Archiv                       BJV                               2016


Veröffentlichung der amtlichen Statistik der Jahresjagdstrecken für das Jagdjahr 2015


Hubertustag:

 

Jäger feiern ihren Schutzpatron – Der BJV ruft zu mehr Respekt vor Wildtieren und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Schöpfung auf

 

 

Ein weißer Hirsch, ein Kreuz zwischen den Geweihstangen und ein zügelloser Jäger, den der Anblick Gottes in der Natur zur Vernunft brachte: die Legende des Hl. Hubertus ist den Jägerinnen und Jägern bestens bekannt. Auch heute noch mahnt sie zu einem respektvollen Umgang mit der Natur.

 

 

· Jagd ist vielmehr als ein Schuss

 

· Bayerische Heimat – auch für Wildtiere!

 

· Hubertusmessen: Bayerisches Brauchtum und Tradition

 

München, 31.Oktober 2016 – Der Heilige Hubertus ist der Schutzpatron der Jäger. Er steht im Mittelpunkt zahlreicher Messen und Feiern rund um den 3. November, den Hubertustag. Die bayerischen Jäger appellieren bei dieser Gelegenheit, der heimischen Tierwelt mit mehr Respekt zu begegnen. In ganz Bayern begehen die Jagdvereine und Jagdreviere diesen Tag mit festlichen Messen und gemütlichen Hubertusfeiern. Auf der Internetseite des Bayerischen Jagdverbandes finden Sie einen Auszug der Hubertusfeiern aus dem Freistaat zu denen die gesamte Bevölkerung herzlich eingeladen ist.

Jagd ist vielmehr als nur ein Schuss

 

 

Die Begegnung mit einem weißen Hirsch, der ein Kreuz zwischen den Geweihstangen trug, brachte den einst zügellosen adeligen Jäger Hubertus zur Vernunft. Heute steht der Heilige Sankt Hubertus, der im Jahre 705 Bischof von Lüttich wurde, für die waidgerechte Jagd, bei der es nicht allein um Abschuss und Beute geht, sondern um den Respekt vor der Schöpfung und das Verantwortungsbewusstsein für Natur und Tierwelt.

 

Der Bayerische Jagdverband (BJV) mit seinen rund 160 Kreisvereinen in ganz Bayern vertritt als staatlich anerkannter Naturschutzverband die Interessen der Jagd und der Wildtiere. Jagd bedeutet in diesem Zusammenhang weit mehr als nur ein Schuss oder die Erfüllung von behördlich festgesetzten Abschussplänen – Jagd ist vielmehr Hege und Verantwortung für unsere Wildtierarten.

 

Bayerische Heimat – auch für Wildtiere!

 

In unzähligen Veranstaltungen über das ganze Jahr mahnt der BJV den Respekt vor den wildlebenden Tieren im Freistaat nicht zu verlieren. Wirtschaftliche Interessen, ungezügelte Freizeitnutzung, übermäßige Bautätigkeiten oder gigantische Infrastrukturmaßnahmen bedrohen den Lebensraum unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt in Bayern.

 

Der Freistaat Bayern muss aber auch Heimat für unsere Wildtiere bleiben: Ob Gams, Rothirsch, Murmeltier, Rebhuhn oder Reh, Bayerns Berge, Wiesen, Felder und Wälder sind wertvoller Lebensraum, den es zu schützen gilt. Viele Landwirte und Grundeigentümer pflegen unsere Kulturlandschaft Tag für Tag und leisten so einen wertvollen Beitrag zum Biotop- und Artenschutz. Dies gilt es weiter auszubauen.

