbestand an Bach- und Flussufern verloren Birk- und Haselhuhn sozusagen ihr zu Hause. Lebensräume für unsere heimischen Wildtiere zu erhalten, wäre eine lohnenswerte Aufgabe und geht uns alle an, meinte der umsichtige Jäger.

Wildschweine und Füchse vermehren sich dagegen prächtig und nehmen an manchen Orten überhand. Da muss der Jäger eingreifen und das Gleichgewicht wieder herstellen. Dass Füchse Krankheiten übertragen war nichts Neues. Von Tollwut und auch vom Fuchsbandwurm hatten wohl die meisten schon einmal gehört. Letzterer bleibt nicht immer beim gemachten "Häufchen" des infizierten Fuchses, sondern kann bei Trockenheit auch durch den Wind verbreitet werden. Diese Tatsache überraschte und überzeugte, die Waldfrüchte vor dem Verzehr zu waschen. Herr Süß warnte auch davor, sich in die Nähe von Wildschweinen zu begeben. Diese Gattung greift auch Menschen an und ist dem Zweibeiner in Sachen "Sprint" meist überlegen.  Für diese Allesfresser kommt der "Klimawandel" gerade recht. Gab es früher nur alle paar Jahre eine "Mast" bei den Buchen und Eichen, sind diese Laubbäume nahezu jeden Herbst voller Früchte. Ab und zu landet ein geschossenes Wildschwein auch "auf dem Sondermüll", weil es durch den Verzehr von Waldfrüchten und vor allem Pilzen an bestimmten Orten total "verstrahlt" ist. Insiderwissen, das uns nachdenklich stimmen müsste. Natürlich durfte auf dem Rundgang der "Wasserlandschaftsgestalter" Nummer eins nicht fehlen. Biber sind wahre Kraftsportler und bauen imposante Burgen. Ihre Zähne wachsen ständig nach und sind außen ziemlich "rostig".Das kommt vom hohen Eisengehalt. Zudem wachsen die Nagezähne ständig nach und schärfen sich beim Nagen von selbst - das perfekte Werkzeug, um Bäume zu fällen. Biber tragen an einer Pfote eine zweigeteilte Putzkralle und halten damit ihr Fell sauber. An der Unterseite ist das Fell am dichtesten.Durchschnittlich wachsen hier etwa 14000 Haare auf einem daumennagelgroßen Fleck. Wir haben es getestet. Da ist auch mit den Fingern kein Durchkommen.

Rehe und Hirsche sind zweierlei. Das ist ab jetzt auch klar. Reh, Rehbock, Kitz und viele andere Fachbezeichnungen wie Keiler, Bache, Frischling, usw. sind nun in unserem Gedächtnis geblieben.

Eindrucksvoll demonstrierte Herr Süß auch die Kampftechniken der Hirsche mit vorbereiteten Geweihen. Das passiert, um das Paarungsrecht zu erkämpfen.In puncto Paarung hat das Tierreich eine weitere

Besonderheit zu bieten. Hier sind es die Männchen, die sich gerne herausputzen und Farbe bekennen. Die Weibchen bleiben da unauffällig.Am Ende des sonnenverwöhnten Herbstvormittag traten die Marder und Wiesel ins Rampenlicht: der Steinmarder mit seiner Vorliebe für Schläuche aller Art, der Siebenschläfer vertilgende Baummarder oder das Hermelin mit seiner stets braun gefärbten Schwanzspitze.Zur Belohnung gab es ein Waldlexikon im Taschenbuchformat und eine kleine Süßigkeit.


Hauzenberger Grundschüler mit Jägern unterwegs

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Jäger der Hegegemeinschaft Hauzenberg haben die Schüler der 3. Grundschulklassen aus Hauzenberg zu ihrer Umweltbildungsaktion des Landesjagdverbandes an den Naturlehrpfad

in Eckmühle eingeladen. Bestaunt von den 46 Schülern wurden die zahlreichen Präparate einheimischer Feder- und Haarwildarten aus dem Fundus der Jägerschaft Wegscheider-Land e.V.

Die Jäger führten die aufmerksamen Schüler in Gruppen entlang des Lehrpfades und vertieften anhand von Blättern und Zweigen deren  Kenntnisse von einheimischen Bäumen und Sträuchern. Dabei erklärten diese die Wichtigkeit des Erhaltes der Lebensräume und wiesen auch auf die zahlreichen abgestorbenen Bäume auf dem Gelände als Nistplätze für verschiedene Vogelarten hin. Die begleitenden Lehrkräfte dankten abschliessend den Jägern für diesen praktischen Unterricht in der Natur.

Teilnehmende Jäger :

Meuser  Bernhard, Schwarz Hans, Bauer Armin, Bauer Ludwig, Fruth Willi, Holzner Reinhard, Kinateder Heinz

Bilder: Schwarz


Kinder erleben den Wald und seine Tiere

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Breitenberg. Im Heimat – und Sachuntericht an der Grundschule Breitenberg haben Kinder der 3. Klasse mit ihrer Lehrerin Christa Harslem (hinten.l.) aufschlussreiche Schulstunden im Wald verbracht. Unter das vom Jagdverband ausgegebenen Motto " Natur erleben und begreifen galt es dabei, die heimische Tierwelt und ihren Lebensraum im Wald und in der freien Natur zu ergründen. Zum besseren Verständnis hatten 2. Vorsitzender der Jägerschaft Wegscheider-Land e. V. und Biberberater Stephan Süß (hinten v.r.), Jagdpächter Helmut Weiß und der ehemalige Jagdvorstand von Breitenberg Johann Laus sen. Tierpräparate im Lausholz aufgestellt. Stephan Süß erklärte dann anhand der Exponate die Lebensräume und Verbreitungsgebiete der heimischen Wald-Feld- und Wasserbewohner. Breiten Raum nahmen ein die Jagdtechniken der Greifvögel, die Lebensweise des Rotwildes, die Anpassungsfähigkeiten der Wildschweine sowie den landschaftsgestalterischen Tätigkeiten der Biber. Die von Kindern gestellten Fragen über die Lebensweise der Eichelhäher, warum vergräbt das Eichhörnchen die Nüsse, warum ist der Feldhase so scheu und wieso der Fuchs Hühner stiehlt, beantwortete Stephan Süß auf leicht verständliche Art. Als Lohn für die aufmerksame Mitarbeit erhielt jedes Kind ein Waldlexikon und eine süße Überraschung.

Foto: Peter Reischl