 

BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke mahnt: „Der Tag des Heiligen Hubertus ist der Tag, an dem der BJV diejenigen, die über die Stränge schlagen, immer höhere Abschussquoten fordern, immer mehr Lebensraum versiegeln, immer schädlichere Bewirtschaftungsformen wählen, aufruft inne zu halten und ihr Tun zu hinterfragen und die Interessen unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten nicht gänzlich diesen Zielen zu opfern.“

 

Hubertusmesse: Bayerisches Brauchtum und Kultur

 

Jagd ist aber auch die Pflege von bayerischer Kultur und Brauchtum. Die Veranstaltungen rund um den Heiligen Hubertus beginnen in der Regel mit einer festlichen Messe, die mit Jagdhornbläsern und jagdlicher Kirchenmusik umrahmt werden. Die Jäger bitten dabei um den Beistand ihres Schutzheiligen und darum, die

heimische Natur und die darin lebenden Wildtiere zu schützen. Anschließend laden viele zu gemütlichen jagerischen Hoargarten ein, um mit Musik, Gesang und heimischen Wildgerichten den Hubertustag gebührend zu feiern. Natürlich sind zu diesen Veranstaltungen alle Teile der Bevölkerung herzlich eingeladen. Sicher eine gute Gelegenheit mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort ins Gespräch zu kommen.

BJV-Infobrief_2016_November_1: Themen 1 und 2

 

 

Thema 1:  Pressemitteilung

Waffengesetz: Die Änderung des Bundesjagdgesetzes tritt am 10. November in Kraft – Rechtsicherheit für Halbautomaten gegeben

Berlin/München, 10. November 2016 – Pünktlich zur Drückjagdsaison wird den Jägerinnen und Jägern bundesweit Rechtsicherheit für halbautomatische Waffen gegeben. So lautet der neue § 19 Absatz 1 Nr. 2 Buchstabe c des Bundesjagdgesetzes: „Verboten ist, mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt mehr als drei Patronen geladen sind, sowie mit automatischen Waffen auf Wild zu schießen“.

Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, Prof. Dr. Jürgen Vocke, MdL a.D., dankt neben der Bayerischen Staatsregierung führenden Bundespolitikern wie dem Bundeslandwirtschaftsminster Christian Schmidt, MdB, dem innenpolitischen Sprecher der CSU/CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer, MdB, sowie dem Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein, MdB, und Florian Post, MdB, für ihr Engagement und die Unterstützung bei der Erlangung von Rechtssicherheit.

 

Hintergrundinformation

Eine derartige Änderung des Gesetzes war notwendig geworden, nachdem ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom März 2016, völlig überraschend die bisherige Verwaltungspraxis zum Umgang mit halbautomatischen Langwaffen bei der Jagd in Frage gestellt hatte. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat in diesem Zusammenhang bereits im Sommer 2016 eine Sonderregelung zur Verwendung halbautomatischer Waffen auf der Jagd erlassen. Mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes und der Veröffentlichung des Gesetzes im Bundesgesetzblatt ist nun ab dem 10.November 2016 endgültig bundesweit Rechtssicherheit bei der Verwendung der halbautomatischen Jagdwaffen gegeben.

Thema 2:

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems, zum Nachweis einer hochpathogenen aviären Influenza vom Typ H5N8 bei Wildvögeln, Stand 9.11.2016

 

Hintergrund

Am 08.11.2016 wurde in Proben von verendeten Reiherenten am Plöner See in Schleswig-Holstein der Nachweis von hochpathogenen aviären Influenza A Viren (HPAIV) des Subtyps H5N8 durch das FLI bestätigt. Über 100 tote Wasservögel, überwiegend Reiherenten, wurden an mehreren Seen rund um Plön gemeldet. Fast zeitgleich kam es zu einem auffälligen Wasservogelsterben am Bodensee in der Schweiz, in Österreich und Deutschland, welches weiterhin anhält. Betroffen sind auch dort überwiegend Reiherenten, außerdem Möwen und andere. Pathologische und virologische Untersuchungen einiger Totfunde bestätigten hier ebenfalls das Vorliegen einer HPAIV H5N8-Infektion.

Ungarn berichtete bereits am 26.10.2016 von einem HPAIV H5N8 Nachweis bei einem verendeten Höckerschwan, und am 02.11.2016 von einem HPAI H5N8-Ausbruch in einem kommerziellen Putenbestand.

Polen meldete am 07.11.2016 den Nachweis von HPAIV H5N8 bei fünf tot gefundenen Wildenten und einer Möwe am Dammschen See in Goleniow, etwa 20 km Luftlinie von der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt gaben die polnischen Behörden den Fund von über 70 toten Enten und Möwen an.

Außerhalb Europas wurde HPAIV H5N8 im Juni 2016 bei gesund erlegten Graureihern, Haubentauchern, Kormoranen, Seeschwalben, Enten und Lachmöwen im Rahmen eines aktiven Wildvogel-Monitorings am See Ubsu-Nur in der Republik Tyva, Russland, nachgewiesen.

Mitte Oktober meldete auch Indien ein massives HPAIV H5N8 Ausbruchsgeschehen mit hohen Mortalitäten sowohl bei Zoo- und Wildvögeln als auch bei Nutzgeflügel.

 

Einschätzung der Situation

Das simultane Auftreten von HPAIV H5N8 bei verendeten Wasservögeln in fünf europäischen Staaten (Ungarn, Polen, Schweiz, Österreich, Deutschland) lässt mehrere Hypothesen zu, u.a.:

  • Das Virus ist in der wilden Wasservogelpopulation weit verbreitet. Möglicherweise handelt es sich um eine HPAIV H5N8 Epidemie bei Wildvögeln in Eurasien.
  • Der Eintrag von HPAIV H5N8 an Bodensee und Plöner See steht in Zusammenhang mit dem Vogelzug. Auffallend häufig sind Reiherenten, aber auch Möwen und vereinzelt Große Brachvögel unter den toten Vögeln. Der Vogelzug ist derzeit, möglicherweise auch durch Frost in Skandinavien und Nord-Russland beschleunigt, in vollem Gange.

 

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Aufgrund der aktuellen Verbreitung von HPAIV H5N8 bei Wildvögeln in Polen, Ungarn, Schweiz, Österreich und Deutschland ist von einem hohen Eintragsrisiko durch direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen, insbesondere bei Haltungen in der Nähe von Wasservogelrast- und sammelplätzen.

Das FLI rät zu erhöhter Aufmerksamkeit und empfiehlt nachdrücklich, die Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelhaltungen zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren. Insbesondere sollte der Kontakt von Wildvögeln zu Nutzgeflügel verhindert werden.

Es gibt Anhaltspunkte für eine Veränderung des Virus. Bisher sind keine Fälle von HPAIV H5N8 Infektionen beim Menschen bekannt. Jedoch sind verlässliche Aussagen zur Virulenz des Erregers für den Menschen derzeit noch nicht möglich, da sich das Virus verändert haben könnte.

 

Empfehlungen, u.a.:

Umsetzung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügelbetrieben

▪ Risikobasierte Einschränkung der Freilandhaltung (Aufstallung) von Geflügel in Regionen mit hoher Wildvogeldichte und in der Nähe von Wildvogelrast- und sammelplätzen

▪ Keine Kontaktmöglichkeit von Geflügel in Freilandhaltungen mit natürlichen Gewässern

▪ Verstärkte Untersuchung von Geflügelhaltungen; bei Hühnervögeln vermehrt klinische Untersuchung, bei Gänsen und Enten PCR-Untersuchungen von kombinierten Rachen- und Kloakenproben

▪ Meldung verendeter oder kranker Wildvögel an die zuständige Veterinärbehörde

▪ Verstärkte Untersuchung insbesondere von verendeten oder am Wasser lebenden Wildvögeln auf aviäre Influenzaviren (passives und aktives Wildvogelmonitoring)

▪ Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild in Berührung gekommen sind, zu Nutzgeflügel

▪ Vermeidung des direkten Kontakts von Personen (nur mit Schutzhandschuhen) und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln

 

Rückblick - Bundesweites Monitoring im vergangenen Jahr

Sicherlich erinnern Sie sich noch an unseren Aufruf zur Unterstützung des AIV-Monitorings im letzten Jahr und die Bitte, bei der Beprobung von Wasservögeln  mitzuwirken (im Rahmen eines aktiven Monitorings).

In 2015 war die hochpathogene Form des Virustyp H7N7 bei einem Legehennen-Bestand im Emsland bestätigt und Nachweise von H5N8 bei Wildenten erbracht worden. Da letztere bei augenscheinlich gesunden (klinisch unauffälligen) Wildenten, die im Rahmen der herbstlichen Wasservogeljagd erlegt werden konnten, erbracht wurden, musste davon ausgegangen werden, dass das Virus (v.a. dieses Subtyps) in der Wildvogelpopulation zirkulieren kann, ohne dass die Vögel erkranken müssen.

So sollten im letzten Jahr vor allem „gesund erlegte“ Vögel in einem sogenannten aktiven Monitoring beprobt und "überprüft" werden. Wildvögel gelten als Reservoir aviärer Influenza-Viren (AIV).

Ein bundesweites Beprobungsprogramm in der Wildvogelpopulation sollte den Verbreitungsgrad der Influenzaviren und das daraus resultierende Gefährdungspotential einschätzen helfen. Da zum Infektionsstatus von Zugvögeln in den Herkunftsgebieten vielfach keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, ist die verstärkte Beprobung zur Zeit des Vogelzuges vor allem angezeigt.

In diesem Jahr scheint die Situation eine andere zu sein, da sehr viele Wildvögel im Norden und Süden Deutschlands (bisher noch nicht in Mitteldeutschland) tot aufgefunden wurden und sicherlich auch noch werden.

In Kürze wird uns das BayStMUV mitteilen, welche Maßnahmen von der Jägerschaft ergriffen werden können, um sowohl das passive Monitoring- das Einsenden von verendeten Wasservögeln – als auch das aktive Monitoring – Erlegen von Wasservögeln im Rahmen regulärer Jagden und Beprobung dieser mittels Tupfern- zu unterstützen. Die örtlichen Veterinärämter werden dann wieder das benötigte Probenbesteck für die Betupferung ausgeben und auch Vorgaben machen, in welcher Form  Todfunde (welche Untersuchungseinrichtungen, Art der Sicherheitsverpackung) einzusenden sind.

Wir bitten Sie noch um etwas Geduld, bevor wir  mit einem erneuten Aufruf zur Teilnahme am Monitoring an Sie herantreten werden. Dann haben wir auch Informationen zum Probenumfang, Art der Probennahme etc.

 

Bereits jetzt vielen Dank für Ihre Mithilfe!

BJV-Infobrief_2016_November_1: Themen 1 und 2

 

(Wild-)TierkrankheitenThema 1: Die Vogelgrippe breitet sich aus, mittlerweile sind 12 Bundesländer betroffen.

 

Im Rahmen des aktuellen Geflügelpestgeschehens bei Wildvögeln in Bayern wurden bislang aufgrund der Risikobewertung an den Fundstellen positiver Wildvögel lokal begrenzte Aufstallungsgebote entlang der betroffenen Gewässer erlassen. Aufgrund der aktuellen Befundlage ist zu befürchten, dass es sich in Bayern nicht nur um ein lokal begrenztes Geschehen an den größeren südbayerischen Seen handelt. Aus diesem Grund sind folgende Maßnahmen eingeleitet worden:

  • bayernweite Aufstallung von Geflügel und
  • Erhöhung von Biosicherheitsmaßnahmen.

  

 

Zur Vermeidung der Einschleppung von Geflügelpest in Hausgeflügelbestände ist die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen notwendig. Aus diesem Grund wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 18.11.2016 eine Eil-Verordnung über besondere Schutzmaßnahmen in kleinen Geflügelhaltungen (bis 100 bzw. 1000 Stück Geflügel) erlassen und veröffentlicht, die am 21.11.2016 in Kraft trat und die Geflügelpest-VO ergänzt.Das Bayerische Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem LGL bestärkt die Jägerschaft in der Durchführung ihrer bereits geplanten herbstlichen Wasservogeljagden, die in erster Linie zum Zweck der Wildbretgewinnung stattfinden sollen. Eine Bejagung rein zum Zweck der Probengewinnung soll jedoch nicht forciert werden.

Die Jägerschaft wird gebeten, von „lebend“ erlegten Wasservögeln, wie schon aus 2015 gewohnt, Tupferproben zu gewinnen, aber nun vor allem auch Todfunde einer Untersuchung über die örtlichen Veterinärämter zuzuführen. Besonders beim Kontakt mit Todfunden sind Schutzhandschuhe anzuraten, obwohl das zoonotische Potential der zur Zeit kursierenden Virusvarianten als nicht sehr hoch eingeschätzt wird.Gegen den Einsatz von Jagdhunden bei Wasservogeljagden bestehen im Hinblick auf H5N8 keine Bedenken. Der Kontakt der Hunde mit verendet aufgefundenen bzw. sichtbar kranken Tieren sollte jedoch vorsichtshalber vermieden werden.

Pressemitteilungen aus dem StMUV

23.11.2016

Scharf: Weitere Maßnahmen zum Schutz des Geflügels

 

Märkte und Ausstellungen werden untersagt.

 

Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung hat das Bayerische Umweltministerium veranlasst, dass umgehend ein bayernweites Verbot für Ausstellungen und Märkte mit Geflügel angeordnet wird. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte heute in München: "Wir wollen den bestmöglichen Schutz für das Hausgeflügel. Bayern geht weiter konsequent gegen eine Ausweitung der Vogelgrippe vor. Wir stehen in intensivem Kontakt mit allen Beteiligten und dem Bund und beobachten die Situation genau." Für die Anordnung der Maßnahmen sind die Kreisverwaltungsbehörden zuständig. Bereits am vergangenen Freitag wurde eine allgemeine Stallpflicht erlassen. Mit der Stallpflicht soll eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel verhindert werden. Aktuelle Informationen und Fallzahlen zur Vogelgrippe in Bayern bietet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter www.lgl.bayern.de.

 

18.11.2016

Scharf: Bayern handelt zum Schutz des Geflügels

 

Allgemeine Stallpflicht angeordnet

 

In Bayern wird ab sofort eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Das teilte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München mit. "Bayern geht entschlossen gegen eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe vor. Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung ist es jetzt besonders wichtig, eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern. Mein Haus hat deshalb heute eine allgemeine Stallpflicht für Hausgeflügel im Freistaat veranlasst", so Scharf. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit. Die Stallpflicht gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatpersonen, die Geflügel halten. Für öffentliche Geflügelmärkte, Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen sind weitere Maßnahmen in Vorbereitung. Scharf: "Wir wollen den bestmöglichen Schutz für das Hausgeflügel. Die Stallpflicht wird konsequent umgesetzt. Gleichzeitig setzen wir auf die Vernunft der Geflügelhalter, die ihre Bestände mit dieser Maßnahme bestmöglich schützen können." Der Bund wurde im Rahmen des Krisenstabs über diese weitere Schutzmaßnahme Bayerns informiert. Die zuständigen Behörden vor Ort werden die Maßnahme überwachen.

Zur engen Vernetzung aller Beteiligten wurde in Bayern bereits Anfang dieser Woche ein Koordinierungskreis auf Landesebene eingerichtet. Außerdem arbeitet Bayern im Zentralen Krisenstab des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit. Um eine Ausbreitung der Vogelgrippe in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen, hat Bayern auch das bestehende Wildvogelmonitoring intensiviert. Bisher sind in mehreren Landkreisen Vogelgrippefälle vom Typ H5N8 bestätigt. Weitere Verdachtsfälle werden am Friedrich-Löffler-Institut geklärt. Für den Menschen ist das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen ungefährlich.

 

Thema 2: Afrikanische Schweinepest – Jährliches Monitoring zur Früherkennung verpflichtend

 

Ungeachtet der Tatsache, dass die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) über Wildschweine vom Baltikum und Polen nach Westen nicht in dem Maße voranschreitet, wie ursprünglich befürchtet, müssen weiterhin Präventivmaßnahmen getroffen werden, um eine Einschleppung nach Deutschland zu verhindern. Dazu gehört auch die Teilnahme der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten an Überwachungsprogrammen im Hinblick auf das Vorkommen des Virus der ASP, um Informationen über den Eintrag des Erregers in die Wildschweinpopulationen in den einzelnen Ländern zu erhalten.

In Polen, 100 km von der Grenze zu Weißrussland im Landesinneren, sind bis Anfang September 17 Fälle von ASP bei Hausschweinen festgestellt worden. Infolge dieser Seuchenausbrüche wurde um die betroffenen Hausschweinehaltungen ein großes zusammenhängendes Beobachtungsgebiet eingerichtet  und das Gebiet zur Überwachung von Wildschweinen ausgeweitet.Vor dem Hintergrund, dass in Polen und in den baltischen Staaten ASP verbreitet ist und zahlreiche Transportwege aus diesen Staaten quer durch Deutschland verlaufen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass z.B. durch unachtsam entsorgte Speisereste, („die Wurstsemmel am Autobahnparkplatz“) der Erreger in unsere heimische Schwarzwildpopulation eingetragen wird, und dann über die Wildschweine auch Hausschweine infiziert werden. Das wäre nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht eine Katastrophe.Aus diesem Grund ist eine ständige Überwachung des Seuchengeschehens notwendig und geboten. In Deutschland wurde deshalb ein Monitoring zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen aufgebaut.Mit einer Verordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Klassischen Schweinepest (KSP) und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wild- und Hausschweinen (Schweinepest-Monitoring-Verordnung - SchwPestMonV) wurde ab 10.11.2016 eine Rechtsgrundlage für Monitoringuntersuchungen geschaffen, die als Frühwarnsystem Informationen zum Eintrag des Erregers in die Wildschweinpopulation liefern sollen. Danach werden künftig solche Tiere untersucht, bei denen es Hinweise auf eine Infektion gibt. Im Fokus stehen deshalb verendet aufgefundene sowie im Rahmen der Jagd erlegte Wildschweine, die klinisch auffällig waren oder bei denen pathologisch-anatomische Veränderungen festgestellt wurden. Die im Rahmen des ASP-Monitorings gewonnenen Proben sollen gleichzeitig auf das Virus der Klassischen Schweinepest untersucht werden, die klinisch nicht von der Afrikanischen Schweinepest zu unterscheiden i

st.Daneben sollen Blutproben gesund erlegter Wildschweine sowie Hausschweine auch weiterhin auf Antikörper gegen das Virus der Klassischen Schweinepest und gegen das Virus der Afrikanischen Schweinepest untersucht werden.Jagdausübungsberechtigte haben nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde die Verpflichtung, an der Beprobung der Wildschweine (Tupfer-, Blut- und Organproben) mitzuwirken.Weiterhin wird natürlich der Aufklärung insbesondere von Reisenden über die Gefahr der ASP ein hohes Maß an Bedeutung beigemessen. Die entsprechende, in 2014 initiierte viersprachige Plakatierung an Tankstellen, Raststätten und Autobahnparkplätzen wurde auch in 2016 fortgesetzt. Weiterhin wurden Transporteure von Tieren und Fleisch verstärkt auf die strikte Einhaltung der Reinigung und Desinfektion der Fahrzeuge sowie Saisonarbeitskräfte auf die ordnungsgemäße Entsorgung von mitgebrachten Lebensmitteln hingewiesen.Um unmittelbar einem möglichen ersten Fall von ASP in Deutschland Rechnung zu tragen, wurde ein EU-Durchführungsbeschluss über die „Verordnung zum Schutz der Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest“ in nationales Recht umgesetzt. Im Ereignisfall soll diese als Dringlichkeitsverordnung in Kraft gesetzt werden können. Hoffentlich wird dieses Ereignis nicht eintreten und die darin festgeschriebenen Maßnahmen zur Anwendung kommen…...